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Samstag, 09. März 2013



mal wieder ein paar Eindrücke vom Camp Le Relais de Marrakech

Ach, es ist schön, dass wir heute mal richtig viel Zeit haben. Wir wollen ja erst am späten Nachmittag nach Marrakech hinein. Morgens sitzen wir erstmal ewig lange an der Auswahl der gestrigen Fotos, wofür wir gestern Abend nicht mehr aufgelegt waren. Anschließend sitzt Annette lange an den 13 Textblöcken, die den gestrigen Tag beschreiben, und die machen sich wirklich nicht von allein. Dann noch die ganze Chose in englisch. Derweil ist Herbert draußen und redet mit unseren österreichischen Nachbarn, die wir seit gestern Abend haben. Zuerst gingen wir alle miteinander davon aus, dass es sich jeweils um Franzosen handelt, weil das ja eigentlich auch immer der Fall ist. Bis die Frau sagt: Sie sind ja gar keine Franzosen; also ich hätte schwören können, dass Sie Franzosen sind. -- Nee, Franzosen sind wir keine.  

Dann schießt Herbert noch ein paar Fotos vom Camp, der ja doch sehr gefällig ist. Aber sie müssen hier wohl Probleme mit der Kanalisation haben, denn es steigen ständig Stinkwolken auf, und das ist nicht besonders nett. Irgendwann ist es dann Zeit für uns und einen letzten Tag in Marrakech. Zuerst wollen wir mal zu den Ménara-Gärten.



an den Ménara-Gärten stehen viele Kamele

Während der Fahrt sehen wir eine Uhrzeit- und Temperaturanzeige: 16:11 Uhr und 35°C. Aber vielleicht steht die Säule ja allzu sehr in der Sonne, als dass es wirklich 35°C sind. Na, wir sind schon immer bei 27°C überfordert. Dann fliegen wir am Bahnhofsgebäude vorbei, das sehr schick mit viel Glas und dem typischen Rundbogen versehen ist. Wir hätten vielleicht mal anhalten sollen für ein Foto, aber der Autoverkehr ist heute ganz unglaublich



wie überladen die Autos immer sind



heute ist das Verkehrsaufkommen sehr groß

Dann kommen wir an den Jardins de Ménara an, wo viele Kamele und noch mehr Leute sind. Parken können wir auch auf den angelegten Parkflächen. Komisch ist nur, dass das Tor in die Gärten verschlossen ist und Wachposten davor stehen und allen fragenden Leuten irgendwas sagen. Wir fragen, ob geschlossen ist, denn es ist ja erst halb fünf. Ja, heißt es, heute ist geschlossen, morgen ist wieder geöffnet. Hinter dem Tor sind rote Teppiche ausgelegt, und man wirft etliche Kissen und Lederpuffs über das Tor. Anscheinend erwartet man besonderen Besuch? Na egal, fahren wir eben jetzt schon zum Place Jamâa el Fna, auch wenn es noch reichlich früh ist. Zurück am Parkplatz, wir sind schon abfahrbereit, kommt jemand und sagt recht barsch the money, the money mit der entsprechenden Handbewegung. Das nervt langsam; wir geben ihm 2 Dirhams und werden als Berber bezeichnet. Na egal. Der Autoverkehr nimmt immer mehr zu, aber wir kommen gut durch zum großen Platz. Dort parken wir an einer Häuserwand, wo weit und breit weder ein Auto noch ein Moped oder Mensch zu sehen ist. Das ändert sich ganz schnell, und so werden wir nochmal 10 DH los. Man wird die Wegelagerer ja doch nicht los, und den Tag verderben lassen will man sich ja auch nicht



die Ménara-Gärten sind heute geschlossen



auf dem Balkon vom Café Glacier haben wir den letzten freien Tisch für uns ergattern können

Wir gehen dann auch direkt wieder die Treppen vom Café Glacier hinauf, wo man heute durch eine Schleuse gehen und sich ein Getränk à 25 DH kaufen muss. Erst dann kommt man auf die Dachterrasse. Wir haben dann Glück, dass noch ein letzter Tisch frei ist mit Blick auf das Geschehen auf dem Platz. Heute sind Massen von Leuten zu sehen, und außerdem sind ja die Garküchen für den Abend - wie für jeden Abend - schon aufgebaut. Ein Gedudel und Getrommel ist es wieder, der ganze Trubel ist immer faszinierend und abstoßend zugleich. Es geht ein ziemlicher Wind hier oben, und es kommen immer mehr Leute auf die Dachterrasse.



die Stände der Garküchen werden aufgebaut auf dem Place Jamâa el Fna



den Schlangen muss das ewige Gedudel der Tröten doch auf den Geist gehen 



Flickflacks auf dem Jamâa el Fna

Nach etwa einer Stunde gehen wir dann hinunter auf den Platz, wo schon die ersten Leute, fast alles Marrakchis, an den Tischen sitzen und essen. Es sind bestimmt an die 50 Stände bzw. Garküchen, und das geht jeden Abend so, dass der gesamte Stand auf- und nachts wieder abgebaut wird. Jeder Stand hat eine Nummer, und wir wollen nun erstmal durch die schmalen Reihen gehen und schauen, was es so gibt und wo wir uns später hinsetzen wollen.



die ersten Stände haben die ersten Gäste



ein Blick auf den Platz im Abendlicht, und immer mehr Leute kommen


 



die Musik der beiden alten Leutchen geht ganz unter auf dem lauten Platz



eine Gauklerei überall



wir laufen die Reihen ab und schauen uns die Stände an

Natürlich werden wir auch immer wieder angesprochen bzw. zeigt man uns die Speisekarte. Aber man ist hier sehr freundlich und nicht sehr aufdringlich. Sie sagen immer: Vielleicht später, vielleicht morgen, inchallah, merken Sie sich die Nummer (die Nummer des Standes). An einem Stand ganz außen kommen wir vorbei, und der junge Mann dort spricht etwas deutsch, sagt, dass die Preise an den Ständen alle gleich sind und sich die Stände nur in der Qualität und dem Service unterscheiden. Wir sollen uns mal überall umschauen, aber dann doch am besten zu ihm zurückkehren und essen. Aber niemand ist hier aufdringlich. Nach der ersten Runde - das Essen reicht von Fisch über Muscheln und Schnecken und Fleischspießen, Tajines und Couscous bis zu gebackenen Schafköpfen und -zungen - kommen wir wieder an seinem Stand vorbei: Sehen Sie, jetzt haben Sie alles gesehen und sind nicht woanders eingekehrt. Weil es bei uns auch einfach am besten ist. -- Wir sagen ihm, dass wir noch eine Runde über den Platz drehen wollen und dann zu ihm zurückkehren werden. Und das machen wir dann auch, worüber er sich sehr freut.


 



Schafkopf kann man nicht nur spielen, sondern auch essen



an mehreren Ständen gibt es Schafkopf und -zunge



bei Mouha, Stand Nr. 112, kehren wir schließlich ein



das Essensangebot ist überall üppig



wir haben unseren Tisch etwas weiter weg vom Geschehen

Während wir essen, bekommen wir sogar noch deutsche Nachbarn, die seit gestern in Marrakech sind und eine Woche bleiben wollen. Sie wohnen in einem Riad in der Medina, und die Frau hofft, dass sie nachher den Rückweg überhaupt finden werden. Alles ist noch so verwirrend für sie, auch die Auswahl des Essens. Wir übrigens bestellen uns Salat, Pommes Frites, Fleischspieße und für Annette Schafzunge. Eine Tomaten- und eine Paprikasuppe werden uns auch noch gebracht. Später bestellen wir noch einen Teller Calamari, und noch später wird Minzetee gebracht. Also was das Essen angeht, können wir uns nicht beklagen. Wir sitzen ganz hinten am Tisch, sodass niemand ständig an unserem Tisch vorbeiläuft. Wir kommen uns vor wie auf einem Jahrmarkt, denn das Tröten und Trommeln hat ja nicht nachgelassen. Und doch wirkt der Jamâa el Fna bei Dunkelheit ganz anders, nicht so schreiend wie bei Tageslicht. Am Ende haben wir 160 DH (14,40 EUR) zu zahlen.



die Nacht kommt

Wir laufen nochmal über den Platz, aber dann geht es heimwärts. Der Autoverkehr ist sehr stark, und doch kommen wir recht gut durch. Auf einer weiteren Anzeige lesen wir 20:04 Uhr und 17°C. Diesmal aber wirklich im Schatten bzw. in völliger Dunkelheit gemessen. Um 20:40 Uhr Ortszeit sind wir daheim, wobei unsere Uhren ja immer eine Stunde voraus sind. Morgen wollen wir Marrakech ja verlassen. 



jeden Abend geht es hier so zu mit den Garküchen

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