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Sonntag, 05. Januar 2014



wir verlassen den Stellplatz und lassen Rosi und Manfred zurück

So, heute wollen wir ja endlich mal weiterziehen. Laut Wetterkarte soll das Wetter recht schön werden, auch wenn wir das am Morgen noch nicht so richtig glauben können. Rosi und Manfred bleiben ja jetzt hier bis zum letzten Tag. Ihre Fähre nach Marokko geht am 13. Januar, und sie wollen sich mit Freunden an der Fähre treffen und die ersten Tage in Marokko zusammen verbringen. Heute trennen sich also unsere Wege, nach sage und schreibe 8 Wochen. Rosi holt extra noch einen Papierkalender, weil keiner von uns glauben kann, dass es wirklich eine so lange gemeinsame Zeit war. Der Abschied geht dann ganz schnell, weil keiner von uns die richtigen Worte findet. Rosi und Annette geht der Abschied sehr ans Herz. Als wir dann losfahren, winken Rosi und Manfred uns noch sehr lange hinterher; sie stellen sich an verschiedene Punkte auf dem Stellplatz, von wo aus sie uns noch lange sehen können. 



Durchfahrt durch Àlamo

Dann sind wir auf der Landstraße in Richtung Alcoutim, unserem nächsten Ziel. Die Fahrt ist ja doch sehr hübsch; die kennen wir noch von einer früheren Fahrt. Ständig haben wir den Blick auf den Río Guadiana, den Grenzfluss. Terra de Fronteira, Grenzland, so heißt dieses Stück Land hier. Wir kommen durch kleine Dörfer wie Àlamo, Laranjeiras und Montinho das Laranjeiras, wo das Leben noch einfach ist und wo man noch alte Wasserbrunnen hat wie wir sie in Foz de Odeleite gesehen hatten. Der Himmel ist zwar ziemlich zugezogen, aber die Sonne schafft es dennoch, hier und da mal durch die Wolken zu schauen und ein schönes Licht auf das Land und den Fluss zu werfen. Nach etwa 24km erreichen wir Alcoutim und steuern auf den Stellplatz zu, der aber gar nicht ausgeschildert ist im Ort.



es geht immer am Río Guadiana entlang



ein Blick auf den Río Guadiana



Herbert kommt des Wegs



immer am Fluss entlang



Ankunft am Stellplatz von Alcoutim

Wir können der Länge nach parken auf dem Stellplatz. Jetzt trödeln wir aber nicht lange, sondern machen uns gleich stadtfein für einen Bummel durch Alcoutim. Im ersten Moment ist es gar nicht kalt draußen, sodass wir nur leichtbekleidet losziehen. Warm ist es dann aber doch nicht. Na, egal jetzt. Wir laufen über den Ribeira de Cadavais, der Fluss, der durch Alcoutim geht und finden uns dann im kleinen Kern von Alcoutim wieder. Alles wirkt noch so weihnachtlich auf dem Praça da República, was wohl an der kleinen Weihnachtskrippe liegt. Ah, gut, ein Bankautomat, da können wir schnell Geld holen. Aber es kommt keines, weil unsere Bankkarte nur bis Ende 2013 gültig war und uns das entgangen ist. Oh Gott, und wenn unsere andere Bankkarte auch nicht mehr gültig ist? Die liegt im Tresor und wir hoffen und bangen jetzt, dass sie nicht auch abgelaufen ist.



vom Stellplatz aus haben wir diesen Blick auf die Festung auf spanischer Seite



wir laufen nach Alcoutim hinein

Gern würden wir irgendwo auf einen Toast einkehren, aber es gibt nur richtige Restaurants auf dem Praça da República und überhaupt. Setzen wir uns also auf die Terrasse vom Pavillon, wo es Kaffee und Kuchen gibt. Hier hat man einen tollen Blick auf den Fluss, die Segelboote und Sanlúcar de Guadiana auf spanischer Seite. Vorhin hatten wir gesehen, dass kleine Boote hin und her pendeln zwischen Alcoutim / Portugal und Sanlúcar / Spanien. Zu jeder vollen Stunde zum Preis von 1 EUR pro Person. Wenn das Wetter mitspielt, wollen wir morgen mal mit dem Bötchen übersetzen nach Spanien. 



auf dem Hauptplatz, dem Praça da República



ein Blick auf Sanlúcar de Guadiana auf der spanischen Seite

Aber jetzt sitzen wir ja erstmal auf der Terrasse direkt neben dem Zöllner, der Figur aus weißem Stein, der an frühere Zeiten erinnern soll, als hier der Schmuggel noch in großem Stil betrieben wurde. Auf einer Tafel lesen wir, dass die Kastilier im 16. Jh. Sklaven geschmuggelt haben, die von Afrika aus an die Algarve kamen und später in Spanien verkauft wurden. Auch hat man Vieh geschmuggelt, und Tabak, Zucker, Salz und Textilien. Im späten 19. Jh. hat man Zollstationen eingerichtet, um das Grenzland zu kontrollieren. Zwischen Mértola (nördlich von hier) und Vila Real de Santo António hatte es mal 26 Zollstationen gegeben. Auf spanischer Seite hatte es auch Posten gegeben, die den ungesetzlichen Handel kontrollieren sollten. Daraufhin haben sich die Schmuggler andere Lösungen gesucht und sich besser organisiert. Vor allem wurde nachts geschmuggelt, weil man nach Sonnenuntergang den portugiesischen Zöllnern und den spanischen Carabiñeros besser entkommen konnte. Von Portugal aus hat man Dinge geschmuggelt, die man in Spanien nur schwerlich bekam: Kaffee, Zucker, Mehl, Wein, Tabak und Seife. Von Spanien aus Baumwolle und Mandelkerne. In Alcoutim war das Schmuggeln für viele Familien die einzige Möglichkeit  des Überlebens. sie schmuggelten aus Geldnot, um ihre Familien zu ernähren und sich ein Haus zu bauen. Das alles ist auf der Tafel zu lesen.



Annette bringt den Kaffee und Kuchen (alles zusammen kostet 3 EUR)



es gibt manche Kneipe in Alcoutim



diesen Blick haben wir von der Terrasse des kleinen Pavillon-Cafés aus



hier legen die Boote an; auch die kleinen Pendelboote nach Spanien und zurück

So, uns wird es jetzt zu ungemütlich auf der Terrasse. Auch wollen wir noch ein paar Stück Kuchen kaufen am kleinen Stand aus Holz, der wohl noch aus der Adventzeit stammt. Eine Frau verkauft dort selbstgebackenen Kuchen. Man sieht es dem Kuchen an und sie sagt auch so etwas wie Fábrica proprio oder so. Vier Stück nehmen wir mit. Dann gehen wir heim, sitzen noch eine kurze Weile draußen und machen es uns an Bord gemütlich. Abends ist der Blick auf Alcoutim und Sanlúcar richtig schön, wobei die Laternen auf portugiesischer Seite ein schönes goldgelbes Licht abgeben. Auf spanischer Seite sind sie weiß. Schafe, die an einem ganz steilen Hang neben dem Stellplatz stehen, blöken noch bis spät abends. Sie sind wahre Bergsteiger und man glaubt nicht, wie trittsicher sie sind. Die Nacht wird kalt. (Und übrigens läuft die andere Bankkarte bis Ende 2014.)



Doces de Deolinde - Süßes von Frau Deolinde



an diesem Stand kaufen wir ihren Kuchen



Eindrücke von Alcoutim



über den Praça da República gehen wir wieder heimwärts



wir können noch kurz draußen sitzen



unsere Tagesroute ca. 24km

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