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Sonntag, 02. Juli 2017

Entweder haben wir uns mittlerweile an die mörderische Hitze gewöhnt, oder sie lässt langsam nach. Morgens auf dem Weg zum Supermarkt nehmen wir wieder fünf leere Plastikflaschen à 1,5L zum Wegschmeißen mit. Auf dem Rückweg finden wir einen großen Karton, den wir zurechtschneiden und als Abdeckung für unsere Reifen nehmen. Im Internet lesen wir, dass die Hitzewelle ganz Griechenland und die Türkei im Griff hat mit bis zu 45°C, und dass schon erste Todesopfer in Bulgarien der Hitze erlegen sind. Wir sind dann wieder am Strand, und man findet uns fast nur im Wasser. Alles ist zu anstrengend: es ist zu anstrengend zu lesen, geschweige denn das Buch zu halten; es ist zu anstrengend, Fotos zu machen; im flachen Wasser entlangzulaufen. Auch das hier zu schreiben ist extrem anstrengend. Einzig unsere Libido ist nicht totzukriegen, und der Herbert, der schon immer viel Hitze abkonnte, hat jetzt bei 45°C anscheinend die optimale Betriebstemperatur. Gegen halb drei wird uns die Sonne am Strand zu extrem und wir gehen zu uns an den Platz, unter die Markise (bei 42°C im Schatten). Aber wenig später kommt der Starkwind, der mittels Windfahne ja auch angekündigt war. Später kommt ein Engländer in seinem Kastenwagen, der auch schon anderntags mal kurz hier war. Hello, I'm Terry from England. Und er fragt uns, ob wir etwas mitbekommen hätten vom Unfall vorletzte Nacht. Ein 15-jähriger Motorradfahrer sei direkt hier neben unserem Parkplatz tödlich verunglückt, nachts um halb eins. Nein, wir haben davon gar nichts gemerkt, auch nicht den Rettungswagen gehört. Andererseits hören wir hier und überall ständig quietschende Reifen und Bremsen, dass es an ein Wunder grenzt, dass es nicht noch viel mehr Verunglückte gibt. Es liegen ein paar Blumensträuße am Straßenrand, keine fünfzehn Meter von unserem Platz entfernt. Schon etwas verwelkt, und wir dachten uns, dass hätte vielleicht mit einem Jahrestag eines anderen Verunglückten zu tun. Abends um halb neun gehen wir nochmal runter an den Strand und ins Wasser. Jetzt kühlen wir richtig ab, aber das hält ja nicht lange vor.

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