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Donnerstag, 31. Januar 2013



ein letzter Blick auf den Azani Camp

In der Früh freuen wir uns schon richtig auf den Singsang der Muezzine. Dann stehen wir auf und wollen den Campingplatz später verlassen. Wir haben vor, dass wir unsere Zeit in Marokko nicht allzu schnell angehen, sondern uns erstmal ein paar Tage ans Land gewöhnen wollen. Wir könnten zwar auch auf dem Camp Azani bleiben, aber dafür ist er uns nicht schön genug. Und da wir ja den Campingführer Marokko (von Edith Kohlbach) haben und es da noch viel bessere Camps gibt, wollen wir heute 60km weiterfahren nach Ouazzane, wo es beim Motel Rif eine extra Fläche für Wohnmobile gibt. Laut deren Website muss es eine richtige Oase sein.



wir verlassen die Stadt Chefchaouen und kehren auf die Hauptstraße zurück

Als wir um 10 Uhr Ortszeit startklar sind, sehen wir, dass die fünf Wohnmobile (alles Deutsche) der geführten Marokkotour längst wieder weg sind. Teilnehmer solcher geführten Touren haben eben nie richtig Zeit für irgendwas. Gestern, als wir gegen 16 Uhr auf den Platz zurückkamen, standen die fünf Wohnmobile und das Schweizer Führungsfahrzeug bereits auf dem Platz; die Leute saßen draußen in der Sonne. Auch in der Stadt hatten wir gestern eine große Gruppe deutscher Touristen gesehen, und im Restaurant neben uns saßen zwei deutsche Paare, die nur schnell einen Salat essen konnten und dann, husch husch, zurück zur Gruppe mussten. Da haben wir es besser; wir haben alle Zeit der Welt, oder jedenfalls noch 88 Tage.



unterwegs sehen wir wieder manchen Packesel

Wir fahren also den Berg wieder hinunter, haben eine letzten Blick auf Chefchaouen und schwelgen noch in Erinnerungen an gestern. Den Besuch dieser Stadt können wir nur jedem Marokkofahrer empfehlen. Es war ein wunderbarer Auftakt für uns. Nach etlichen Serpentinen sind wir dann wieder unten auf der Hauptstraße und fahren auf der N13. Wir schalten auch mal das Navi an, aber das gibt eine Entfernung nach Ouazzane von 227km an, obwohl es nur 60km sind. Na, wir fahren eh selten mit Navi, und hier in Marokko sind die Routen bisher immer sehr gut ausgeschildert, und konsequent zweisprachig.



alles ist konsequent zweisprachig, sodass man sich überall zurechtfindet



die Straße ist überwiegend gut



ein paar Verkaufsstände gibt es am Straßenrand



die Fahrt geht durchs Rif-Gebirge



die Berge sind einfach großartig

Unterwegs kommen uns fast ausschließlich Taxis entgegen, und fast alle sind von Mercedes. Alte 1970er und 80er Modelle, die vom Design her noch richtig formschön und schnittig waren. Man sieht, dass sie immer noch laufen und laufen und nicht kaputt zu kriegen sind. Ansonsten sehen wir auch wieder manchen Packesel, und die Einheimischen stehen auf kleinen Feldern und pflügen mit Esel und Holzflug den Boden. Ein mühseliges Leben wie eh und je.

es ist gewiss ein mühseliges Leben

wir erreichen die Stadt Ouazzane

Irgendwann, denn 60km sind ja nicht die Welt, und nicht mal Afrika, erreichen wir die Stadt Ouazzane. Besonders einladend wirkt die Stadt nicht, auch steht im Reiseführer nichts besonderes über die Stadt geschrieben, und so halten wir uns direkt nach den blauen Schildern zum Motel Rif, das dann etwa 4km außerhalb der Stadt liegt. Als wir auf deren Gelände fahren, kommt schon gleich jemand und zeigt uns, dass wir nach rechts auf die große Stellfläche fahren können. Er kommt dann zu uns und begrüßt uns in perfektem englisch. Dass es eine angrenzende Fläche gibt, wo wir weiter weg von der Straße stünden. Da fahren wir also hin und finden auf den ersten Blick alles richtig gut. Zwischen den beiden Flächen gibt es zwei kleine Waschhäuschen. Wir sagen dem jungen Mann, dass wir gleich zu ihm kommen und den Papierkram erledigen werden. Eine Nacht incl. Strom und Warmduschen kostet 70 DH.

Ankunft am Motel Rif

Halb auf dem Weg zu ihm in die Rezeption kommt er uns wieder entgegen und sagt, dass wir uns besser ins Restaurant setzen, da wäre es hübscher und wir könnten da auch unseren Begrüßungstee einnehmen. Es ist toll, dass er perfekt englisch spricht, denn so können wir ihn mal fragen, wie man Bitte und Danke usw. auf arabisch sagt bzw. ausspricht. Er ist verblüfft, dass Annette auf Anhieb die arabische Aussprache so gut hinbekommt. Er fragt sie, ob sie schon mal in einem arabischen Land war? War sie nicht, aber in der Türkei sagt man den Gruß As salâmu alêkum ja auch auf arabisch, oder jedenfalls hatte man das vor 20 Jahren, also vor dem Internetzeitalter, noch getan. Heute kann das natürlich alles verlorengegangen sein. So, heute machen wir nicht mehr viel. Wir setzen uns in die Sonne und lassen es uns gutgehen. Später drehen wir noch eine Runde über den Platz und schauen uns alles an. Abends sind wir dann nicht mehr die einzigen Wohnmobilisten, sondern es kommen noch drei andere Paare auf den Platz. Von der Straße hört man später nicht mehr viel.  

hier haben wir uns niedergelassen

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