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Dienstag, 22. Januar 2013



wir sind in westlicher Richtung unterwegs

Am Sonntag hatte es noch geheißen, dass zwei regenfreie Tage im Anmarsch sind. Nun hatte es aber schon die ganze vergangene Nacht geregnet und wir stehen auch bei Regen auf. Direkt im Regen wollen wir nicht weiterfahren, weil wir dann ja auch anderswo nicht aussteigen werden. Während der Wartezeit erfahren wir von unserem Anwalt. dass das OLG das Urteil bis Ende der Woche geschrieben haben will. Na, vielleicht glauben die das ja selbst? Dann aber wird es heller, der Regen hört auf und wir können um 12 Uhr Ortszeit losfahren. Unser Ziel ist die Stadt Elvas, die zu den größten im Alentejo zählt.



Ankunft in Elvas

Als wir die Stadt erreichen, fällt uns als erstes der riesige Aquädukt auf, der sich auf mehrere Kilometer streckt. Später lesen wir, dass er sich auf fast 8 Kilometern erstreckt von der Quelle bei Amoreira bis zu dem Brunnen Fonte da Misericórdia im Stadtzentrum. Er gehört mit seinen unterirdischen Gängen und einem ebenerdigen Kanal zu den bedeutendsten Beispielen der hydraulischen Architektur Portugals. Die gewaltigen, von kräftigen Strebepfeilern gestützten Bögen erreichen teilweise eine Höhe von 31 Metern. Man hatte, so lesen wir, zwar schon in 1537 mit seinem Bau begonnen, aber aufgrund diverser technischer und finanzieller Schwierigkeiten dauerte es bis 1622, bis die Wasserversorgung endlich aufgenommen werden konnte.



wir stehen direkt an der Kirche Nossa Senhora das Dores mit Blick auf den Aquädukt



der Aqueduto de Amoreira, ziviles Wahrzeichen von Elvas, erstreckt sich auf fast 8 Kilometern

Aber auch sonst kann die Stadt mit einigen Superlativen aufwarten: Elvas - Königin des Grenzlandes (Rainha da Fronteira), oder auch die Festungsstadt genannt, erstreckt sich heute weit über die ursprünglichen sternförmigen Mauern hinaus und gilt als der wichtigste Festungsort im Grenzgebiet und als eine der größten Bastionen der Welt. Natürlich zählt Elvas zum UNESCO-Weltkulturerbe, und zwar seit 2012.



zuerst müssen wir durch das Tor der äußeren Mauer . . .



. . . dann durch das Tor der inneren Mauer

Wir machen uns dann auf in die Stadt, und weil der Parkplatz recht gut liegt, haben wir nicht weit zu laufen, um zuerst durch die äußere und dann durch die innere Mauer zu gehen. Es ist recht kalt heute, aber der Himmel ist blau und vorerst kein Regen in Sicht. Wir kraxeln erstmal hinauf zur Burg und finden uns dann aber vor deren geschlossenen Toren wieder.

immer höher geht es hinauf zur Burg

die alten Gassen lieben wir immer sehr

die Burg thront auf einem Hügel über der heutigen Stadt

überall sind Mauerringe zu sehen

Die Aussicht ist wie immer von allen Burgen aus prächtig. In der Ferne sind die Festungen Forte de Santa Luzia und Forte da Graça zu sehen, die sternförmig angelegt sind. Dann steigen wir die steilen Gassen hinab zur Altstadt und kommen direkt auf den Hauptplatz der Stadt, den Praça da República, der gewaltige Ausmaße hat. Vor allem gefällt uns das Muster, das in den Pflasterstein gearbeitet wurde. Auf dem Platz befindet sich auch die Touristinformation, wo wir diverses Kartenmaterial und noch mehr Informationen bekommen. Die Angestellte kreist so viele wichtige Gebäude auf dem Stadtplan ein und hört gar nicht mehr auf, uns dies und das zu empfehlen. Puh, da haben wir ja was vor uns

wie ein Teppich sieht der Boden auf dem Praça da República aus

der Kirche Nossa Senhora da Assunçao steht auf dem Platz der Republik

durch diese Tor verlassen wir den Platz der Republik

Wir lesen, dass es die Stadt Elvas ihrer strategischen Lage verdankt, dass hier nach den Unabhängigkeitskriegen gegen Spanien die erste Festungsstadt errichtet wurde. Sie bestand aus sieben Bastionen und vier Halbbastionen und gehört in ihrer endgültigen Form und einem Umfang von mehr als zehn kilometern zu den größten und besterhaltenen Bastionsbefestigungen der Welt.

alles macht einen prächtigen Eindruck

die Igreja da Misericórdia ist mitten in der Stadt

Blick auf das frühere Militärhospital

wir wandeln an der Stadtmauer entlang

Wir laufen von einer Kirche zur anderen, und die meisten sind wunderbar restauriert. Dann wandeln wir ein wenig an den Festungsmauern entlang, denn die gesamte Stadt ist ja von ihnen umschlossen. wir laufen in östlicher Richtung und wundern uns, warum plötzlich so viele alte Panzer im Festungsgraben stehen? Dann sehen wir auch schon das Museu Militar, das Militärmuseum, wo noch mehr altes Kriegsgerät ausgestellt ist.

Blick auf die Festung Forte de Santa Luzia

die Stadtmauern umschließen die gesamte Stadt

hier geht es zum Museu Militar

Blick auf das Kloster - Convento de São Domingo

Wir werfen dann auch einen Blick in die Kirche São Domingo, die innen angenehm schlicht ist. Nur wenig Gold an den Wänden, die ansonsten weiß sind und nicht mal die blauen Kacheln haben. Es wird immer kälter draußen und gern würden wir irgendwo essen gehen, aber etwas passendes hat sich bis jetzt nicht gefunden. Irgendwann gelangen wir an die Bibliothek, die wirklich prächtig ist. Dann fängt es zu regnen an und wir erinnern uns an ein Schild zum Restaurante Girassol in der Altstadt. Girassol heißt Sonnenblume und das hört sich doch schön an, nicht? Und so machen wir uns auf den Weg dorthin.

auch hier sind die Gassen eng und steil

die Biblioteca Municipal ist beeindruckend in ihrer Pracht

als es zu regnen anfängt, kehren wir ins Restaurante Girassol ein

Sonnenblumen überall

das Essen ist einfach aber gut

Es ist dann sehr gemütlich und heimelig im Girassol, das Essen zwar einfach, aber dafür schmeckt es gut. Draußen laufen die Leute mit Regenschirm und drinnen sitzen wir bei den Sonnenblumen. Der Besitzer ist sehr um uns bemüht und sehr freundlich in seiner Art. Ihn werden wir wohl als den letzten Portugiesen in Erinnerung behalten, denn morgen wollen wir aufbrechen, über Spanien in Richtung Süden, weil das Wetter ja nichts gutes verspricht. Der Abend wird dann auch wieder richtig kalt und es ist der allererste Abend, an dem wir heizen müssen. Da kann man sich vorstellen, dass die Temperaturen tags auch nicht gerade üppig sein konnten.  

eine sehr kalte Nacht steht uns bevor



unsere Tagesroute ca. 51km

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