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Dienstag, 08. Oktober 2019

Nur gut, dass der Mensch fast alles doppelt hat: Zwei Arme, zwei Beine, zwei Augen usw. Denn Annette kann ihren rechten  Arm überhaupt nicht bewegen, geschweige denn verwenden. Allein schon die Mühsal, bis sie am Morgen aus dem Bett ist. Die Nacht war schrecklich, und Herbert muss sie heute ständig bedienen. Er muss auch allein einkaufen gehen und den Abwasch bewältigen. Als der Herbert weg ist zum Einkaufen und die Nachbarn auch mit dem Auto weg sind, klingelt es an der Haustür, aber weil kein Postauto o.ä. zu sehen ist, geht Annette gar nicht erst an den Sprechfunk. Das hat sie sich abgewöhnt, dass sie in der heutigen Zeit jeden Hans und Franz ungesehen ins Haus lässt. Hat man ja schon oft gesehen, wohin falsche Höflichkeit führen kann. Herbert bindet Annette dann aus einem langen Schal eine Schlaufe, in die sie ihren Arm stecken kann, damit sie dessen Eigengewicht nicht mehr so spürt. Ein schöner Mist, wenn man sich nicht bewegen kann. Man fühlt sich wie hundertjährig und das Leben verlangsamt sich total. Aber auf die Idee von Schmerztabletten würde sie trotzdem nicht kommen. Na, hoffentlich ist das alles morgen wieder besser.

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