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Montag, 28. Juli 2014



kurz vor Bernau hat man immer so einen schönen Blick auf den Chiemsee

Um 5:20 Uhr stehen wir auf und dann rührt Annette das Abführmittel an, das Herbert heute früh einnehmen muss. Zuerst einen Liter und nach ein paar Stunden noch einen weiteren Liter. Herbert quält sich ganz schön damit, obwohl das Zeug Zitronengeschmack hat. Dann muss er auch schon ganz bald aufs Klo rennen. Er geht heute zur Darmspiegelung. Die wurde ihm nicht verschrieben; die macht er von sich aus. (Als er Anfang Juni für einen Termin angerufen hatte, wollte man ihm einen Termin für irgendwann im August geben.) Jedenfalls haut das Mittel jetzt ganz schön durch. Kurz vor halb zehn rührt ihm Annette die nächste Fuhre an und muss dann ja selbst los. Zur Mammographie. Sie nimmt das Smartphone mit und es sind dann knapp 3km. Sie läuft mit einer Geschwindigkeit von 5,25km/h. Als sie an der Schön-Klinik ankommt, wimmelt es überall von Arabern in ihren weißen Gewändern und diesen rot-weiß karierten Tüchern als Kopfbedeckungen. Wo man hinschaut, laufen und sitzen sie in der Klinik und auf dem Gelände. Deren Frauen und Kinder auch. Diese Region hier hat wohl einen guten Ruf, denn damals in Vogtareut, wo Herbert seine Hüft-OP hatte, waren auch überall die Araber. Und Bad Aibling hat etliche Kliniken, allein auf der Kolbermoorer Straße gibt es wohl sechs oder sieben.



so sieht der neue Stellplatz von Bernau am Chiemsee aus

Annette kommt dann auch ganz schnell dran. Es tut verdammt weh, als ihr Busen fürs Röntgen eingeklemmt wird. Es werden vier Aufnahmen gemacht und anschließend noch Ultraschall. Man will ihr auch gleich die Ergebnisse mitteilen. Das Ergebnis: Alles tipi-topi bis auf ein paar Zysten, die aber normal wären und die viele Frauen hätten. (Man gibt ihr eine CD mit den vier Aufnahmen mit und würde die Aufnahmen in der Praxis zehn Jahre lang speichern.) Annette tut in letzter Zeit ihr linker Busen immer so weh, als würde frontal ein Messer darin stecken. Die Schmerzen strahlen bis in die Achsel, als wäre da ein Ei drin. Vor allem, wenn sie sich ärgert oder aufgeregt ist, kommen die Schmerzen. So, wie Sie das beschreiben, scheint das vom Herzen herzurühren, sagte ihr Arzt ihr vor zwei Wochen. So, um kurz nach elf ist sie wieder daheim. Herbert hat seine Rosskur mittlerweile auch überstanden. Im Radio hören wir, dass der Mediamarkt einem heute und morgen die Mehrwertsteuer schenkt. 19% weniger, da will Herbert sich schnell noch eine Halterung fürs Tablet kaufen. Für vorne im Fahrerhaus. Es ist rappelvoll beim Mediamarkt, An den Kassen geht es zu, als wäre morgen Weihnachten.



das sind die Preise



wir fahren die Chiemseestraße hinunter

Dann fahren wir los nach Bernau zum Ärztehaus. Wir sind viel zu früh dran. Aber egal. Wir schauen uns mal den neuen Stellplatz an, den man bei der Tennishalle gebaut hat. Schlecht ist der nicht, vor allem der Blick auf die Berge ist toll. Man steht praktisch ganz am äußersten Rand von Bernau mit freier Sicht aufs Land. Der Platz kostet 12 EUR plus 1 EUR Kurtaxe p.P. Die Kurtaxe finden wir albern. Wir setzen uns dann auf einen Kaffee und ein stilles Wasser ins Mamma Mia, dem Café - Bistro direkt im Ärztehaus und warten bis 15 Uhr, wenn die Praxis wieder öffnet. Dann geht es los für Herbert. Es dauert und dauert bis 17 Uhr, bis Annette ihren Herbert wieder hat. Er ist schon wieder ganz klar im Kopf. Weil es doch geheißen hatte, dass man etwas benebelt sein könnte vom Beruhigungsmittel. Man will ihn am Mittwoch anrufen und die Laborergebnisse mitteilen. Wenn die negativ sind (negativ ist positiv und positiv ist negativ, ha ha) wollen wir am Donnerstag endlich losfahren in unseren Sommerurlaub. Jetzt tut Annette wieder etwas, das sie schon 5 Jahre nicht mehr getan hat. Sie setzt sich ans Steuer. Herbert findet, dass sie viel zu schnell fährt (er hat mehrmals seinen Fuß auf einer imaginären Bremse), aber sie hält sich immer streng an die vorgeschriebene Geschwindigkeit. An ihr könnte der Staat nix verdienen. Na, jedenfalls kommen wir gut und heil wieder heim. Jetzt kann Herbert ja wieder richtig essen. Später, es ist schon nach sieben, geht Annette nochmal los zum Netto für etwas Obst. Auf dem Rückweg vom Netto sammelt sie sechs Pfandflaschen ein, die vor allem am Bahnsteig liegen. Der Zug muss wohl gerade abgefahren sein, denn jetzt ist hier keine Menschenseele mehr zu sehen. Den Abend verbringen wir vor dem Fernseher und sind irgendwie so leer im Kopf. Endlich ist dieser leidige Tag überstanden. Morgen wieder zur Diabetespraxis und zum Augenarzt.



im Mamma Mia warten wir, bis es 15 Uhr ist

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