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Freitag, 17. November 2017



bei uns wird noch traditionell gekocht

Mittlerweile haben wir von unseren Freunden gehört. Sie wollten ja mit zwei Wohnmobilen, also als zwei Paare, in die Überwinterung starten. Jetzt lesen wir, dass sie im Trio fahren. Na, da sind wir mal gespannt, wann es zum Streit kommt. Wir würden uns das nicht mehr antun, mit einem anderen Paar zu reisen. Als wir lange am Frühstückstisch sitzen - wir stehen immer sehr früh auf und trödeln dann lange herum - sagt Herbert um 8:55 Uhr: Es ist fünf vor neun, wir wollten doch um neun weiterfahren, jetzt müssen wir uns aber wirklich beeilen, die anderen warten bestimmt schon . . . Nee, das ist keine Freiheit für uns. Der Tag geht so dahin bei Schlechtwetter; wir kochen dann auch einen Gemüseeintopf und nicht das, was für heute geplant war. Abends schalten wir uns durch die Kanäle und bleiben bei RTL hängen. Überall nackte Leute im Bild. Was ist das denn? Die Sendung heißt "Adam & Eva im Paradies" oder so. Haben wir noch nie von gehört. Was für Gestalten. Blondierte Haare, porzellanweiße Zähne (die wahrscheinlich im Dunkeln leuchten), ein halbes Pfund Make-up im Gesicht, diverse Piercings, kilometerlange Fingernägel, Gummititten. Noch was vergessen? Ach ja, richtig: die großflächigen Tattoos. Ein Wahnsinn. So viel Künstlichkeit. Selbstvertrauen = 0. Es zählt nur die Äußerlichkeit. Was hat das alles mit dem Paradies zu tun? Von den ganzen Gestalten kennen wir nur die Patricia Blanco, weil wir früher immer "Goodbye Deutschland" geschaut haben. Als sie mit diesem Kabelbinderheini aus Monaco zusammen war. Diese Sendung da von der Südseeinsel zeigt einem, wie die Gesellschaft in zehn Jahren sein wird. Wenn man sich vorstellt, heute Anfang 20 zu sein; da wäre man womöglich genauso bekloppt wie alle anderen. Herbert sagt, ach, ich könnte mit dir auch auf so einer Insel sein, aber nur wir zwei und ohne Kameras und ohne diesen ganzen Kitsch. Ach ja, am Ende sind wir ja doch Leute, die in den Süden gehören. Wir denken auch ganz oft an unsere schöne Zeit auf Kreta zurück, wie unkompliziert alles war.    

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