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Dienstag, 05. September 2017



um 7 Uhr Ortszeit ist es ja fast noch dunkel in Paleóchora

Ganz entspannt fahren wir morgens um 7 Uhr Ortszeit zum kleinen Hafendock, wo wir die ersten sind. Annette geht dann ganz entspannt zur Bäckerei Vakákis, wo sie ein Brot kauft. Herbert macht ein paar letzte Fotos von Paleóchora, und das Morgenlicht wird gerade so schön. Wir frühstücken und um 8 Uhr macht man sich an der Fähre zu schaffen und fährt sie an die richtige Stelle zum Anbordgehen (embarkment). Ein paar Autos, ein weiteres Wohnmobil und etliche Fußgänger bzw. Wanderer gehen an Bord, wir müssen auf dem Parkdeck drehen und dann geht es los. Wir freuen uns auf eine hübsche Fahrt, aber wenn wir gewusst hätten, was uns im Laufe des Tages zustößt, hätten wir besser wieder den Landweg genommen. Wir haben das Fernglas mitgenommen auf Deck, und Herbert hat es fast die ganze Zeit vor der Nase. Erster halt ist Sougia (Ausgangspunkt für die Ágia-Irini-Schlucht), aber dieser Ort gibt nicht viel her und wir sind froh, im Juli/August nicht hierher gefahren zu sein bzw. dass Annette immer keine Lust auf die mühselige Überlandanreise hatte. Hier ist auch überall nur Kies- und Steinstrand. Das Meer ist eigentlich ruhig, aber die Fähre schwankt immer nach links und nach rechts und wieder zurück, und sie rollt auch über die Gesamtlänge. Wir sitzen im Heck und das geht immer auf und ab und auf und ab.



wir sind die ersten an der Fähre



die Sonne wirft ein schönes Licht



ein letzter Blick auf Paleóchora (was übrigens übersetzt Alter Berg heißt)



es geht an der Südküste entlang und schon halten wir hier in Sougia an


 


 



die Landschaft ist wie immer grandios



hier, in Ágia Roumeli, haben wir gut eine Stunde Landgang

Es geht an gewaltigen kargen Felsen vorbei, und Kreta scheint ja auch wirklich nur aus Felsen und Gebirge zu bestehen. Nächster Halt ist Ágia Roumeli. Es ertönt die Durchsage, dass die Fähre um 11:30 Uhr weiterfährt. Es ist 10:10 Uhr, als wir Ágia Roumeli erreichen. Also ein Landgang. Ágia Roumeli ist auch der Ausgangspunkt für die berühmte Samariá-Schlucht. Annette holt schnell ihren großen Hut und dann bummeln wir durch Ágia Roumeli (Rumäli), landen am Ende in der Taverne Farangi auf einen Frappé und eine Limonade. Pünktlich legt die Fähre wieder ab. Die Landschaft wird immer spektakulärer, und den schönsten Blick haben wir, als die Fähre in Loutro (Lútro) festmacht. (Dieser Ort ist nur vom Meer aus zugänglich und hat keine Straßenanbindung.) Was für ein gefälliger kleiner Ort. Bei jedem Halt steigen Leute von der Fähre ab, und vielleicht stückeln sie ihre Fahrt, übernachten in jedem dieser Orte und fahren tags darauf weiter? Das Meer ist ganz durchsichtig und herrlich aquamarinblau. Kleine Wassertaxis sausen umher und holen Passagiere und deren Gepäck an der Anlegestelle ab. Weiter geht unsere Fahrt, bis wir schließlich Chora Sfakíon erreichen. Annette geht als Fußgängerin von Bord, um ein Foto zu machen, wie Herbert von Bord rollt. Die Anlegestelle steht unter Wasser, und ständig schwappen weiter Wellen über. Die Fähre ist plötzlich sehr unruhig und dann gibt es ein hässliches Geräusch, als Herbert über die Rampe fährt und er scheinbar aufsetzt. Irgendwas scheppert unter ihm, bis Annette sieht, dass es unsere Trittstufe ist, die nur noch am seidenen Faden bzw. am Stromversorgungskabel (es ist eine elektrische Trittstufe) hängt. Alles andere ist abgerissen. Ja Servus.


 



es geht an Land



ein Bummel durch Ágia Roulemi, Ausgangspunkt der Samariá-Schlucht



es gibt diverse Tavernen im Ort



was für eine urige Tischplatte



weiter geht die Fahrt - Blick in die Samariá-Schlucht


 



ein Blick auf Lefka Óri - übersetzt die Weißen Berge



wir fahren Loutro an, den schönsten Halt auf der ganzen Strecke


 



Loutro mit seinen weißen Häusern und den blauen Fensterläden


 



so sieht man den Herbert während der gesamten Fahrt



wir erreichen den Endpunkt der Fahrt - Chora Sfakíon



auf der Rampe, die extrem auf und ab geht, setzt unser Fahrzeug auf

Jemand von der Fähre kommt, und auch ein Polizist, der an Land für den reibungslosen Verkehr sorgt. Beide sagen uns, dass wir fünf Minuten warten sollen. Aber alles ist hektisch, man lässt schon wieder neue Leute an Bord, die Fähre will gleich schon wieder ablegen. Jemand wird zu uns geschickt, der uns fragt, ob er die Stufe ganz abtrennen soll? Dranbauen kann man die auf die Schnelle eh nicht. Also gut, Kabel durchschneiden, isolieren und fertig. Er sagt, dass der Schaden nicht allzu groß sei, und im ersten Moment sieht das auch so aus. Wir wollen die Stufe schon in unsere Garage legen, aber dann sehen wir, dass der Schacht total verzogen ist. Das wird nix mehr mit dieser Trittstufe. Wir schmeißen sie in die nächste Mülltonne. Und an die Versicherung denken wir gar nicht erst. Man ist zwar vollkaskoversichert und was nicht alles, aber am Ende bezahlt man ja doch jeden Scheiß immer selbst. Eigentlich hatten wir vor, uns in Chora Sfakíon noch etwas aufzuhalten, aber danach steht uns jetzt der Sinn nicht mehr. Wir fahren direkt weiter in Richtung Frangokastello, wo es einen FKK-Strand namens Orthi Ammos geben soll, was übersetzt Steiler Sand heißen soll. Das letzte Stück zu diesem Strand geht über Schotterpiste, und den Strand finden wir dann gar nicht so toll. Außerdem ist da gar keiner nackert. Also bleiben wir nicht da, sondern fahren weiter nach Plakiás.



da haben wir die Bescherung, die Trittstufe ist ab



noch ein Blick auf Chora Sfakíon von oben



es geht wieder durch mehrere Dörfer



in Frangokastello gibt es diese Strandbucht - Órthi Ámmos



und noch eine Durchfahrt

Die Ortsdurchfahrten sind immer anstrengend, so eng und kurvenreich. Annette ist mittlerweile auch keine gute Beifahrerin mehr. Hinter jeder Kurve sieht sie das Unheil, nachdem wir in den letzten Jahren einen Auffahrunfall hatten (bei dem das Wohnmobil erst seit 1 Stunde in unserem Besitz war, bloß Überführungskennzeichen hatte und nur haftpflichtversichert war). Das nächste war in Biarritz, als ein Baum ganz plötzlich umgeknickt war bei Starkwind und auf unsere Windschutzscheibe krachte. Das dritte war letzten Oktober, als ein Spanier beim Rückwärtseinparken in unsere Stoßstange gefahren war. Und alles immer schön auf der Beifahrerseite. Und dabei will der Herbert unbedingt einen Kastenwagen von Mercedes mit Allrad, er will unseren La Strada verkaufen. Und Annette zittert bei jedem Kilometer auf der Straße. na ja. Jedenfalls kommt in Selliá eine Abbiegung nach Plakiás und Souda. Annette würde lieber die herkömmliche Route nehmen über Mýrthios, aber jetzt biegen wir halt ab und freuen uns auf schöne steile Serpentinen, die hinunterführen nach Plakiás. In Plakiás stellen wir uns erstmal auf die regulären Parkflächen parallel zum Strand, gehen ins Wasser und verbringen den Rest des Tages draußen unter den alten Tamarisken. Laut Campingkatalog, den wir uns im Freistaat Sulzemoos mitgenommen und nicht weggeschmissen hatten, kostet eine neue Trittstufe 360 EUR. Dann noch der Einbau und hoffentlich keinen allzu großen Schaden am Unterboden. Am frühen Abend kommen starke Windböen auf, die stoßartig gegen unser Fahrzeug drücken. Wir gehen früh zu Bett.



wir schlängeln uns hinunter nach Plakiás



da unten tut sich die Bucht von Plakiás auf



Plakiás hat uns wieder

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