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Dienstag, 13. Mai 2014



weiter geht unsere Fahrt

Wie immer steht Annette um halb sieben auf und schreibt. Aber wieso sind denn heute früh nur 18°C an Bord? Herbert kommt dann um 8 Uhr dazu; da schreibt Annette gerade noch die letzten drei Sätze auf englisch. Gemeinsam suchen wir jetzt die Fotos aus, denn bei uns schaffen es ja nur die besten Fotos in den Reisebericht. Mittlerweile ist die Sonne auch da, aber heute geht ein ganz schöner Wind, der im Laufe des Tages immer mehr an Fahrt aufnimmt. Als wir beim Frühstück sitzen, überlegen wir, einen nicht ganz so großen Sprung zu machen, sondern von hier aus erstmal nach Pézenas zu fahren. Pézenas zählt zu den sogenannten "100 schönsten Umwegen Frankreichs" von Michelin. Und bisher haben sich diese Umwege immer gelohnt. Es sind charmante kleine Orte, die meist im Hinterland liegen.



wir durchfahren Montagnac



Montagnac - dies ist eines der seltenen Fotos, die Herbert während der Fahrt macht - aus seinem Seitenfenster



Frankreich hat so herrliche alte Alleen



wir sind in Pézenas und wandeln durch die Altstadt



alles sieht einladend aus

Unsere Fahrt geht dann über Mèze bzw. Mèsa, denn hier ist wieder alles zweisprachig. (Ist das katalanisch?) Und über Montagnac, wo es einen vollen Stellplatz gibt. Nach insgesamt 18km erreichen wir Pézenas auch schon. Laut Michelin-Buch gibt es sechs Parkplätze im Ort, aber alle, die wir sehen, sind hoffnungslos überfüllt mit Autos. Wir sind dann praktisch schon wieder heraus aus der Stadt, als wir eine Brachfläche sehen, auf die wir uns stellen. Und weil Pézenas nicht allzu groß ist, ist der Weg jetzt auch nicht allzu weit für uns. Zu allererst laufen wir mal zur Touristinformation, damit wir uns das neueste Michelin-Buch geben lassen können. Aber wir stehen da vor verschlossenen Türen. Ist es denn schon nach 12 Uhr? Auf unserer Armbanduhr ist es 11:07 Uhr, aber dann dämmert es uns, dass ja Sommerzeit ist und wir die Uhr noch nicht vorgestellt haben. Wir tragen die Uhr ja nie am Handgelenk, sondern immer nur im Rucksack.



in der Touristinformation ist auch die Scénovision Molière untergebracht



Pézenas ist eine mittelalterliche Stadt

Pézenas ist eine mittelalterliche Stadt, die, je weiter man in die Altstadt vordringt, immer prächtiger und hübscher aussieht. Alles dreht sich hier um den Komödiendichter Molière, der hier Mitte des 17. Jahrhunderts mit seinem "Illustre Théâtre" seine Karriere begann. Das interessiert uns jetzt aber nicht sonderlich; wir wollen nur durch die alten Gassen spazieren. Und es ist schön hier; es gibt diverse Galerien und Ateliers und kleine Werkstätten, in denen kunstgewerbliche Dinge hergestellt werden aus Holz und Leder und Eisen und Glas. Annette gefallen besonders die Sachen aus Eisen, wie der Stier (wie er an spanischen Autobahnen immer zu sehen ist), der etwa die Größe A5 - vielleicht etwas größer - hat. Es sind alles schöne Sachen, schon weil sie nicht aus China sind.



im Stadtpalast - dem Hôtel de Lacoste

Es gibt mehrere alte Stadtpaläste in der Altstadt, an denen wir vorbeikommen, wie dem Hôtel de Lacoste (sie heißen alle Hôtel). Von außen ist es eher unscheinbar, aber der kleine Innenhof und überhaupt alles ist prächtig erhalten bzw. restauriert. Auf einer kleinen Tafel lesen wir, dass das Hôtel de Lacoste den Lehnsherren von Lacoste gehört hat und dass man in 1509 mit dem Bau der Vorhalle und des Innenhofs mit dem Umgang begonnen hat. Das gerippte Treppengewölbe stammt aus dem Jahr 1638. Auch hier im Hôtel de Lacoste befindet sich eine Galerie. Es ist dann kurz nach 13 Uhr, als wir unseren Rundgang beenden. Jetzt bis 14 Uhr warten, damit die Touristinformation wieder öffnet, wollen wir nicht. Wir wollen jetzt weiterfahren zum Lac du Salagou, einem See ganz in der Nähe.



alles ist in prächtigem Zustand



es gibt diverse Galerien und Ateliers in der Stadt


 


 



es ist eine Freude, durch Pézenas zu bummeln



richtig trutzig mittelalterlich


 


 


 



hier gibt es feine Sachen von der Aprikose



Oliven und Öl gibt es in diesem Geschäft



vom Fleck weg verlieben wir uns in diesen Renault 4GV aus dem Jahre 1957 (die Jahreszahl steht dran)

Wir fahren also die paar Kilometer, vielleicht 5km, zurück zur A75, der Autoroute "La Méridienne". Es ist sagenhaft, wie der Wind zugenommen hat. Er drückt und drückt gegen uns. Nach ein paar Kilometern kommt auch schon die Ausfahrt zum Lac du Salagou. Hier waren wir schon mal vor drei Jahren im Juli, und es hatte uns sehr gut am See gefallen. Durch Clermont-l'Herault kommen wir; hier sehen die Ortschaften ja doch ganz anders aus als am Mittelmeer. Hier ist nichts vom Reißbrett. Wir folgen der Beschilderung "Rives de Liausson" und landen direkt an einem der vielen Parkflächen, die es am See gibt. Zuerst stellen wir den Phoenix so, dass wir einen schönen Ausblick aus dem Fenster haben, aber wenig später stellt Herbert den Phoenix mit der Nase, also dem Fahrerhaus, in den Wind, damit wir wenig Angriffsfläche haben. Was heute für ein Wind geht, aber der war auch angekündigt. An ein Draußensitzen ist nicht zu denken. Der Wind donnert dann den ganzen Nachmittag übers Dach und hört sich gewaltig an. Was uns am La du Salagou gefällt ist, dass das Wasser immer so tiefblau ist. Und dazu der tiefrote Sand überall. Hier in der Natur gefällt es uns wieder, mit dem Wohnmobil unterwegs zu sein. Hier ist es nicht überlaufen.



auf der A75 nehmen wir die Ausfahrt zum Lac du Salagou



wir durchfahren Clermont l'Herault



schon vom weitem ist der See gut zu sehen mit seinem blauen Wasser



Ankunft am Lac du Salagou



wie der Wind heute tobt und wie der Baum sich biegt



unsere Tagesroute ca. 52km

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