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Wir hatten uns Marokko ganz anders - schlechter - vorgestellt. Insbesondere, was die Straßen und die gesamte Infrastruktur angeht; das Einkaufen; wie man sich zu kleiden hätte usw. Die Straßen sind bis auf wenige Ausnahmen, die wir dann ja auch beschrieben haben, in gutem Zustand. Dass so wenig Verkehrsaufkommen auf den Überlandstraßen herrscht, macht das Fahren sehr angenehm. Vor allem im Atlas-Gebirge.

Landschaftlich gesehen ist Marokko ein einziger Traum, aus dem man nicht mehr erwacht, solange man sich im Land aufhält. Wir haben noch nie in so kurzer Zeit so viele Fotos gemacht. In 70 Tagen haben es über 1.300 Fotos in unseren Reisebericht geschafft, wobei wir etwa das fünffache an Fotos geschossen haben. Ganz besonders während der Fahrt. Wir haben fast ausschließlich unsere Vollformatkamera benutzt, die Canon EOS 5D Mark II.

Das Reisebuch - Reise Know-How Marokko, von Erika Därr - das ja als Bibel für Marokko gilt, können wir allen Marokkofahrern nur empfehlen. Es ist so umfangreich und informativ, mit etlichen Stadtplänen und AusschnittvergrößerungenWir hatten das Buch täglich mehrmals in der Hand, auch im Rucksack mitgenommen, und es sieht nach 10 Wochen immer noch aus wie neuWir hatten auch mal einen Blick in das Reisebuch Marokko vom Womoverlag, von Edith Kohlbach geworfen. Aber das Buch kann überhaupt nicht mit dem Reise Know-How mithalten.

Wir haben auch noch nie so viele Kilometer in so kurzer Zeit zurückgelegt. Alle Regionen - bis auf die Strecke von Agadir die Küste hinauf bis Tanger - haben uns sehr gefallen. Je tiefer man ins Hinterland vorstößt, desto authentischer werden Land und Leute. Die Marokkaner sind sehr herzliche Menschen mit einer großen Portion Neugier für uns Fremde, was uns aber nie gestört hat. Sie wollen immer für ihr Leben gern wissen, welcher Nationalität man ist. Sie freuen sich auch immer sehr, wenn man sie nach dem Weg fragt und überhaupt ein paar Worte mit ihnen wechselt. Man kann in Marokko so sein, wie man ist, wenn man das als Europäer nicht längst verlernt hat.

Das Einkaufen wurde uns zunehmend schwieriger. ObstGemüse, Brot und Fleisch waren überall zu haben, aber alles andere häufig nur bei Marjane, der marokkanischen Supermarktkette (Metro). Ausländische Produkte - meist französischer Herkunfthatten absurd hohe PreiseEinheimische Produkte wie Juice, Marmelade schmeckten oft wie Bonbon. Orangen waren zum Auspressen viel zu trockenGrapefrüchte eigneten sich wiederum sehr gut; es gab sie allerdings fast nur bei MarjaneGern haben wir in den winzig kleinen Läden, die es so zahlreich in jedem Dorf gibt, eingekauft und unser Geld dort ausgegeben statt ausschließlich in der großen Supermarktkette.

Sehr gestört hat uns, wie man mit den Tieren umgeht, die nichts weiter zu sein scheinen als Gegenstände, die zu funktionieren haben. Esel und Pferde sind die fleißigsten Arbeiter im ganzen Land, aber sie wurden immer viel geschlagen, obwohl sie doch nicht mehr tun können, als im Eiltempo geradeaus zu rennen und Waren und Lasten zu schleppen oder zu ziehen. Die meisten von ihnen waren in einem erbarmungswürdigen Zustand.

 

Und wer findet, dass Marokko ein dreckiges Land sei, ist wahrscheinlich noch nie in Griechenland gewesen. Wir finden, dass sich der Müll und Unrat in Grenzen gehalten hat.

Schon nach den ersten paar Tagen im Land wurde uns bewusst, dass unsere erste Reise nach Marokko nicht die letzte gewesen sein wird. Kleine Unliebsamkeiten, die wir hier und da mal hatten und die wir dann ja auch beschrieben haben, konnten unseren Gesamteindruck vom Land jedenfalls nicht verleiden. Wir haben versucht, so viele Eindrücke wie möglich festzuhalten, alles so zu dokumentieren, dass der Leser am Ende das Gefühl hat, er wäre selbst in Marokko gewesen.

Und da der Geruchssinn ja das beste Gedächtnis hat, werden wir bei Minze jetzt jedesmal an Marokko erinnert sein. (Spearmint-Kaugummi riecht und schmeckt ungefähr so.) Wir freuen uns schon auf unsere zweite Reise nach Marokko. Dann wird unsere Route eine andere sein, damit wir noch viele andere Facetten von diesem großen und großartigen Land kennenlernen.