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Freitag, 29. Juni 2018



in Hitzacker hat man viel für den Hochwasserschutz getan

Wir wollen noch ein paar Schritte durch Hitzacker tun, bevor wir weiterfahren. Wir müssen uns auch mal etwas bewegen. Zwar waren wir vor drei Jahren schon mal hier, aber Hitzacker ist immer einen Besuch wert. Der Ort wurde immer wieder von Elbhochwassern heimgesucht, aber nach all den jetzigen Schutzmaßnahmen sollte das wohl der Vergangenheit angehören. Wir bummeln vorbei an den schönen alten Fachwerkhäusern, die so typisch sind für Niedersachsen. Die Hochwassermarken, die sie hier und da angebracht haben, machen die Ausmaße sehr gut deutlich. Im Ort sind überall so kleine Wichtel versteckt, die entweder ein Kneippbad nehmen oder Zähne ziehen oder Brezen anbieten. Niedlich, die kleinen Kerlchen. An einem der alten Häuser lesen wir diese plattdeutsche Inschrift: "Wenn eener kummt und to mi segt: Ick mog dat alle Lüde recht, denn seg ick leeve Fründ mit Gunst: Lehr mi uck düsse swore Kunst" (. . lehre mich auch diese schwere Kunst). Noch ein Blick in die Kirche und dann sind wieder startklar für die Weiterfahrt. Ist ja auch wieder typisch für Deutschland, dass wir hier überhaupt keinen Internetempfang haben. Das gibt es nirgends sonst in Europa.



überall sind Staumauern gebaut



ein Blick auf die Elbe und Seitenarme



so hoch stand das Wasser in 2013



der hat seinen Fuß im Wasser


 



auf dem Hauptplatz von Hitzacker



der da unten liest hält ein Buch


 



da unten ist wieder ein Männeken


 



der hat einen Zahn gezogen



und der verkautt Brezen und Semmeln



noch ein Blick in die Kirche von Hitzacker



im Storchennest ist ein Storch und der Gatte sitzt auf dem Nebenhaus



es geht über die Elbe

So, dann geht es über die Elbe, den damaligen Grenzfluss. Der erste Ort auf der anderen Seite ist Heiddorf. Kann man sich heute gar nicht mehr vorstellen, wie damals alles so extrem abgeschottet war. Herbert fragt: Ist das jetzt Brandenburg? -- Nee, Mecklenburg, wobei ich den Mäckelbörger Ossenkopp noch gar nicht gesehen hab'. . . Vorbei geht es an Ludwigslust bzw. Lulu und rauf auf die Autobahn. Das gute am Osten ist, dass alles so schön neu und heil ist. Die Autobahn haben wir wohl mitten in den Wald geschlagen. Wir kommen gut voran bis Wismar, wo wir auf die B105 gehen und in Richtung Rostock. In Neubukow wollen wir tanken. Gestern waren die Spritpreise ja sensationell günstig bei 1,20 EUR/L, aber der gestrige Tag war so anstrengend und wir hatten keine Lust anzuhalten. Hier in Neubukow um 12:22 Uhr kostet der Diesel jetzt 1,24 EUR/L. Das geht ja. Und vielleicht kommt ja noch eine zweite Tankstelle. Weil keine kommt, kehren wir um, aber jetzt um 12:31 Uhr kostet der Diesel 1,29 EUR/L. So eine Sauerei immer. Fehlt nur noch, dass das Brot beim Bäcker auch jede Stunde anders kostet. Wir tanken jetzt aus Prinzip nicht, und außerdem kommen wir laut Anzeige noch 130km weit.


 



Ost und West waren hier bis zum 7. Dezember 1989 geteilt



die Autobahn hat man wohl mitten in den Wald geschlagen



Durchfahrt durch Neubukow

Am Ortsende von Neubukow biegen wir ab nach Kühlungsborn, durchfahren die Ortsteile West und Ost und gondeln immer weiter auf der Nebenstraße. Richtig beschildert ist das hier nicht; man will, dass man immer wieder zur B105 zurückkehrt (Bad Doberan und Rostock). Aber Annette kennt diese Strecke ja von früher. Es geht vorbei an Heiligendamm und durch Börgerende. Wieviel hier gebaut wurde. Auf NDR1 Radio MV sagen sie, dass heute zum erstenmal in Rostock-Laage ein Airbus A787 landen wird mit 400 Passagieren an Bord. Die heutigen sind Mailänder, die dann weitergekarrt werden zu den Kreuzfahrtschiffen in Warnemünde. Man hätte dafür extra die Landebahn verbreitert, um künftig ständig solche dicken Maschinen abfertigen zu können. Schrecklich, dieser Massentourismus. Das mit den Kreuzfahrtschiffen dauert schon viel zu lange, es müsste mal ein neuer Trend her. Na, jedenfalls erreichen wir irgendwann Warnemünde. Kurz vorher sehen wir einen größeren unbefestigten Parkplatz. Wir stellen uns wie immer auf den Parkplatz neben dem Friedhof. Dann der Schock beim Parkautomaten: Die wollen jetzt 20 EUR fürs Tagesticket für Wohnmobile (Stunde 4 EUR). Für Autos 10 EUR. Die spinnen ja. Vor drei Jahren waren es noch 12 EUR für Wohnmobile und 3 EUR für Autos. Und hier ist keine Infrastruktur, nur der reine Parkplatz. Wir essen erstmal zu Mittag. Dann geht Annette zu dem anderen Parkplatz, der vielleicht 2km entfernt ist. Dort hat man den Parkautomaten abgebaut. Es stehen 9 Wohnmobile da. Bei uns am Platz sind es viel weniger. Auf den Friedhof geht Annette auch gleich noch. Und am späteren Nachmittag fahren wir zu dem anderen Parkplatz, weil wir da auch besser draußen sitzen und die Melone essen können, die endlich aus dem Kühlschrank verschwinden muss. Der Abend wird schnell kühl, sodass wir schon um 21 Uhr nach drinnen gehen.



da kommt der Molli angeschnauft, die wunderbare Schmalspurbahn



es geht an der Küste entlang



so stehen wir für die Nacht



unsere Tagesroute ca. 203km

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