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Dienstag, 25. September 2018



der Molli aus Richtung Kühlungsborn kommt angeschnauft

Für heute ist nochmal ein sonniger Tag vorausgesagt. Den wollen wir nutzen und einen Ausflug machen. Und morgen - morgen wird es ja null Stunden Sonne geben - werden wir uns mal auf den Stellplatz in Elmenhorst begeben und dort Strom tanken. Fahren wir heute nach Kühlungsborn oder nach Wismar oder beides? Wir finden, dass wir erstmal nur nach Kühlungsborn fahren und dann mal weitersehen sollten. Vorbei geht es an Bad Doberan und den herrlich alten Bäumen, die die alte Landstraße säumen. Und schon kommt wieder der Molli angeschnauft. Wie süß. Wir durchfahren Heiligendamm und erreichen Kühlungsborn-Ost. Annette kann sich wirklich nicht mehr entsinnen, ob nun Kühlungsborn-Ost oder West besser ist. Kühlungsborn ist jedenfalls in Ost und West geteilt und diese Ortsteile hießen bis 1938 Arendsee und Brunshaupten, das weiß sie noch. Es gibt auch zwei Bahnhöfe - Ost und West - wo der Molli eintrudelt. Es ist leicht, jetzt in der Nachsaison einen Parkplatz zu finden und schon wandeln wir auf der Geschäftsstraße. In einem der recht schicken Geschäfte gibt es Einzelteile für nur 10 EUR das Stück. Annette findet eine Jacke, die ihr bis zum Oberschenkel geht. Genau das richtige für die Jahreszeit. Die hat mal 90 EUR gekostet und dann schrittweise immer weiter herunter bis auf 10 EUR. Und weil das Geschäft gerade auf alles 30% gibt, bekommen wir die Jacke für 7 EUR. Das Schnäppchen des Jahres. Bald schon finden wir uns an der Seebrücke wieder. Auf einer Tafel lesen wir, dass dies die erste Seebrücke an der Mecklenburger Ostseeküste war, die nach 1990 gebaut wurde.



Durchfahrt durch Heiligendamm


 



wir erreichen Kühlungsborn-Ost



ein erster Blick auf die Seebrücke, die am 3. Oktober 1991 eingeweiht wurde



jetzt müssen noch die restlichen Strandkörbe weggeholt werden



fast überall ist die Ostseeküste schön



hier noch die Gedenktafel

Es ist sonnig, aber so richtig warm ist es natürlich nicht. Wir wandeln auf der Promenade und kommen an einem alten Wachturm vorbei, der früher der Bewachung der Küste gedient hat. Hatten ja viele versucht, über die Ostsee in den Westen zu fliehen; nur wenigen ist das gelungen, die meisten wurden aufgegriffen oder sind ertrunken. Der Turm kann bestiegen werden, aber auf eigene Gefahr. Annette sieht sich schon hinaufkraxeln. Es gibt zwei Stahlleitern, die versetzt sind; man muss in gewissen Abständen von der einen Leiter über eine Plattform zur anderen Leiter steigen. Das will sie dem Herbert jetzt nicht antun, dass noch was passiert, aber nächstesmal wird sie wohl hinaufsteigen. In einem kleinen Prospekt lesen wir, dass der Turm und das angrenzende kleine Museum zum Thema Flucht über die Ostsee immer nur dienstags und freitags von 15 bis 17 Uhr geöffnet ist. Haben wir ja Glück heute. Auf großen Tafeln sind mehrere Fluchten - geglückte und missglückte - geschildert. Im winzig kleinen Museum ist ein Originalpaddelboot und ein Schlauchboot ausgestellt und viele weitere Informationen. Alles ist sehr gut gemacht; es sind recht viele Leute, die sich wie wir hier umschauen, und draußen am Turm erläutert jemand, wie das damals war. Kühlungsborn war ein idealer Ausgangspunkt, um von hier aus über die Ostsee nach Fehmarn, das nur 40km entfernt war, zu kommen. Entsprechend bewacht wurde die Küste hier und mussten die Einheimischen das abschreckende Kontrollsystem der Grenzbrigade Küste ertragen.



man kann hier endlos wandeln auf der Promenade



Annettes neue Jacke - und da im Hintergrund ist der alte Wachturm


 



zwei Stahlleitern führen versetzt hinauf zur Kanzel



es gibt einige dieser Infotafeln


 


 



wir sind im Café der Mecklenburger Backstuben

Wir setzen uns auf einen Kaffee - und Kuchen für Herbert - ins Café der Mecklenburger Backstuben. Schön in die Sonne, aber da wimmelt es nur so von Wespen. Müssen wir deswegen wirklich in den Schatten ausweichen? Müssen wir wohl. Also ein Tisch im Schatten. Wir schauen dann auch noch in dieses und jenes Geschäft. Die Läden hier haben edlere Sachen als anderswo, und jetzt am Saisonende gibt es gute Rabatte. Wir finden aber nichts für uns. Dann mal los nach Kühlungsborn-West. Huch, eine Stunde fürs Parken für 3 EUR? Wir stellen uns auf den Parkplatz von Lidl. Vorbei geht es an der einst schicken Villa, das man früher das Judenschloss genannt hatte. Total verfallen und wohl nicht mehr zu retten. Total schade; Annette hat schöne Erinnerungen an dieses Gebäude, damals im Juli 1990. Alles andere in Kühlungsborn-West ist schön und mondän. Wir tun ein paar Schritte die Promenade entlang und biegen auch ab zur Gasse "Unter den Kolonnaden". Was für schöne maritime Dekorationen es da in einem der Läden gibt. Es geht auf 17 Uhr zu und wir begeben uns auf die Heimfahrt. Und schon wieder begegnet uns der gute alte Molli. Ein schöner Tag geht für uns zu Ende.


 



schön ist es in Kühlungsborn



wir erreichen Kühlungsborn-West



hier die Rückseite des Judenschlosses - die Vorderseite sieht ganz verheerend aus (direkt an der Promenade gelegen)



Kühlungsborn-West



ein Schiff wird kommen, und da ist es auch schon



Kühlungsborn-West


 


 



"Unter den Kolonnaden"



man kann dem Molli einfach nicht entkommen

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