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Donnerstag, 28. November 2013



wir sind beim Einkaufen

Um 9 Uhr auf die Minute hören wir Manfred schon unseren Generator einschalten; da können wir uns denken, dass sein Bordstrom wieder zusammengebrochen ist. Als wir um 10 Uhr losfahren wollen zum Lidl, um zu schauen, ob sie denn nun die Adventkerzen haben oder nicht, kommt er und sagt uns, dass er gestern Abend noch einen Generator (Honda 20i), einen Ladeautomaten und neue Batterien bestellt hat. Die ersten beiden Sachen werden aus Deutschland geliefert, aber als er die Adresse vom Stellplatz angibt, sagt man ihm, dass diese Adresse nirgends im System als Lieferadresse existiert. Wir sagen ihm, dass er doch mal im Hotel Tivoli gleich neben dem Stellplatz fragen soll, ob er deren Adresse nehmen darf. Aber weil sein Englisch nur rudimentär ist, bittet er Annette, ob sie mal fragen gehen kann? Also geht Annette los, und im Tivoli würde man die Lieferung auch problemlos annehmen, aber das Tivoli schließt am Samstag für einen Monat. Man sagt ihr, sie solle mal an der Rezeption der Marina fragen. Das macht sie und man ist mehr als bereitwillig dort, gibt ihr die Adresse der Marina aus einem Prospekt heraus. Als Annette dann Manfreds Namen als Empfänger der Pakete aufschreiben will, will man die Liegeplatznummer und den Bootsnamen von ihr wissen. Als sie dann erfahren, dass Annette gar kein Boot hat, sondern zum Stellplatz gehört, ist der Ofen aus. Man dürfe nur Lieferungen für die Bootsleute annehmen, Ausnahmen sind da nicht möglich. Annette setzt allen Charme ein, sagt auch, dass es dringend ist, kommt aber nicht weiter. Es ist ein komisches Gefühl, so unverrichteterdinge wieder zu gehen. Wurde ihr schon jemals etwas abgeschlagen? Sie kann sich nicht erinnern.



ein Blick auf die Fressmeile vom Continente Einkaufskomplex

Dann fahren wir zum Lidl, aber die dicken Kerzen haben sie nicht; nur ganz kleine, die wir nicht gebrauchen können. Noch schnell zu Fuß zum Continente auf der anderen Straßenseite, wo wir Fleisch für eine Soljanka und ein gebratenes Hähnchen kaufen. Auch eine Mangotorte, die heute nur 50% kostet. Wieder zurück am Stellplatz erfahren wir von Manfred, dass die Batterien, die er in Portimão bestellt hat, morgen geliefert werden, eventuell schon heute. Man würde ihn dann anrufen. Wir sitzen alle zusammen bei Mangotorte, nachdem wir bis 15:15 Uhr vergeblich auf Hanni-Sabine Hansen gewartet haben, die doch um 14:30 Uhr mit Brot und Kuchen kommen wollte, als das Telefon klingelt. Es ist der Batteriehändler. Manfred quält sich kurz auf englisch und reicht das Telefon dann weiter an Annette. Die Batterien würden schon heute da sein und man würde sie zum Stellplatz liefern. Aber für die Rechnung bräuchte man den Namen von Manfred und dessen Steuernummer - fiscal number. Ohne die könne man keine Rechnung schreiben und ohne Rechnung dürfe man die Batterien nicht transportieren, denn wenn man mit Neuware ohne Rechnung unterwegs von der Polizei angehalten würde, müsse man eine gehörige Strafe zahlen. Wir haben so eine Steuernummer nicht, sagt Annette ihm. Manfred wäre eine Privatperson, keine Firma. Ob der Händler nicht irgendeine Nummer nehmen könne usw. Das Gespräch geht hin und her, und gottlob können die Portugiesen alle englisch, wobei diese Geschichte ja nicht mal auf deutsch zu verstehen ist. Wäre uns das in Spanien passiert, sähen wir alle alt aus. Der Händler will jetzt mit seinem Boss sprechen und sich wieder melden. Derweil dämmert es Manfred und Rosi, dass sie seit etwa zwei Jahren eine Steuernummer haben; jeder Deutsche hätte so eine Nummer vom Finanzamt bekommen. (Da sieht man mal, wie lange wir schon aus Deutschland weg sind.) Sie suchen diese Nummer heraus und als der Händler wieder anruft, kann Annette sie ihm präsentieren. Jetzt läuft alles glatt; in einer Stunde will er kommen und die Batterien bringen.



auf der oberen Etage



nachmittags sitzen wir wieder alle zusammen

Derweil ist auch Hanni-Sabine da, die mit lautem Hupen auf den Stellplatz gefahren ist. Kuchen brauchen wir jetzt keinen mehr, aber ein großes Schwarzbrot kaufen wir. Hanni-Sabine kommt jetzt nicht mehr täglich auf die Stellplätze gefahren, sondern nur noch montags und donnerstags, nachdem man sie fast gelyncht hätte, so groß, wie der Konkurrenzkampf hier geworden ist. Eine Finnin, die fließend deutsch spricht mit einem ganz süßen Akzent, kauft sechs Stück Apfelkuchen. Hanni-Sabine backt in der dritten Generation, hat ihre Backstube bei Silves und wir kennen sie und ihre gute Ware noch vom letzten Jahr. Dann kommen die Batterien und anschließend haben wir uns doch wahrlich ein Glas Rotwein verdient. Wieder können wir bis halb sieben draußen sitzen. Vielleicht fahren wir morgen mal zum dem Bücherladen in Carvoeiro und tauschen dort unsere ausgelesenen Bücher.



alle stehen bei Hanni-Sabine Hansen an

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