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Sonntag, 19. Juli 2015

Am Vormittag ist es, als wäre der Herbert Telefonistin oder Rezeptionistin einer Großfirma. Ständig klingelt das Telefon, und ständig ist der Herbert am reden. Viele wollen Besichtigungstermine für nächste Woche vereinbaren. Annette putzt derweil noch die kleine Klappe der Außendusche, die sie bisher vergessen hatte. Herbert sagt schon immer zu ihr, "wenn du so weitermachst, wollen wir den Phoenix am Ende vielleicht noch behalten". Dann ruft jemand aus Kassel an. Er sagt, dass er noch heute einen Mitarbeiter aus Köln vorbeischicken wird, der sich das Fahrzeug mal anschauen soll. Derjenige wird so gegen 16 Uhr bei uns eintreffen. Na gut. Um halb drei kommt erstmal ein Regenschauer herunter, und um 16:20 Uhr kommt derjenige an. Er schaut sich das Fahrzeug sehr gründlich an, schaut in jedes Außenstaufach, sucht mit der Hand nach Feuchtigkeit. Kriecht unter das Fahrzeug, startet den Motor usw. Drinnen geht es weiter, er schaut in jedem Staufach nach Feuchtigkeit an der Decke (wir haben eine Stoff- bzw. Filzdecke, da würde man Wasserschäden leicht sehen können). Er untersucht das Fahrzeug sehr gründlich, geht dann wieder nach draußen und kriecht noch mal drunter. "Der Leiterwagen sieht noch richtig gut aus", sagt er. Dann geht er ein paar Meter von uns weg, telefoniert mit dem Interessenten aus Kassel und übergibt nach einer Weile das Telefon an Herbert. Alles geht jetzt ganz schnell, Herbert hört die gewünschte Kaufpreisvorstellung und erhöht diese noch um 1.000 Euros. Die Summe liegt dann 5.000 Euros über unserer Schmerzgrenze. Ist doch toll. Der Kölner sagt uns dann, dass unser Phoenix noch richtig gut aussieht für sein Alter. Andere würden ein 15 Jahre altes Wohnmobil nur noch zum Friedhof fahren. Dann machen wir den Kaufvertrag fertig; er zahlt 1.000 EUR an und die Restsumme soll überwiesen werden. Sobald das Geld auf unserem Konto ist, wird der Phoenix abgeholt. Vielleicht am Mittwoch. Jetzt sagt Herbert erstmal demjenigen ab, der morgen anreisen wollte. Derjenige ist ganz schön sauer. "Sie wollten mir doch Bescheid geben, wenn jemand anderer dazwischenkommt." Hätten wir den anderen etwa hinhalten sollen? Wer zuerst kommt, mahlt zuerst. Dann sagt Herbert noch einigen anderen Interessenten per email ab. So, das wäre geschafft, den Phoenix sind wir los. Jetzt wollen wir uns deutlich verkleinern, einen Kastenwagen kaufen. Vielleicht einen La Strada oder ein CS-Mobil oder so. Nie mehr so ein Riesengeschoss, das einem ein Klotz am Bein ist und mit dem man nirgends spontan hinfahren kann. Wo man immer zittern musste, ob man überall durchpasst. Auch und besonders von der Höhe her. Nie mehr diese blöden fünf Treppenstufen rein und raus usw. Der Phoenix war toll, wenn man irgendwo gestanden hat, seine Kapazitäten und alles, aber unsere Reisegewohnheiten hatten sich doch sehr verändert. Wir wollten kaum noch Neuland erkunden. Morgen werden wir ihn erstmal komplett ausräumen und die erste Nacht in unserer neuen Wohnung schlafen.

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