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Donnerstag, 22. Juni 2017



heute eine Melone

Jetzt ist er also da, der Sommer. Und nicht nur auf dem Kalender. 30°C hier und da und überall, sogar in Deutschland, wer hätte das gedacht? Und trotzdem haben wir, wenn wir morgens aufstehen, nur 20°C an Bord, was total angenehm ist. Dann Markise auf und sich gegen die Sonne wappnen. Ins Wasser gehen und so weiter. Wir fühlen uns hier an der Mühle von Stavrós genauso wohl wie im letzten Sommer, lassen die Tage gemütlich angehen und verbringen viel Zeit mit Faulenzen und Lesen und Radio hören. Easy FM, wo sie tolle internationale Musik spielen, ist aber ein griechischer Sender. Annette steckt jetzt voll drin im Buch "Eleni" von Nicholas Gage, dem Sohn der in 1948 ermordeten Eleni. Damals, im Bürgerkrieg, der von 1946 bis 1949 herrschte und nur in einem ganz kleinen Gebiet in den Bergen Nordgriechenlands herrschte. Als die eigenen Landsleute einer verzerrten Ideologie - dem Kommunismus - nacheiferten und jeden ermordeten, der sich ihnen in den Weg stellte. Als man die Einheimischen zwang, ihre Kinder zu verschicken in andere Staaten des Ostblocks, hauptsächlich nach Albanien und Bulgarien und Ungarn. Als dann dieser ganze Wahnsinn vorbei war und die Verbrecher nach Jahrzehnten Im Exil, verschiedenen Ostblockstaaten, heim nach Griechenland zurückkehren konnten aufgrund einer Amnestie, wollte und will man teils bis zum heutigen Tag nichts von all diesen Greueltaten wissen. Das hätte ja alles gar nicht stattgefunden, das wären ja alles Hirngespinste. Der Autor des Buchs, also der Sohn Nicholas Gage - eigentlich Nikólaos Gatzogiánnis - wurde, nachdem er aus seinem Heimatdorf Lia mit seinen Schwestern geflohen war und nach Amerika zum Vater übersiedelte, Enthüllungsjournalist und Auslandskorrespondent für namhafte amerikanische Zeitungen, bis er sich ganz der Recherche der Vorgeschichte und des Todes seiner Mutter widmete. Sein Buch wurde in 32 Sprachen übersetzt und gilt als eine der besten Biographien überhaupt. Unbedingt lesen! Wir werden dieses Buch nicht eintauschen. Schade, dass wir, als wir von Norden her nach Griechenland reinkamen im April, das Buch noch nicht gelesen hatten, denn wir kamen ja durch Ioánnina, was damals die größte Verwaltungsstadt in der Umgebung des Bergdorfes Lia war. Dann hätten wir das alles mit anderen Augen betrachtet. Solche Bücher aus der Geschichte sollte es viel mehr geben.



unser schöner Platz in Stavrós



jeden Abend so ein schöner Sonnenuntergang

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