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Montag, 04. November 2019

Jetzt ist Annette so richtig drin in der Mühle. Heute muss sie zum HNO, weil letztens beim Zahnarzt bei der Röntgenaufnahme zufällig eine Zyste im Oberkiefer entdeckt wurde. Beim HNO haben sie für dieses Jahr keine Termine mehr, aber Annette konnte die Rezeption überzeugen, sie doch noch dranzunehmen. Heute also um 8:45 Uhr, aber mit Wartezeit. Egal, es regnet ja sowieso schon wieder seit Tagen. Als Annette um 8:20 Uhr eintrifft, sind so viele Leute an der Rezeption, dass sie lieber draußen im Treppenhaus wartet, als sich drinnen bei den vielen Leuten noch einen Virus einzufangen. Als sie nach 8:45 Uhr an der Rezeption ist, wird sie gefragt, ob sie lieber wieder heimgehen und um 10:30 Uhr wiederkommen mag. Überall stehen Leute in den Gängen. Sie muss noch ein Formular ausfüllen und geht dann heim. Na, jedenfalls ist sie nach ihrer Wiederkehr dann um 12:05 Uhr dran. Die Ärztin fragt, ob Annette Beschwerden mit der Zyste hat. Nein. Sie schaut sich das Röntgenbild an und sagt, dass sie nur raten kann, auf keinen Fall zu operieren oder irgendwas. Wenn Sie die Zyste nicht stört, dann bloß nichts unternehmen. Das will Annette ja sowieso nicht. Trotzdem fragt sie, was denn gemacht würde in so einem Fall. Die Ärztin sagt, dass man durch die Nase gehen kann, um an die Zyste zu kommen (das wäre Sache der HNO) oder den Kiefer aufschneidet (Kieferchirurg). Da vorn am Oberkiefer ist aber ein Nerv, der beschädigt werden könne. Und außerdem würde von der OP der Kiefer (oder der Gaumen, Annette weiß es nicht mehr) schrumpfen. Also machen Sie am besten auf keinen Fall irgendwas. Diese Ärztin ist mal richtig gut. Sie schaut sich auch gleich noch Annettes Kehlkopf und Trommelfell an und in die Nase. Alles sieht total gut aus. Ja, sagt Annette, ich finde auch, dass ich noch richtig gut beisammen bin für mein Alter. Die Ärztin will trotzdem von der Zyste ein CT machen lassen. Früher, sagt sie, hat man das bloß geröntgt, aber das ist heute ja nicht mehr zeitgemäß, heute steckt man jeden in die Röhre. Wo wollen Sie hin, Lütten-Klein, Saarplatz, Paulstraße (und noch ein paar andere Adressen). So viele CTs hat man überall, die müssen auch alle Geld einbringen. Annette sagt Paulstraße, hat aber schon beschlossen, das mit der Röhre gar nicht mehr zu machen. Gegen halb eins ist sie wieder daheim. Natürlich regnet es immer noch. Sie will sich auch noch bei allen Lesern bedanken, die ihr geschrieben haben wegen der Mammographie. Sie hatte das alles auch so ausführlich geschrieben, weil es ja vielleicht viele Leserinnen interessiert und weil es wichtig ist. Im Gegensatz zu Annette sind die meisten Frauen ja auch Mütter, und man mag sich gar nicht ausmalen, was für eine Angst man den Frauen macht, wenn doch eigentlich gar nichts schlimmes am Busen ist. Der Herbert hätte bestimmt auch einen gehörigen Schrecken bekommen, wenn er statt Annette ans Telefon gegangen und ihm gesagt worden wäre, der Termin für die OP ist am 12. November. Aber Schluss jetzt damit, jetzt verlassen wir die Ärztemühle erstmal wieder und freuen uns auf schönere Dinge im Leben.

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