d06.jpgd19.jpgd08.jpgd11.jpgd18.jpgd04.jpgd13.jpgd02.jpgd07.jpgd14.jpgd01.jpgd21.jpgd10.jpg

Mittwoch, 30. Juli 2014



in der Lesehalle auf der ersten Etage des Rathauses von Bad Aibling

Das Wetter gibt heute nicht viel her; da können wir nicht viel tun. Herbert spielt am Vormittag ein Navigationsprogramm aufs Tablet, aber weil das so viele MBs sind, trennen wir unsere Internetverbindung und gehen rasch zum Rathaus, wo wir in der Lesehalle online gehen können. Diesmal klappt die Anmeldung dort auf Anhieb und nach einer Stunde sind wir fertig mit allem. Auf dem Rückweg nieselt es schon sehr, und kaum, dass wir daheim ankommen, fängt der Regen so richtig an. Da haben wir aber Glück gehabt. Jetzt heißt es warten auf den Anruf des Arztes. Am Nachmittag ruft Herberts Tochter an, ob es schon ein Ergebnis gibt? Nein, noch nicht. Annette fragt sich, ob sie in der Arztpraxis überhaupt unsere aktuelle Telefonnummer haben? Herbert soll mal anrufen und nachfragen. Das macht er und tatsächlich haben sie nur eine alte Nummer. Man sagt ihm, dass der Arzt am Abend anrufen würde, Tendenz: nach 18 Uhr. Herbert hat den ganzen Tag ein ungutes Gefühl; er grübelt über die Symptome, die bei Darmkrebs aufgelistet sind/auftreten und von denen er einige hat. Um halb sieben klingelt das Telefon: Nach einer Sekunde mit dem Ohr an Telefon hat Herbert ein breites Grinsen auf dem Gesicht, aber das muss bei ihm noch nichts heißen. Er sagt andauernd ja, ja, mmh, oi, ja. Dann platzt er in ein lautes Lachen und dann schaut er zu Annette und zeigt seinen Daumen hoch. Uff. Der Arzt sagt ihm, dass er trotz allem viele Jahre früher hätte kommen sollen, dass er Risikokandidat sei und dass er ab jetzt alle zwei Jahre zur Koloskopie kommen soll. Man hatte ja am Montag mehrere Polypen entfernt, von denen einige schon richtig groß waren. Deren Größe und Alter kann das Gewebe bösartig machen. So. Niemand kann sich vorstellen, wie erleichtert wir beide heute Abend sind. Erstmal fallen wir uns in die Arme, dann ruft Herbert sofort seine Tochter an und gibt grünes Licht. Morgen soll er sich noch beim andern Arzt (es ist eine Gemeinschaftspraxis) wegen der Lunge erkundigen, die doch geröntgt wurde. Von jetzt an wollen wir beide auch bewusster und vernünftiger leben. Seit letztem Donnerstag ist Herbert schon auf recht gutem Wege. Das alles hat ihm doch einen ziemlichen Schreck, wenn nicht Schock, verpasst.

back       |      next