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Samstag, 09. November 2019

Der 9. November - der Tag des Mauerfalls vor 30 Jahren. Annette hatte vor 5 Jahren schonmal ein kleines Résumé geschrieben über die Zeit ab 1989. Im Gegensatz zum 25. Jahrestag des Mauerfalls vor 5 Jahren redet man heute immerzu von OSTDEUTSCHLAND und DEM OSTEN  und DEN OSTDEUTSCHEN. Das sind die einen und das sind die anderen. Man trennt fein säuberlich, wie DIE-IM-OSTEN bei Wahlen gewählt haben. Das geht so weit, dass man von einer Ost-CDU und von den-ostdeutschen-Ministern redet. Es gibt Fernsehsendungen wie "Geeintes Deutschland - oder doch nicht", oder "Wem gehört Ostdeutschland?".  Man spaltet das Land, und die einen sagen: Jetzt hat man so viel Geld in den Osten gepumpt und dann sind die immer noch nicht zufrieden. Ja, bei den einen hat sich seit 1989 auch fast nichts geändert bis auf die Postleitzahl und dass Bonn nicht mehr die Hauptstadt ist. Der §175, der Schwulenparagraph, wurde bei den einen Anfang der 1990er Jahre dann auch endlich abgeschafft. Das war es dann aber auch schon an Veränderungen und der Alltag konnte so weitergehen, während sich bei den anderen praktisch das ganze Leben geändert hat. Es ist leichter, bei den anderen das aufzuzählen, was sich nicht geändert hat. Die deutsche Sprache und dass ein jeder seinen Namen behalten hat. Selbst das Ampelmännchen und der Grünpfeil sollten weg; alles sollte komplett ausradiert werden. Richtig unangenehm ist Annette die Nationalhymne, die sie immer an die Nazizeit erinnert. Aber deswegen soll man ja auch bloß die dritte Strophe singen.. Und jetzt benutzt die AFD den Osten, um das Land zu spalten, was ja auch prima gelingt. Warum sollten Parolen, die vor mehr als 80 Jahren bei den Volksdeutschen funktioniert haben, nicht auch heute funktionieren? Gestern kam ein guter Satz im Nordmagazin: "Die Leute in MV fühlen sich nicht als Ostdeutsche, sondern als Norddeutsche". Aber das wird wohl noch jahrelang DER OSTEN sein. Man ist es langsam leid, noch immer nach Himmelsrichtung kategorisiert zu werden. Keiner kann sich Geburtsort/-land, Haarfarbe, Augenfarbe, Name, Eltern usw. aussuchen. In diesem Sinne ist es ganz schön wenig, sich etwas darauf einzubilden, aus DEM WESTEN zu sein. So eingelullt und bequem, wie deren Leben war und ist, wäre es ihnen bestimmt schwerer gefallen, die vielen Umwälzungen zu bewältigen, die ein jeder von den anderen zu bewältigen hatte. Annette persönlich - wie den meisten IM OSTEN - geht es sehr gut, aber ihr Herz wird immer für ihre Landsleute schlagen. Beschämend ist, dass die AFD, diese Westpartei, den Osten so benutzt für ihre Zwecke. Andererseits liegt die AFD in Gesamtdeutschland bei 14%, was auch nicht gerade wenig ist. In diesem Sinne; Auf die nächsten 30 Jahre, und wir sind nicht alle doof.

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