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Freitag, 01. März 2013



wir sind auf der Fahrt nach Aït Benhaddou

Heute wollen wir mal einen Ausflug machen zum Dorf Aït Benhaddou, das ja nur etwa zehn Kilometer vom Camp entfernt ist und laut Reisebuch sehr sehenswert ist, seit 1987 zum UNESCO-Weltkulturerbe gehört. (Aber was das angeht, ist ja heute jeder Froschteich auf der UNESCO-Liste.) Die Yamaha ist jedenfalls schnell herausgeholt und los geht es. Die Fahrt bzw. Straße ist gut zu bewältigen, auch wenn sie nicht viel breiter als einspurig ist. Der Blick auf die Berge vom Hohen Atlas in der Ferne ist wie immer überwältigend; die Kuppen sind schneebedeckt. Unterwegs sehen wir schon wieder ein paar Kamele stehen, bevor wir auf dem großen Parkplatz kurz vor dem Dorf landen, von wo aus sich ein herrlicher Blick auf Aït Benhaddou, die Oasengärten und die Landschaft bietet.



die Landschaft ist wie immermit Blick auf den Hohen Atlas



Kamele stehen am Wegrand und schauen nach Mekka



von diesen Felsen haben wir einen herrlichen Blick auf das Dorf, die Oasen und Berge

Urtümliche Felsformationen gibt es hier, auf die wir uns stellen und von dort den Blick auf das am Berg klebende und total verschachtelte Dorf auf uns wirken lassen. Hier am Parkplatz gibt es schon die ersten Souvenirstände, aber wir bleiben wieder völlig unbehelligt, wofür wir immer dankbar sind. Dann knattern wir weiter und parken auf der Westseite des Oued Mellah, dem Fluss, der das Dorf teilt in den alten Teil (Ostseite), der als wunderbares Beispiel traditioneller Lehmbauarchitektur der Berber gilt, und den neueren Teil (Westseite), in den viele der Bewohner gezogen sind, nachdem sie die Lehmhäuser lange Zeit haben verfallen lassen. Im neueren Teil gibt es diverse Restaurants, Cafés und Herbergen, aber wir sind natürlich am alten Aït Benhaddou interessiert.



Blick auf Aït Benhaddou

Jetzt führt der Fluss, der Oued Mellah, ja nur ganz wenig Wasser, aber laut unserem Reisebuch muss man den Fluss über Trittsteine und Sandsäcke überqueren bzw. sich, wenn der Fluss viel Wasser führt, von Eseln auf die andere Seite bringen lassen. Nun, dieses Problem besteht wohl nicht länger, denn wir sehen eine Fußgängerbrücke, die über den Fluss geht. Bevor wir allerdings zu der Brücke gelangen, haben wir diverse Souvenirstände zu passieren, die alles mögliche, vom Teppich über Babuschen, Teekannen, Tüchern usw. anbieten. Wir fragen uns immer, wer das alles kaufen soll und welche Verwendung man dafür haben soll.



über die neue Fußgängerbrücke gehen wir . . .



. . . überqueren den Oued Mellah . . .



. . . und dann steigen wir die vielen Stufen bis zum höchsten Punkt hinauf

Dann sind wir also im alten Aït Benhaddou und ein Labyrinth von Häusern und Türmen nimmt uns in Beschlag. Die Häuser liegen ineinander verschachtelt am Berg, und der Weg, den wir gehen, besteht aus groben Stufen, die immer weiter hinaufführen zum höchsten Punkt des Dorfes. Dort oben zu stehen ist faszinierend: Der Blick auf das Dorf, das uns zu Füßen liegt, auf den Fluss, der sich durchs Tal windet, und die Farben, die die Berge ringsum haben. Wir erinnern uns plötzlich an Kappadokien in der Türkei, obwohl beide Landschaften gar nicht so viel Ähnlichkeit haben. Eine große Reisegruppe ist mit uns hier oben, aber deren Führer ruft schon wieder zum Weitergehen auf. Wir können längere Zeit hier oben verweilen, und dann hören wir den Muezzin wieder singen. Diesmal klingt er recht melodisch, auch hört er nicht so bald wieder auf, und da fällt uns ein, dass heute ja Freitag ist, der wichtigste Tag im Islam. Da fällt der Singsang besonders zum Mittagsgebet immer besonders lang aus.



vorbei an vielen Souvenirläden geht es



durch schmale Gassen kommen wir



alles ist hier verschachtelt



immer höher geht es hinauf


 



Blick auf das alte Dorf auf östlicher Seite, und das neuere Dorf auf der anderen Seite des Flusses



welch faszinierende Landschaft



der Salon de Thé hat eine hübsche Sonnenterrasse



aber auch im Erdgeschoss kann man auf einen Tee einkehren



ein paar Tiere, Schafe und Esel, leben zwischen den Wohnhäusern



wir steigen die vielen Stufen wieder hinab



in diesem Durchgang sind alte Gerätschaften ausgestellt


 


 



Blick in den Wohnturm, auf den Herbert steigt



überall sind noch Zeichen von Leben

Für den Abstieg nehmen wir jetzt einen anderen Weg, und haben auf halber Strecke 10 DH (0,90 EUR) pro Person Renovierungsbeitrag zu zahlen. Man fragt uns, ob wir den Panoramablick von einem der Türme aus haben wollen? Annette mag nicht hinaufsteigen, aber Herbert geht. Auf einer der Terrassen vom Turm sieht er eine Kuh stehen. die ist doch bestimmt als Kälbchen da hingebracht worden. Ansonsten sollen zehn Familien in diesem Turm wohnen. So, wir wollen uns jetzt in eines der Restaurants auf der anderen Seite des Flusses setzen. Der Weg, den wir gehen, führt uns überraschenderweise direkt über den Fluss, sodass wir jetzt doch noch das Vergnügen haben, über die vielen Sandsäcke zu steigen.



die arme Kuh, das Herdentier, lebt ganz allein oben auf dem Wohnturm



Aït Benhaddou war in den 1960er Jahren Kulisse von Spielfilmen wie Lawrence von Arabien, Sodom und Gomorrha



über die Sandsäcke überqueren wir den Fluss


 



in dieses Restaurant am Fluss kehren wir ein

Der Blick von der Terrasse des Restaurants aus ist dann auch richtig schön, besonders, als drei Kamele durch das Flussbett kommen. Jetzt sehen wir auch zum erstenmal den Passgang der Kamele, wie sie zuerst mit den linken Vorder- und Hinterbeinen fast gleichzeitig - nur ganz knapp verzögert - einen Schritt tun und dann mit den rechten Vorder- und Hinterbeinen. Dann stakt auch noch ein Storch auf seinen langen Beinen durch den Fluss. Plötzlich steht unterhalb der Terrasse ein Junge von vielleicht 7 Jahren, hält die Hand auf und sagt Money. Wir sind so perplex, dass wir ihn fast auslachen. Er trollt sich dann ganz schnell.



unterm Sonnenschirm schmeckt der Salade Marocaine besonders gut



Kamele schreiten durchs Flussbett und scheinen immer alle Zeit der Welt zu haben

Was uns im ganzen Dorf wundert ist, dass nirgends ein Schild darauf hinweist, dass der gesamte alte Komplex zur UNESCO gehört. Wir gehen dann zur Yamaha zurück, aber die zwei oder drei kleinen Jungs, die bei unserer Ankunft um uns schwirrten und uns anboten, auf die Yamaha aufzupassen, sind nicht mehr zu sehen. Ihnen wurde die Zeit bestimmt zu lang. Auf unserem Heimweg halten wir noch in dem Dorf Tabouraht, das die nächste Nachbarschaft zu unserem Camp ist. Halten Ausschau, ob wir dort abends essen gehen könnten. Oder vielleicht etwas kaufen für den Abend. Das Fleisch hängt am Haken, aber Lamm wäre uns lieber gewesen. Und so kaufen wir am Ende gar nichts und essen das, was wir noch an Bord haben.



bei uns im Dorf neben dem Camp schauen wir mal in die Läden


 


 



die Autowerkstatt hat gut zu tun



eine Meisterleistung, den Strohtransport so zu bepacken

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