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Samstag, 01. Oktober 2016



die Wohnung selbst ist sehr schön, aber wir haben viel zu wenig - gar nicht - auf die Lage geschaut

. . . und wenn sie nicht gestorben sind, dann schreiben sie noch heute. Und weil wir nicht gestorben sind, wollen wir jetzt endlich mal schreiben, wie es mit uns  oder bei uns - weitergeht. Wir waren in den letzten drei Wochen damit beschäftigt, unsere Wohnung zu verkaufen. Wir haben schon seit längerem beschlossen, sie nicht zu behalten. Es ist nicht unsere Gegend hier; es ist eine abgehängte Region, in der nichts mehr passiert. Ansonsten hätten wir die Wohnung behalten, egal wie wenig wir sie nutzen würden. Aber wir wollen in dieser Region hier nicht alt werden; ein unerträglicher Gedanke. Schon vorm Losfahren im April hatten wir Fotos von der Wohnung gemacht, und die Verkaufsanzeige am 23. August veröffentlicht. Die Resonanz war groß, was wir überhaupt nicht erwartet hatten. Am 09.09. waren wir zurück von Griechenland, und am 10. und 11. waren schon die ersten Besichtigungen. Diejenigen vom 11. September hatten schon die Zusage gemacht, die Wohnung zu kaufen. Diejenigen hätten finanzieren müssen, und so waren wir offen für weitere Interessenten. Die nächste Besichtigung war am 16. September, eine Frau. Viel Lippenstift, viel Parfum, wehender Mantel (Jahrgang '53). Ihr sagten wir, dass die Wohnung schon reserviert sei, wir aber darauf warten, ob jemand die Wohnung schneller nimmt oder evtl. mit den Möbeln. Sie war Feuer und Flamme und sagte zwei Tage später zu, die Wohnung zu kaufen, sogar mit den Möbeln, nur damit sie an erster Stelle als Käuferin steht. Sie sei aus Landau, wo sie auch schon jemanden für ihre Eigentumswohnung hätte, und sie wolle unbedingt von da weg. Recht schnell waren wir uns einig über die Gesamtsumme, aber irgendwie war alles zu schön, um wahr zu sein. Sollten wir wirklich nur unsere Kartons packen und unsere persönlichen Sachen und so leicht aus der Nummer herauskommen? Die Frau gab uns ein Schreiben ihrer Bank, dass sie über die nötige Kaufsumme verfüge, und eine Ausweiskopie. Der Notartermin wurde für den 4. Oktober gemacht. Dann, als der Kaufvertragsentwurf kam, kam der Anruf, den wir irgendwie schon erwartet hatten. Sie würde vom Vertrag zurücktreten, da sie die Möbel ja nicht brauche und wegschmeißen würde. Sie wollte uns das Geld für die Möbel auch erst bei Wohnungsübergabe geben, nicht vor Vertragsunterzeichnung oder mit in den Notarvertrag geschrieben haben. Da wussten wir schon, dass sie uns irgendwie berumsen wollte. Tags darauf schickte sie uns die Papiere zurück, die wir ihr ausgehändigt hatten (Teilungserklärung usw.) Dazu ein Schreiben, dass sie nach wie vor sehr gern die Wohnung kaufen würde, wenn wir das Thema Möbel vom Tisch bekämen oder eine für beide Parteien befriedigende Lösung finden könnten. Jetzt hatten wir uns so lange von ihr hinhalten lassen. Daraufhin hatten wir wieder Kontakt aufgenommen mit dem Paar vom 11. September, das ganz geknickt war wegen unserer Absage. Das Paar hat immer noch großes Interesse am Kauf der Wohnung, hat aber derzeit familiäre Probleme (mit ihrem erwachsenen Sohn). Woraufhin Herbert fast erleichtert sagte, dass wir den Kauf dann gern auf nächstes Frühjahr verschieben können, damit wir den Umzug nicht im November machen müssen. Eine gute Lösung für beide Seiten. Und wenn nicht, dann starten wir im nächsten Frühjahr eine neue Verkaufsaktion. Die Wohnung werden wir auf jeden Fall los, das haben wir an der guten Resonanz gemerkt. Fünf Besichtigungen und etliche Anrufer, die wir abgewimmelt hatten mit den Worten "die Wohnung ist schon so gut wie verkauft". Und wir dachten, in dieser Region hier wäre die Wohnung bestimmt schwerverkäuflich. Aber jetzt wollen wir erstmal wieder auf Reisen gehen und nicht länger hier ausharren. Es sind nur noch Termine am 6. und 10. Oktober, und dann sind wir weg.

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