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Sonntag, 22. März 2015



frohgemut trotz Regen kommt Annette vom Bäcker zurück

Regen, Regen, die ganze Nacht hindurch. Wo sind wir hier gelandet? Und so oft, wie wir jetzt heizen müssen - morgens und abends und tagsüber auch - hatten wir im Winter in der Algarve ja nicht. Annette läuft schnell zum Bäcker und kauft Brot und während wir beim Frühstück sitzen, macht Herbert sich mal den Spaß und zählt die Wohnmobile, die hier auf der Hauptstraße von St-Jean-de-Luz durchkommen. In zwanzig Minuten sind es 28 Wohnmobile. Um Gottes willen, wie soll das mit dem Massentourismus noch weitergehen? Na, wenigstens hört der Regen auf. Wir warten dann noch bis 14 Uhr und wollen dann losfahren. Die Straßen sind trocken, und wir wollen einerseits dem Lärm entkommen und andererseits in regenfreie Regionen fahren. Weiter nördlich ist auf der Wetterkarte kein Regen zu sehen.



am Nachmittag fahren wir weiter in Richtung Norden

Also, auf geht's. Wir halten uns in Richtung Bayonne, durchfahren Tarnos und Ondres und viele kleine baskische Ortschaften. Hinter Bayonne halten wir uns in Richtung Capbreton, weil Herbert gern die Küstenstraße entlangfahren will. Um Gottes willen, das kann man doch heute kaum noch vor lauter Kreisverkehren und Buckeln (diese Erhöhungen, die den Fahrer zum Abbremsen zwingen). Als wir Capbreton erreichen, wollen wir zurück zur Nationalstraße, der N10. Das dauert bis zum Ort St-Vincent-de-Tyrosse. Von dort aus geht es direkt zur A63. Nanu, gibt es die N10 nicht mehr? Auf unserer alten Landkarte vom ADAC gibt es sie noch, aber auf einer neueren, die Annette jetzt hervorholt, ist es die A63 und kostenpflichtig. Na toll. Beim Auffahren auf die A63 steht dann aber nichts von Péage (Bezahlen) in Richtung Bordeaux. In Richtung Süden steht Péage. Fahren wir also drauf.



in Bayonne geht es übers Wasser




Durchfahrt durch Capbreton, aber vor lauter Kreisverkehren kommt man viel zu schleppend voran



Durchfahrt durch St-Vincent-de-Tyrosse, auf dem Weg zur vermeintlichen N10, die aber zur A63 wurde



auf der Autobahn geht es nun weiter

Bis Bordeaux sind es 157km. Nach wenigen Kilometern heißt es: gare de péage, in 800m. Also nicht erst Ticket ziehen, sondern gleich bezahlen. Auf einem Schild steht, dass es für Autos 3,50 EUR kostet. Na, dann haben wir vielleicht 7 oder 8 Euros zu zahlen, denken wir uns. Aber nein, es sind dann 14,40 EUR. Ganz schön happig, und ganz schön hinterfotzig, dafür dass beim Auffahren auf die A63 nichts von péage zu lesen war. Wir zahlen also und fahren weiter. Sind sogar auf dem Jakobsweg - Chemins de St Jacques de Compostelle. Auf den weiteren Kilometern fällt Herbert auf, dass bei keinem der Ausfahrten und Auffahrten auf die Autobahn eine Zahlstelle existiert. Die können einfach so drauffahren, schau mal, sagt er zu Annette. Kurz vor der Ausfahrt 17 heißt es wieder péage à 1.000m. Wieder 3,50 EUR für Autos. Diesmal sind wir so schlau und nehmen einfach die Ausfahrt 17, um die Zahlstelle zu umfahren und später wieder auf die A63 zu gehen.



plötzlich haben wir 14,40 EUR zu zahlen



vor der nächsten Zahlstation fahren wir einfach rechtzeitig ab und fahren parallel zur Autobahn weiter

Also runter von der Autobahn bei Ausfahrt 17, rein in den Kreisverkehr und bums, werden wir von Leuten in Uniform angehalten. Service de Douane (sie sind vom Zoll). Ob wir französisch sprächen, wo wir herkämen, ob wir Zigaretten oder Alkohol oder Drogen an Bord hätten. Als wir alles verneinen und auf ihre Fragen hin antworten, dass wir drei Tage lang in Spanien waren und nun auf der Heimreise wären, wollen sie ins Fahrzeug schauen. Sie sind dann ganz angetan vom Inneren unseres Phoenix' und wir glauben, dass sie nur mal aus Neugier in unser Wohnmobil schauen wollen. Als sie in die Garage schauen und die Yamaha sehen, sind sie auch davon recht angetan. Wir nicht, wir frieren und sind etwas genervt. Nachdem sie auch in alle Staufächer draußen geschaut haben, sagen sie, dass alles okay sei und bonne route und so weiter. Uff, endlich. Jetzt fahren wir direkt parallel zur Autobahn, sehen die Zahlstelle und gehen bei Ausfahrt 19 wieder auf die Autobahn. Kurios, oder? Bei der Auffahrt steht wieder nix von péage (bezahlen).



hier geht es wieder hinauf auf die Autobahn in Richtung Bordeaux



jetzt halten wir uns in Richtung A10 Paris

Jetzt sind es noch 41km bis Bordeaux. Wir erreichen das Département de Gironde. Kurz vor Bordeaux schaltet Annette das Navi ein, und wir halten uns immer in Richtung A10 nach Paris. Das klappt alles sehr gut. Bordeaux wird weiträumig umfahren. Jetzt wird auch der Autoverkehr viel stärker. Wir wollen die Stadt gern heute noch hinter uns lassen, zumal sonntags ja keine LKWs unterwegs sind und es auf den Rastplätzen auch wieder so laut zugehen wird. Es geht über die Garonne und auch die Dordogne, und auf der A10 nehmen wir die Ausfahrt 40a. Nun halten wir uns immer in Richtung Royan und auch Blaye. Hier wird überall Wein angebaut, der sich dann Bordeaux-Wein nennen darf. Es ist eine hübsche Fahrt, aber wir wären dann auch froh, wenn wir irgendwo zum Stehen kämen. Es geht durch Blaye und auf der Küstenstraße - Royan par la côte - weiter. Es geht dann auch durch St-Ciers-sur-Gironde. Bis zu unserem gewünschten Ziel, Barzan-Plage, ist es uns jetzt zu weit. Im kleinen Ort St-Bonnet-sur-Gironde sieht Herbert einen Parkplatz, auf den wir uns stellen. Es ist zehn vor sieben, als wir unser Wohnzimmer betreten. Puh, wir hätten während der Fahrt den Wärmetauscher einschalten sollen (wozu hat man schließlich so einen Phoenix?), denn es sind nur 14°C an Bord. Jetzt also schnell wieder die Heizung an und das Abendessen zubereiten. Nach dem Essen und dem Abwasch sind wir ganz schön kaputt, als wir auf den Sofas liegen. Was für eine lange Fahrt.



in der Gegend ist viel Weinanbau



Durchfahrt durch Blaye


 


 



Durchfahrt durch St-Ciers-sur-Gironde

hier, in St-Bonnet-sur-Gironde, kommen wir endlich unter für die Nacht



unsere Tagesroute ca. 291km

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