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Dienstag, 24. Oktober 2017



wir sind auf der alten Brennerstraße

Eine kalte und windige Nacht liegt hinter uns. Morgens sehen wir, dass wir direkt an der Weihenstephan-Arena übernachtet hatten. Nach dem Frühstück geht es weiter, wobei uns das viele Fahren doch schon etwas anstrengt. Wir sagen einander, wenn unser Urlaub nur drei oder vier Wochen betragen hätte wie bei den meisten, so wäre der Erholungseffekt mittlerweile aufgebraucht. Vielleicht ist die Fahrt durch die Berge auch etwas zuviel, wenn auch sehr schön, denn eigentlich lieben wir die Berge ja. Los geht es also, und wie immer wollen wir die alte Brennerstraße befahren, nicht die Brennerautobahn. Es geht durch Gossensaß und Gries und Steinach, bis wir Matrei a. Brenner erreichen, wo eine Absperrung darauf hinweist, dass die weitere Fahrt nur für Anlieger frei sei und dass man die Umleitung über die A13 nehmen solle. Wir fahren erstmal durch Matrei hindurch, müssen dann aber umkehren. Vor der Auffahrt auf die Autobahn werden wir noch von einer größeren Gruppe Polizisten angehalten. Sind wir etwa zu schnell gefahren? Fahren Sie mal rechts ran. Dann stellt sich einer der Polizisten vor die Windschutzscheibe und schaut hinein. Gut, Sie können weiterfahren.



Durchfahrt durch Brenner



die Fahrt ist hübsch, und wir nehmen immer die alte Brennerstraße

Mit einem mulmigen Gefühl fahren wir auf die Autobahn. Was ist jetzt damit, dass wir keine Vignette für Österreich haben? Was ist mit der Maut für den Brenner, den wir ja gar nicht befahren wollten? An der Zahlstation (Motorräder und Autos 9 EUR, keine weiteren Preisangaben) sagen wir dem Kassierer, dass wir von der Umleitung in Matrei kommen, gar nicht auf die Autobahn wollten. Zur Zeit gebe es keine andere Möglichkeit, heißt es lapidar, und die 9 EUR sind fällig. Die sind uns ja egal, aber was ist jetzt mit der Vignette? Wir sind am Zittern, erinnern uns an damals im Oktober 2010, als wir mit dem Phoenix mal bis Kufstein-Süd auf der Autobahn blieben, weil erst ab Kufstein-Süd die Vignettenpflicht galt. Später kam ein Brief aus Österreich ins Haus: Wir hatten 220 EUR Strafe zu zahlen, da die Vignettenfreiheit nur für Fahrzeuge bis 3,5t galt. Ja Servus. Jetzt rollen wir also dahin und sehen dann, dass die Vignettenpflicht erst ab Innsbruck-Süd gilt.



aufgrund der Umleitung sind wir also auf der Autobahn



was für schöne Aussichten

Also schnell herunter in Innsbruck-Süd und weiter über Land in Richtung Hall und Schwaz und Wörgl. Ganz schön was los hier auf den Straßen, ganz anders, als wenn man über Lienz und durch den Felberntauerntunnel fährt. Bei Schwaz werden wir wieder von der Polizei angehalten. Man fragt, ob sich noch weitere Personen im Fahrzeug befinden? Mittlerweile haben wir im Radio gehört, dass es eine Schießerei in Innsbruck gegeben hat, und dass einer der Täter noch flüchtig ist. Unsere alte Heimat rückt immer näher, auch auf österreichischer Seite kennen wir oder zumindest der Herbert sich ja richtig gut aus. In Kufstein halten wir an und kaufen in einer Konditorei etwas Kuchen für den Nachmittag bei Herberts Exfrau, bei der wir unsere Tournee beginnen, die ganze Bagage wiederzusehen. Dann geht es nach Ebbs, wo Annette in dem kleinen Würstlladen Mayer Hirschboxen und Kaminwurzen und Gamsbeißer kaufen will. Gottlob haben die heute geöffnet, denn letztens im April hatten sie ja die ganze Woche geschlossen. Wir fahren dann über Oberaudorf nach Kiefersfelden zu Herberts Exfrau, uns endlich mal ihre neue Wohnung anschauen. Die Wohnung selbst kennen wir, denn ihr neuer Mann hat sie bald zehn Jahre bewohnt, aber jetzt wohnen die beiden zusammen darin. Vor zehn Jahren hatte Herbert seine Exfrau praktisch gezwungen, diese Wohnung zu ersteigern. Sie wollte gar nicht, und Herbert hatte ihr gedroht, dass er sich dann nie mehr für sie einsetzen würde und ist auch mit zum Gericht gefahren zur Versteigerung. Seitdem ist sie total froh, die Wohnung zu besitzen. Sie sagt immer: Ich weiß, ich hab' es schon tausendmal gesagt, aber ich bin froh, dass du mich damals so dazu gezwungen hast.



wir erreichen Kufstein



Servus Oberaudorf



3 Meter zehn, das packen wir locker

Die Widersehensfreude ist so groß wie die Wohnung klein ist. Klein und richtig niedlich und gemütlich. Wir haben viel zu erzählen und schön ist es, dass auch ihr neuer Mann da ist. Mit dem verstehen wir uns auch so gut. Die Zeit fliegt, und am Abend fahren wir alle zum Hotel Zur Post, wo wir essen wollen. Ein schöner Abend, wenn auch die drei anderen mit ihrem Essen nicht so zufrieden sind. Annette hat ein Tiroler Grösti, das gar nicht auf der Karte stand, aber Herbert sollte mal nachfragen, ob sie trotzdem eines herrichten könnten? In Deutschland muss immer der Herbert alles fragen und sagen, und im Ausland immer Annette. Ist doch gerecht aufgeteilt. Nach dem Essen und der Verabschiedung tun wir zwei noch ein paar Schritte durch Kiefersfelden, denn der Abend ist ungewöhnlich mild. Mit dem La Strada übernachten wir diesmal nicht am Hallenbad, weil da gebaut wird, sondern am Bahnhof, wo man eine Fläche für Wohnmobile ausgewiesen hat. Drei Wohnmobile sind schon da, davon zwei Kastenwagen. Auf dem Bummel durch abendliche Kiefersfelden überkommt uns mal wieder der Gedanke, uns wieder in Oberbayern anzusiedeln, aber irgendwie sehen wir die mittlerweile perversen Immobilienpreise nicht ein. Als wir wieder an Bord sind, empfängt uns eine Wolke aus Kaminwurzen usw. Die Nacht scheint mild zu werden.



auf geht es nach Kiefersfelden bzw. in die Kiefer, wie die Einheimischen sagen



unsere Tagesroute ca. 130km

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