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Montag, 26. Juni 2017



beim INKA kaufen wir wieder unser Frühstücksbrot

Das soll heute unser letzter Tag hier an der kreisrunden Badebucht von Stavrós sein. Wobei wir im Laufe des Sommers bestimmt noch einmal wiederkommen werden, gefällt uns dieser Platz doch so ausnehmend gut. Morgens gehen wir wieder zum Minimarkt, um Brot, Pfirsiche und Süßkirschen zu kaufen, gehen anschließend schweißnass ins Wasser und wieder an Land, frühstücken usw. Annette beendet heute das Buch "Eleni". Als sie liest, wie die Dörfler aus den umkämpften Bergregionen zur Flucht gezwungen wurden und nach Nordalbanien verschleppt wurden und anschließend nach Ungarn und hier und dahin im Ostblock, erinnert sie das alles an die Vertreibung ihrer Großeltern aus Sudetendeutschland. Annettes Großeltern mütterlicherseits, Jahrgang 1913 und '21, wurden in 1945 aus ihrer alten Heimat vertrieben, mussten alles zurücklassen, was sie besaßen, ihr Haus usw. Mit zwei kleinen Kindern, einer Tochter, Jahrgang '41 (Annettes Mutter) und einem Sohn, der nur wenige Wochen alt war, begann die Odyssee per Eisenbahn. Mit dabei waren vier Schwestern der Großmutter, alle jünger als sie, die als einzige schon eine eigene Familie hatte. In den Wirren wurde die Großmutter von ihren Schwestern getrennt, die alle da landeten, was wenige Jahre später Westdeutschland werden sollte. Der kleine Sohn der Großeltern wäre ihnen fast verhungert, weil die Großmutter in dem ganzen Stress keine Milch hatte; sie hatten sich schon damit abgefunden, dass sie ihn wohl verlieren würden, aber wie durch ein Wunder bekam die Großmutter auf einem der vielen Bahnhöfe vom Roten Kreuz Milchpulver, sodass ihnen der Säugling nicht verhungerte. Schließlich hatte es die Familie ganz nach Norden verschlagen, in das winzig kleine Kaff namens Saal bei Ribnitz-Damgarten. In der neuen Heimat wurden dann noch drei Töchter geboren, von denen das vorletzte (Jahrgang '52) eine Fehlbildung an der Hüfte hatte und beim Gehen immer zur Seite umgekippt war. Die Sache war operabel, aber die Ärzte sagten der Großmutter, dass es eine langwierige Sache werden würde und dass es am besten sei, die gesamte Familie würde nach Rostock umziehen; man würde ihr ein Attest ausstellen, damit sie kurzfristig eine Wohnung bekämen. Und so kam es, dass die gesamte Bagage in 1955 nach Rostock umzog und das die neue Heimat wurde. Wobei die Großeltern ihrer alten Heimat immer nachgetrauert haben und die Tschechei noch oftmals besucht haben, wo es noch einige Cousinen gab, die mit Tschechen verheiratet und deswegen geduldet wurden. Als die Großeltern das Rentenalter erreicht hatten, fuhren sie jedes Jahr in den Westen, um die anderen Verwandten zu besuchen. Die kamen auch zu Besuch in den Osten. Für die Kinder und Enkel war die Küste die Heimat, wir kannten es ja nicht anders, und wir mussten immer schmunzeln, wenn die Großmutter immer "die Scheißkommunisten" sagte, wo doch alte Leute nie fluchen. -- Annettes Vater ist übrigens auch von auswärts, aus dem Großraum  Stettin. Die mussten da auch weg. Aber diese Geschichte war nicht ganz so dramatisch.



unser schöner Platz - mit Süßkirschen

Gegen Mittag tut sich hier bei uns am Platz etwas. Man bringt alle möglichen Dekoartikel und Klappstühle her. Zuerst denken wir, man will ein paar Werbefotos machen, aber dann entpuppt sich das ganze als Hochzeitsvorbereitung. Am frühen Abend kommt die Hochzeitsgesellschaft, die untereinander englisch spricht, wobei jeder einen anderen Akzent hat. Das müssen alle möglichen Nationalitäten sein. Nach dem Ja-Wort vor grandioser Kulisse geht man zur Terrasse bei der Mühlentaverne, und später spielen sie so laute und doofe Musik, dass man glauben könnte, es sei eine reine Musikveranstaltung, keine Hochzeit. Gar nicht feierlich. Gegen 1 Uhr geben sie endlich Ruhe und dann haben wir die ganze Bucht wieder für uns allein. Kalinichta - gute Nacht.



alles fertig für den Hochzeitsempfang



die Hochzeitsgesellschaft ist da

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