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Montag, 11. November 2013



unsere Fahrt geht durch herbstliche Gefilde

Mit dem Weiterfahren haben wir es heute früh nicht so eilig. Auch überlegen wir, ob wir von hier aus nach Zahara, dem nächsten Dorf auf der "Route der weißen Dörfer" fahren sollen oder ob nicht irgendwann ein Ort aussieht wie der andere? Wir sagen uns, dass wir Zahara ruhig auslassen können und stattdessen zum übernächsten Ort namens Setenil de las Bodegas fahren sollen. Und zwar über Ronda, weil diese Strecke leichter zu fahren zu sein scheint. Und so kommt es, dass wir erst um halb zwölf losfahren. Es ist eine hübsche Fahrt und jetzt ist wohl auch die beste Reisezeit für diese Region, jetzt da alles so herrlich herbstlich gefärbt ist. Kurz vor Ronda steigen wir nochmal auf eine Höhe von 702m, auf dem Puerto de Montejaque. Na immerhin.



so schön ist immer nur die Natur



so sieht das Land um Ronda herum aus



Durchfahrt durch die engen Straßen von Arrete



wir ereichen unser Tagesziel Setenil de las Bodegas

Ronda lassen wir dann aus, denn da waren wir vor vielen Jahren schon mal. Weiter geht es durch die engen Straßen des Dorfes Arriate und dann erreichen wir auch schon bald unser heutiges Ziel: Setenil de las Bodegas. Schade nur, dass hier kein richtiger Parkplatz auf uns wartet. Nach einer kompletten Durchfahrt durch Setenil, den Berg hinauf und wieder hinunter, stellen wir uns auf einen Parkstreifen am Straßenrand und steigen von da aus hinab in die Stadt.



hier am Straßenrand können wir parken

Auf den ersten Blick gefällt uns Setenil gar nicht so besonders. Es hatte geheißen, dass es hier einen gewaltigen Felsüberhang gibt, unter dem sich die Häuser ducken. Als wir jetzt die Straße mit den gewaltigen Felsen (Höhlen) auf beiden Seiten erreichen und den vielen Restaurants, die sich darunter befinden bzw. ducken, finden wir das irgendwie kitschig. Auch stehen auf dieser Straße viel zu viele Autos und es fahren auch ständig welche hindurch.



Cuevas del Sol y de la Sombra - die Höhlen der Sonne und des Schattens

Auf einer angebrachten Tafel lesen wir, dass sich die Straße Cuevas del Sol y de la Sombra nennt: Höhlen der Sonne und des Schattens. Und zwar bezieht sich der Name auf die Menge an Sonne, die auf die Felsen scheint. Die Höhlen der Sonne - wo sich die Restaurants befinden - sind nach Süden ausgerichtet und sind wärmer als die im Schatten. Dennoch herrscht im Innern der Höhlen auf beiden Seiten ein ganz besonderes Mikroklima, das kühlere Temperaturen im Sommer und etwas wärmere im Winter hält.



alles duckt sich unter die Felsüberhänge



ein kleiner Fluss windet sich hier durch



ganz Setenil wird von den Felsen dominiert



auf der Calle Jabonería sind es ganz normale Wohnhäuser, die sich in die Felsen schmiegen

Unser Weg führt dann weiter zur Calle Jabonería (Jabon=Seife), deren Name vermutlich auf die Existenz eines Seifenmarktes oder einer Seifenfabrik zurückgeht, was im 18. Und 19. Jh. üblich war. Oder aber haben die Frauen hier damals ihre Wäsche gewaschen? Im Fluss, der durch diese Straße führt. Jedenfalls stehen auch hier die gewaltigen Felsen, die sich durch den ganzen Ort ziehen. Nur sind die Häuser, die sich unter die Felsen ducken, hier ganz normale Wohnhäuser, die auch heute noch bewohnt sind. Hier gefällt es uns schon besser. Jetzt überqueren wir den Fluss und stoßen auf die Calle Herrería (Herrería=Schmiede).



steil und eng geht es die Calle Herrería hinauf

Die Calle Herrería ist extrem schmal und steil und gilt als eine der ältesten Straßen des Ortes. Auch hier ist eine Infotafel in spanisch, englisch und französisch angebracht. Und so erfahren wir, dass es auf dieser Straße mal eine Schmiede gegeben hat, und dass sich die Häuser - die meisten von ihnen sind Höhlenhäuser - perfekt an den jähen Abhang angepasst haben. Die Häuser würden die natürliche Höhlenform im Felsen zu ihrem Vorteil nutzen. Die Calle Herrería hinaufgekraxelt und oben angekommen, stoßen wir auf den Plaza de Andalucía, einen ganz hervorragend angelegten Platz, der natürlich auch von Felsen umgeben ist und dessen Häuser sich auch in den Felsen bzw. Höhlen befinden.



oben angekommen, stoßen wir auf den Plaza de Andalucía



auch auf dem Plaza de Andalucía sind die meisten Häuser in die Felsen gebaut



der Plaza de Andalucía ist sehr hübsch angelegt



überall gibt es Wohnhäuser zu sehen, die höhlenartig gebaut wurden



die Autos winden sich die engen Straßen hinauf



von etwas weiter oben haben wir noch mal einen schönen Blick auf den Plaza de Andalucía



von ganz oben können wir Setenil aufs Dach schauen

Wir kraxeln immer noch weiter hinauf und sind mittlerweile ganz begeistert von Setenil. Wie die Leute früher die Häuser so in die Felsen gebaut haben, ist schon bemerkenswert. In prähistorischer Zeit als natürlicher Schutz und vielleicht auch aus der Armut heraus. Man muss gut zu Fuß sein, will man Setenil besuchen, denn der Ort ist überaus steil. Ganz oben angekommen, können wir der Stadt über die Dächer schauen und machen uns dann an den Abstieg, auf dem wir noch an einer entzückenden kleinen Kapelle, der Ermita de San Benito, vorbeikommen. Wir wandeln noch durch manche Gasse, deren Wohnhäuser überaus elegant aussehen. Vor allem Die Eingangstüren und der kleine Vorraum, ohne den kein spanisches Wohnhaus besteht. Richtig feudal haben es manche der Bewohner.



jetzt machen wir uns an den Abstieg (da unten ist schon die kleine Kapelle San Benito zu sehen)



Blick auf die Kapelle bzw. Ermita de San Benito



an vielen Stellen sind dreisprachige Infotafeln angebracht



wie heimelig alles ausschaut



Blick in einen der Vorräume der eleganten Wohnhäuser - die meisten Türen stehen ja immer offen



wir sitzen im Restaurante La Tasca unter den gewaltigen Felsvorsprüngen

Bevor wir heimgehen, kehren wir noch in eines der Restaurants in den Felsen ein. Auf ein paar Tapas. Es ist schon komisch, so unter den Felsen mit ihren schwarzen Decken zu sitzen. Dann sind wir zurück am Phoenix, und weil wir hier ja nicht stehenbleiben können, fahren wir nun weiter zum nächsten weißen Ort namens Olvera. Dort soll es sogar einen richtigen Stellplatz geben. Hoffentlich gibt es den noch.



das Innere des Restaurants ist natürlich auch höhlenartig



ein letzter Blick auf Setenil vor unserer Weiterfahrt



links Olvera - rechts Torre Alháquime

Es ist etwa 16 Uhr und was für ein goldenes Licht während unserer Weiterfahrt. Weit ist es ja nicht bis Olvera, nur 15km. Kurz vor unserem Ziel haben wir einen herrlichen Blick auf Olvera und Torre Alháquime, beide Orte schneeweiß. Wenige Kilometer vor Olvera kommen wir an einer Kapelle, der Ermita Los Remedios, vorbei und halten mal an. Herbert steigt aus für ein Foto und kommt und kommt nicht wieder. Wo bleibt er denn nur? Nach zehn Minuten ist er wieder da. Er war im Innern der Kirche, die wie eine richtige kleine Oase ist.



kurz vor Olvera halten wir an der Ermita Los Remedios



im Innern ist alles so prächtig und schön fürs Auge


 



wir erreichen Olvera

Jetzt also nach Olvera hinein. Von weitem ist der Blick auf die festungsartig angelegte Kirche und maurische Burgruine hoch oben auf dem Berg einmalig schön. Im Ort ist der Stellplatz dann nicht ausgeschildert - wir haben ihn im Navi unter Promobil, das uns in eine jäh abfallende Straße führt. Immer weiter entfernen wir uns von Olvera, mehrere Kilometer, und immer bergab, bis wir schließlich auf einem riesigen Stellplatz ankommen. Der Ausblick ins Umland ist hier umwerfend. Und sogar Strom und Wasser gibt es hier. Jetzt tun wir aber nicht mehr viel und freuen uns auf einen gemütlichen Abend.



hier entlang zum Stellplatz von Olvera



der Stellplatz ist gut angelegt, wenn auch ziemlich weit von Olvera entfernt



der Platz ist großzügig und bietet tolle Ausblicke aufs Umland



solche Ausblicke tun der Seele gut



unsere Tagesroute ca. 63km

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