Mittwoch, 14. Oktober 2015



weiter geht unsere Fahrt durch Spanien - es grüßt der Stier

Hier auf dem Rastplatz hatten wir ja alle Fenster verrammelt mit den Rollos, sodass wir jetzt in der Früh gar nicht sagen können, ob die Morgendämmerung schon eingesetzt hat. Was, schon halb acht? Um Gottes willen. Nur gut, dass Annette die deutsche Version schon gestern Abend geschrieben hatte. Bevor wir dann losfahren, prüfen wir wieder, ob noch alles dran ist am Fahrzeug und vor allem an den Fahrrädern. Die Nacht war übrigens relativ ruhig, was die Kühllaster angeht, die üblicherweise auf solchen Rastplätzen über Nacht stehen. Einige Meter von uns entfernt steht dann sogar ein La Strada Avanti. Wir freuen uns immer, wenn wir La Stradas sehen; die sind doch eher selten. Was man viel sieht, sind Pössl und Globecars.



das Land ist karg und kaum besiedelt

Heute liegt eine gigantische Strecke vor uns. Es geht durch fast unbesiedeltes Land. Bis Burgos haben wir noch 10,80 EUR Maut zu zahlen, danach ist alles frei auf der A62, der Autovía de Castilla. Wir hören Radio Tropical, wo sie nur Latinomusik spielen. Annette holt das 5-CD Album "Das waren unsere Hits" aus dem Schrank. Frank Schöbel mit "Lieb' mich so, wie dein Herz es mag (Lieb' mich so und nicht anders, oh na-ha-ha-hein)" und dutzende anderer toller Titel aus dem Osten. Man muss richtig schmunzeln ob so vieler Schnulzen. Wir rollen schön dahin über Valladolid und Salamanca in Richtung Portugal. Wir haben uns überlegt, dass wir doch zügig nach Portugal wollen. Das ist einfach unser Land; da fühlen wir uns wohl und kennen wir uns aus. Irgendwann hinter Salamanca, bei Sancti Spíritus oder so, sehen wir die ersten Korkbäume. Zuerst nur vereinzelt und dann ganze Wäldchen von ihnen. Hach, da geht uns schon gleich das Herz auf. Wir freuen uns schon wieder so auf Portugal; es ist jedesmal wie eine Heimkehr. (Der Bordeaux-Wein, den wir vorgestern aufgemacht hatten, hatte übrigens einen Plastikkorken, grr.) Auf spanischer Seite tanken wir noch für 1,03 EUR/L. Für die Strecke durch Spanien hatten wir 61 Liter Diesel gebraucht. Dann erreichen wir Portugal. An einem kleinen Souvenirladen sehen wir den bunten Hahn, den Gockel, den man Gallo nennt und der eine Art Wahrzeichen von Portugal ist. (Annette hat ihn auch bei sich am Rucksack als Anstecknadel.) Hach, Portugal. Unser jetziges Ziel ist Guarda, wo wir auf dem Stellplatz übernachten wollen. Wir fahren noch schnell hoch in die Stadt, auf der Suche nach einem MEO-Geschäft. Das ist schnell gefunden, und wir kaufen uns eine SIM-Karte fürs Internet mit 15 Tagen Zugang, 15GB, für 15 EUR plus 10 EUR für die SIM-Karte. In der Sonne ist es richtig heiß, ansonsten sind es heute nur 13°C. Wir sind die einzigen auf dem Platz. Das rot-weiße Warnschild bauen wir jetzt ab und spielen abends wieder Scrabble.



hier stehen schon die ersten Korkbäume



wir erreichen den Grenzort Fuentes de Oñoro



immer noch Grenzland



Ankunft auf dem Stellplatz von Guarda, Portugals höchstgelegener Stadt



unsere Tagesroute ca. 511km

back       |      next