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Dienstag, 29. Januar 2013



an der Repsol-Tankstelle in Los Barrios, wo es auch Autogas - GLP - gibt

Schon kurz nach 6 Uhr ist Annette auf den Beinen und schreibt am Reisebericht. Herbert hält es aber auch nicht mehr lange im Bett. Ein letztesmal gehen wir ins Internet und erhalten das Urteil vom OLG München. Eigentlich wurde es schon gestern geschickt, aber da waren wir nicht mehr im Internet. 25 Seiten, die Herbert erstmal nur überfliegt; Annette will nichts davon wissen. Es ist dann 8:45 Uhr, als wir uns aufmachen zur Gastankstelle. Klirrend kalt ist es wie in den vergangenen Tagen auch. Wir biegen dann auf die A381 ab und als erstes kommt die Ausfahrt 86. Puh, da können wir ja ewig fahren, bis unsere Ausfahrt, die 80, kommt. Aber nach 5km kommt sie schon; sie ist die allernächste nach der 86. So, einen Adapter hat man bei Repsol auch, und es passen 9 Liter Gas in die eine Flasche. Jetzt sind wir wieder für einige Zeit autark.



wir fahren in den Hafen von Algeciras; tausende Container warten hier

Dann also zurück zur A7 und zum Abzweig Hafen - Puerto Norte. Das Hafengelände ist sehr weitläufig, aber alles ist gut ausgeschildert. Die Schilder für Tanger sind in rosa - die für Ceuta in grün. So können wir uns gut orientieren und landen schließlich direkt vor der Pass- und Ticketkontrolle. Es ist 9:45 Uhr. Jemand kommt zu uns ans Fahrzeug und nimmt uns Pässe und Tickets ab. Kommt wenig später zurück mit den Pässen und ausgedruckten Bordkarten (boarding cards) und Vouchers für die Rückfahrt.. Nach dieser Schleuse heißt es Allez Allez, denn ab hier spricht man nur noch französisch, nicht mehr spanisch. Wir sollen uns in die Schlange von Wohnmobilen einreihen, die vor dem Schiff Baleária anstehen. Annette steigt aus und sagt, dass unsere Tickets für die Acciona sind, für 11 Uhr.. Aber das sei egal, sagt man ihr. Wir fahren mit der Baleária und legen schon kurz nach 10 Uhr ab.



jetzt durch die Kontrolle . . .



und dann aufs Schiff



Au Revoir l'Europe

Auf Deck ist dann die Police Maroc, die die Pässe kontrolliert und die von uns ausgefüllten Formulare behält. Die Schlange ist lang, aber es geht flott voran. Wir bekommen einen Stempel in den Pass mit dem heutigen Datum und einen weiteren Stempel mit einer fortlaufenden Nummer. Dann heißt es, sich die Zeit zu vertreiben.



der Blick auf Gibraltar bleibt uns lange Zeit erhalten



Ankunft in Tanger Med

ein letzter Blick auf die Baleária . . .

Nach gut einer Stunde erreichen wir den Hafen von Tanger Med. Schnell vom Schiff herunter und sich an der Zollkontrolle eingereiht. Das Hafengelände sieht so neu und gut aus, als wäre es erst gestern fertiggestellt worden. Wir müssen dann aber ewig warten am Zoll. In etlichen Reihen stehen die Autos und wir Wohnmobilisten in einer extra Reihe. Es geht kaum voran und die Autos hupen ausdauernd und wütend. Selbst bei den Wohnmobilen geht es nur sehr schleppend voran. Es ist irre heiß und wir viel zu dick angezogen. Dann sind auch wir an der Reihe und bei uns geht alles ruckzuck, während die anderen immer noch stehen. Der Beamte behält eines der drei schon gestern im Ticketbüro ausgefüllten Formulare, trägt in alle drei Ausfertigungen eine Nummer ein und das Datum 28.04.13. Die drei Monate, die man im Land sein kann.

. . . bevor wir uns in die endlose Schlange vor dem Zoll einreihen

alle müssen hier durch den Zoll und es dauert ewig, und es ist endlos heiß

im Fährhafen wollen wir mal nach einem Geldautomaten schauen . . .

Wir halten dann am schicken Gebäude des Fährhafens, denn hier muss es doch irgendwo einen Geldautomaten geben, denken wir uns. Es gibt dann sogar zwei. Die höchste auf dem Display angezeigte Summe ist 2.000 Dirham, die nehmen wir. (Der Kurs ist ca. 1:11,2). Beim Weggehen denken wir uns, dass umgerechnet 200 EUR nicht gerade viel sind, also gehen wir nochmal zurück und ziehen am zweiten Automaten nochmal 2.000 Dirham. Sehr bunte aber nagelneue Scheine sind es.

. . . ha, es gibt sogar zwei davon

als allererstes von Marokko sehen wir die vielen schweren LKWs, die den Berg hinunterkommen

Wir halten uns dann in Richtung Tétouan, merken später aber, dass wir nicht auf direktem Wege dorthin sind, sondern in Richtung Küste. Obwohl alles gut ausgeschildert ist nach Tétouan, auch wenn man sich erstmal an die vielen Kringel der arabischen Schrift gewöhnen muss, die natürlich auch auf jedem Schild sind. (Alles ist konsequent zweisprachig, also auch auf französisch.) Die Route geht den Berg hinauf und es stinkt fürchterlich nach Gummi. Zuerst denken wir, dass der Gestank von unserem Phoenix kommt, aber dann denken wir, dass er von den vielen LKWs ist, die den Berg hinunterfahren. Die Straße ist total gut, und so ist auch unser erster Eindruck von Marokko. Alles wirkt nagelneu hier. 

Blick auf einen der Stauseen entlang der Route

die Landschaft ist ein Traum und wird mit jedem Kilometer noch besser

die Straße ist in perfektem Zustand

Blick auf die Stadt Sebta

Aus unerfindlichen Gründen landen wir also in Sebta, einer Stadt am Meer, obwohl noch immer alles nach Tétouan ausgeschildert ist. Es ist ein Gewusel in den Straßen, überall sind Leute und auch Autos unterwegs. In Sebta sehen wir auch die erste Tankstelle, mit Namen Afriquia. Kaum ist Herbert aus der Tür, heißt es Combien? (Wieviel?) - Complet, sagt Herbert, also volltanken. Es ist faszinierend, wie hier jeder französisch spricht bzw. ständig zwischen arabisch und französisch hin- und herspringt. Der Diesel kostet 8,35 Dirham, also ca. 0,75 EUR. Beim Bezahlen mit der Carte Crédit heißt es dann aber Problem de Connection, also keine Verbindung. Wir sollen bar zahlen. Mist, sind schon die ersten 1.170 Dirham weg.

hier wuselt alles von Leuten, die auf den Markt gehen



hinter Sebta fahren wir an einer kilometerlangen Strandpromenade entlang



Ankunft in Tétouan und Blick auf den Gare Routiere, den Bahnhof

Irgendwann, sogar ein Stück Autobahn fahren wir und haben dafür 10 Dirham zu zahlen, erreichen wir also Tétouan. Wir halten die Augen auf auf der Suche nach einem Geschäft von Maroc Telecom (fürs Internet), sehen aber nirgends eines. Jetzt geht die Straße weiter auf der N13, und diese ist nun deutlich schlechter, obwohl sie so gut aussieht und keine Schlaglöcher oder so hat. Aber wir rumpeln und schunkeln ständig hin und her auf den 50km bis Chefchaouen.



die bunte Kleidung der Leute erinnert irgendwie an die Leute in den Anden

Es ist erstaunlich, wieviel Leute zu Fuß unterwegs sind. Beladen wie die Packesel, und später sehen wir auch richtige Esel, die bepackt sind. Jedes Dorf, durch das wir kommen, hat eine Moschee, die immer gleich aussieht. Ansonsten sieht es recht ärmlich aus in den Dörfern, und alle Häuser sind viereckige Kästen mit Flachdach, und auf allen Dächern hängt Wäsche zum Trocknen. Irgendwann halten wir mal an und ziehen uns um, denn es ist irre heiß hier in Marokko. Dagegen war es die letzten Tage in Spanien richtig kalt.



jedes Dorf hat eine solche Moschee



Esel und Hirte müssen ja auch mal rasten



die Fahrt durchs Gebirge ist wirklich zauberhaft, die Straße ist es allerdings nicht so sehr



überall wird Tonware verkauft

Es ist halb vier Ortszeit (man ist hier ja eine Stunde zurück), als wir die Stadt Chefchaouen erreichen. Hier gibt es einen Campingplatz, wo wir erstmal unterkommen und uns akklimatisieren wollen. Ganz oben über der Stadt thront dieser Campingplatz und wir hieven uns den Berg hinauf. Er ist aber gut ausgeschildert. man empfängt uns freundlich und zeigt uns die Plätze. Wir stellen uns dann direkt auf den neben dem Restaurant und am Fuße des Duschhäuschens. Auf diesem Platz haben wir auch WIFI vom Camp. Die Nacht kostet mit Strom 105 DH, ohne Strom 90 DH. Also ca. 9,40 EUR. Wir nehmen dann mit Strom, um unser Gas zu sparen. Am Restaurant gibt es auch eine kleine Verkaufsstelle, wo wir zwei Fladenbrote kaufen. Die schmecken ganz gut und kosten je 2 DH, also 18 Cents. Heute machen wir aber nichts mehr, obwohl wir dann abends noch ewig an der Auswahl der heutigen Fotos sitzen. Der Abend ist überhaupt nicht kalt.



Ankunft auf dem Campingplatz Azani in der Stadt Chefchaouen

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