d10.jpgd02.jpgd08.jpgd01.jpgd07.jpgd14.jpgd13.jpgd04.jpgd18.jpgd19.jpgd06.jpgd21.jpgd11.jpg

Donnerstag, 15. Juni 2017



ein Blick auf Plakiás mit seinem endlosen Strand

In der Nacht auf Mittwoch müssen wir von irgendwelchen Insekten gebissen oder gestochen worden sein. Mücken können das nicht gewesen sein, denn wir haben weder welche gehört noch morgens an Bord gesehen. Die Beulen, dir wir jetzt haben, sind sehr zahlreich und ziemlich dicht beieinander, was uns fast an Flöhe glauben lässt. Die Beulen jucken und wir sehen übel aus, vor allem im Gesicht. Der Herbert hat allein vier Stiche im Gesicht, und Annette wurde in den rechten Tränensack gestochen, und der ist jetzt ganz angeschwollen und es ist ihr, als wäre ihr ganzes Gesicht schief. Auch beim Sehen ist das komisch. Gestern spät abends hatten wir noch komplett die Betten ausgeschüttelt. Die Nacht war dann ganz gut, aber die Beulen machen uns das Leben schwer. Heute hat sich auch der Wind verabschiedet. Aber wir haben den Strand ja direkt vor der Hautüre. Wir gehen gegen 9 Uhr mal los nach Plakiás.

Plakiás ist ein richtiger Ferienort mit allem, was man so im Urlaub erwartet. Viele Tavernen und Cafés, Autovermietungen, Souvenirläden und dies und das. Uns erinnert Plakiás ganz stark an das Buch, das wir beide gerade ausgelesen haben: "Goldmund", von Anne Schneider. Darin werden Tagebuchauszüge der damals 40jährigen Elisabeth Fröhlich verarbeitet, die sich in 1980 ganz allein mit Rucksack (13kg) von Westberlin nach Kreta aufgemacht hat. Wie sie in Athen gelandet ist und sich durchgeschlagen hat nach Piräus und auf die Insel. Und wie sich sie Hals über Kopf in einen Kreter verliebt hat, der am Ende nur an ihr Geld wollte. Und die Elisabeth hatte sich schon auf Kreta wohnen sehen mit ihrem Goldmund, wie der Name des Kreters übersetzt heißt: Chrysóstomos. Letztlich ist es ihr gelungen, nach ihrem Staatsexamen tatsächlich auf Kreta zu wohnen, Bücher zu schreiben und als Reiseleiterin zu arbeiten. Herbert fand das Buch nicht so toll, aber vielleicht ist das auch mehr was für Frauen, so von Frau zu Frau. Annette hatte sich manchmal beim Lesen gedacht: Mensch, Mädel, dem bist du ja voll auf den Leim gegangen (dem Kreter). Die Elisabeth hatte damals in 1980 einige Zeit hier in Plakiás verbracht und an einem Buch geschrieben. Damals sah Plakiás bestimmt noch ganz anders aus mit seinen nur zwei Tavernen, während es jetzt über zwanzig sind.



wir bummeln ein wenig durch den Ort

Wir lesen, dass es ganz am östlichen Endes des Strandes einen FKK-Strand geben soll. Herbert schaut auch mal mit dem Fernglas und tatsächlich, da sind Nackerte. Wir haben aber keine Lust, den weiten Weg am Strand auf uns zu nehmen. Sowieso blöd, dass FKK-Strände immer am Arsch der Welt sind. Als hätten nackte Leute die Pest oder Lepra. Wobei wir ja zur Zeit die Beulenpest haben, aber das wissen die Leute ja nicht. Unsere Beulen brennen auch verdammt doll, wenn sie in die Sonne kommen. Lohnt sich also heute eh nicht, wenn wir uns an den Strand legen, hüben oder drüben. Wir gehen nur so ins Wasser und setzen uns dann bei uns in den Schatten, den uns die Strandschirme eh nicht bieten können. Heute endlich fängt Annette an mit dem Buch "Eleni", von Nicholas Gage, was Herbert ihr schon lange ans Herz gelegt hat. Es handelt vom Bürgerkrieg in Nordgriechenland bis 1949. Nachmittags kommt wieder eine schöne Brise auf.


 



in den Gassen von Plakiás


 



im alten Ortskern gibt es ein par Fischtavernen

back       |      next