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Freitag, 04. November 2016



es geht über die Bahnschienen zur Talstation der Standseilbahn

In der Nacht schüttet es aus Eimern, und so gegen 5 Uhr blitzt und donnert es überm Rio Lima wie wild. Was das für Kracher sind. Schön, dass Annette wieder richtig ist im Kopf. Heute frühstücken wir bei Starkregen und glauben, dass das heute wohl nix mehr wird mit dem Wetter. Schade, dass wir gestern nicht mehr die Standseilbahn genommen haben, die hinaufführt zur Wallfahrtskirche Santa Luzia. Jetzt müssen wir erstmal warten, wie es mit dem Wetter wird und ob wir irgendwann weiterfahren können. So gegen 11 Uhr hört der Regen auf und reißt der Himmel auf. Damit hatten wir ja gar nicht mehr gerechnet, zumal die Wetterkarte für heute auch ganz verheerend aussieht. Wir warten noch etwas, damit die Fußwege trockener werden und gehen dann los in Richtung Bahnhof; die Talstation der Standseilbahn soll ganz in der Nähe sein.



Ankunft am Elevador de Santa Luzia



die beiden Kabinen rumpeln hinauf und hinunter

Die Station ist gut ausgeschildert in der Stadt als Elevador de Santa Luzia. Die Station ist eher schlicht, nicht so doll mit Kacheln ausgekleidet wie sonst immer. Hin- und Rückfahrt kostet 3 EUR und die Bahn steht auch schon da. Schwups, hinein und los. Sieht ganz schön steil aus. Die Bahn rumpelt dahin. Auf der Rückseite des Billets lesen wir, dass die Standseilbahn in 1923 gebaut wurde und in 2005/06 totalrestauriert wurde. Ganz schön rumpelig. Es ist die längste (650m) und steilste Standseilbahn - Funicular - des Landes. Oben angekommen sind wir überwältigt von dem Bau der Wallfahrtskirche. Sie wird hier als Tempel-Monument bezeichnet. Sie besteht aus Granitblöcken. Mehrere Eingänge führen hinein. Drinnen sind die Wände angenehm schlicht, keinerlei Pomp. Uns gefallen die drei riesigen Fensterrosetten. Der Blick hinunter auf Viana do Castelo ist großartig.



ein erster blick auf das Tempel-Monument Santa Luzia

Auf einer Infotafel in 5 Sprachen lesen wir, dass das Tempel-Monument an den Namen der Santa Luzia (gesprochen Lusia), einer Augenärztin, erinnert, zu der im Jahre 1882 der Kapitän der Kavallerie Luis de Andrade e Sousa in einer Kapelle, die hier existierte, ging, da er an einer Augenentzündung litt. Nach seiner Genesung, als Belohnung für die erhaltende Gnade und Heilung, schwor er, den Ort zu einem touristisch-religiösen Ort zu machen und dieser dann das Aushängeschild der Region werden würde. Anstelle der kleinen Kapelle wurde dann dieses Tempel-Monument gebaut, mit Geldern der Gläubigen. Nachdem wir von hier oben aus Viana do Castelo und die Mündung des Rio Lima ausgiebig betrachtet haben, gehen wir zurück zur Bergstation der Standseilbahn. die Bahn ist aber gerade abgefahren, sodass wir wieder nach draußen gehen. Auf der Rückseite der Billets liest Annette, dass von ganz oben unter der Kuppel der Blick auf Viana am schönsten sei. Kann man denn da hochsteigen? Vorhin hatten wir ein Drehkreuz gesehen, durch das Leute hinausgingen aus der Kirche.



die drei Fensterrosen sind die größten der iberischen Halbinsel



ein Fahrstuhl führt hinauf und dann sind da noch diese Treppen

Wir schauen uns noch einmal genau um. An einem der Eingänge lesen wir tatsächlich Elevador. Ein Ticketautomat ist da und ein gläserner Fahrstuhl. Es heißt, dass die letzten 30m nicht mit dem Fahrstuhl genommen werden können. Das ist nix für den Herbert, und so fährt Annette allein hinauf (1 EUR). Oben gibt es dann zwei Plattformen, zu denen vielleicht 15 Stufen führen. Dreißig Meter weiter hinauf geht es aber nirgends. Trotzdem ist der Ausblick von hier oben einmalig. Auf der Infotafel vorhin hatte es geheißen, dass das Panorama, das man vom Tempel-Monument aus auf den Rio Lima, der in den Atlantischen Ozean mündet, hat, das Grüne der Gebirge, der rauhe Putz der Häuser und die Freude der Straßen und der Menschen vom National Geographic Magazine als drittschönstes der Welt eingestuft wurde. Also das finden wir jetzt vielleicht doch etwas übertrieben. Auf einer anderen Tafel ist wieder die Rede von einem der weltschönsten Ausblicke von hier oben, und dann lesen wir, dass sich das auf die Ausgabe des National Geographic Magazins von November 1927, Vol. 52, bezieht. Ja, dann ist alles klar. Wir gehen zurück zur Standseilbahn und haben die Kabine diesmal für uns allein. Sieben Minuten dauert die Fahrt, hatten wir gelesen.



das Panorama gilt als eines der schönsten der Welt



noch ein Blick von oben



im Sommer kommen bestimmt viele Leute hierher



wir fahren wieder hinunter



die ganze Kabine für uns allein



an der Weiche begegnen sich die beiden Kabinen jeweils

Auf dem Heimweg kaufen wir noch eine Packung Milch und sind dann wieder daheim. Dort spricht uns später ein Radfahrer an, ein Deutscher, der seit vier Monaten mit dem Fahrrad unterwegs ist. Über Belgien und Frankreich und Spanien - immer an der Küste entlang - will er über Portugal immer weiter bis schließlich Zaragoza, wo es mit dem Bus wieder heimwärts gehen wird. Er sagt, dass er sich langsam beeilen muss; er muss am 15. Januar seine Arbeit wieder antreten. Fassadenverkleidung (Glasfassaden) in der Schweiz; er tut es als Fassadenkletterei ab. Solche Fahrradtouren macht er alle zwei Jahre und lässt sich von der Arbeit freistellen. Ein interessanter Mann, der uns eigentlich nur um etwas heißes Wasser für einen Kaffee gebeten hatte. Er sagt, dass er maximal vier Nächte pro Woche im Zelt schliefe, die anderen Nächte verbrächte er in Pensionen. Die spanische Küste fand er hart, weil das Land so irre gebirgig ist. Jetzt in Portugal könne er Kilometer machen, so 100km pro Tag, das Land sei ja flach. Wir wünschen ihm eine gute Weiterfahrt. Später kommt noch ein schönes Holzsegelboot hier vorbei, unter holländischer Flagge. Ein schöner Tag geht zu Ende.



abends kommt noch ein schöner Segler hier vorbei

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