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Samstag, 23. März 2019

Hier mal wieder ein Lebenszeichen von uns, denn wir leben ja immerhin noch. Herberts Nase ist wieder so, als wäre ihm nie ein Unglück passiert; Annette kann ihm auch schon wieder auf der Nase herumtanzen, was ja die ersten Tage nicht möglich war. Als wir nach dem Sturz dann irgendwann das erstemal mit dem Auto rausfuhren, lagen auf der Mittelkonsole noch die blutigen Taschentücher. Vom Dachboden hatten wir uns zwei Wandbilder geholt und diese in Schlafzimmer und Küche aufgehängt. Das sieht ganz hübsch aus, und bevor sie jetzt jahrelang auf dem Dachboden liegen, können wir sie lieber verwenden. Jetzt sind es aber immer noch sechs oder sieben überzählige Bilder. Annettes Blutdruck ist nun nach mehreren Umstellungen oder Einstellungen mittels Tabletten tadellos. Von der Stasi-Unterlagenbehörde kam Nachricht: "Die Recherchen, die ... in allen infrage kommenden Karteien durchgeführt  wurden, sind abgeschossen. Diese Recherchen haben ergeben, dass Ihr verstorbener Vater vom Staatssicherheitsdienst der ehemaligen Deutschen Demokratischen Republik mit seinen Personalien erfasst war. Die Erfassung deutet darauf hin, dass Unterlagen zu ihm vorhanden sein könnten. Sie würden aber nur Zugang zu den Informationen erhalten, die sich auf den von Ihnen angegebenen Zweck Ihres Antrags beziehen." Dann steht noch drinnen, dass man von zwischenzeitlichen Nachfragen abzusehen habe aufgrund der hohen Anzahl der vorliegenden Anträge und dass mit einer erheblichen Wartezeit zu rechnen sei . . . Schön blöd, das alles. Klingt ja fast so, als würden sie einen dann nur Bruchteile lesen lassen und nicht die gesamten Akten. Als nahe Angehörige muss ja ein begründetes Interesse auf Akteneinsicht bestehen, und Annette wurden von der Mitarbeiterin der Behörde damals die Worte in den Mund gelegt, die dieses Interesse begründen. Wäre ja schön bescheuert, wenn man sie jetzt nur durch ein Schlüsselloch gucken ließe statt des gesamten Umfangs. Dann hätte sie sich das ja alles sparen können.

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