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Mittwoch, 06. Mai 2015



ein Blick auf die Fähre

Als würde Eisen auf Eisen knallen, oder Eisen auf Beton, so hatte sich die Fähre heute Nacht ein paarmal angehört. Das Wasser war vielleicht etwas kabbelig, und dann ist die Auffahrrampe der Fähre beim Anlegen wohl immer angestoßen. Ansonsten gab es keine Vorkommnisse, was das gestrige Unwetter angeht. Was Annettes rechtes Bein angeht, so ist es heute besonders schlimm. Keinen einzigen Schritt kann sie allein gehen. Herbert holt seinen alten Gehstock, den wir nie weggeschmissen hatten und der uns schon so manchen guten Dienst geleistet hat, und sei es als verlängerter Arm, hervor, und dann hängt sich Annette mit ihrem rechten Arm beim Herbert ein. Links hat sie den Stock. Von ihren 65kg schleppt Herbert dann bestimmt 50kg durch die Gegend, vom Sofa zum Bad und wieder zurück. Für die vier oder fünf Schritte, die wir normalerweise für diese Strecke benötigen, braucht Annette heute bestimmt zehn oder fünfzehn. Es ist ein blöder Tag, und man macht sich ja keinen Begriff, wie lang so ein Tag sein kann, wenn man bewegungslos dasitzen muss. Bloß keine falsche Bewegung machen, aber das kann man natürlich nicht ganz verhindern, und dann schießen die Tränen in die Augen. Das Wetter ist eigentlich gar nicht so schlecht; es ist sonnig, aber hin und wieder kommen sekundenlange Regenschauer herunter. Wir hören den ganzen Tag Radio Bremen1, und die spielen so tolle Musik. Das ist das gute am Reisen; man bekommt ständig andere Radiosender zu hören. Vielfalt statt Einfalt. Na ja, morgen wird es mit dem Bein garantiert wieder besser sein.

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