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Donnerstag, 28. März 2013



im dritten Dorf müssen wir abbiegen auf die Piste

Es geht lebhaft zu auf dem Camp, wenn so viele Leute da sind, auch wenn diese alle im Hotelbus wohnen und eigentlich nur wenige Wohnmobile da sind. Herbert läuft der Alleinreisenden über den Weg, die ihn fragt, ob wir irgendwas gegen Erkältung hätten. Sie quält sich schon lange mit einer Bronchitis und sie geht einfach nicht weg. (Garantiert von der Klimaanlage im Bus.) Aber da wir ja praktisch nie erkältet oder so sind, haben wir nichts rechtes im Hause außer Paracetamol, das Universalmittel. Das bringt Annette der Frau und ist erstaunt, welch hübsches Plätzchen der riesige Hotelbus in einer Nische eingenommen hat. Als Außenstehender kann man so gut wie nichts sehen. Man baut gerade alles fürs Frühstück auf und hat da, wo normalerweise die Koffer untergebracht sind, eine riesige Kiste mit Baguettes usw. stehen. Auch sind natürlich Tische und Bänke aufgebaut. Aber mit der Tablettenschachtel, die Annette der Frau geben will, kann diese nichts anfangen; die hat sie auch und die haben bisher nicht geholfen. Schade.



hier entlang zu den bemalten Felsen - Les Peintures

Als wir wenig später wieder draußen beim Frühstück sitzen, fahren die Leute vom Hotelbus in vier Jeeps los zu einem Ausflug. Garantiert zu den blauen Steinen, und da wollen wir heute auch noch hin. Wir überlegen, ob wir nicht zu Fuß hingehen könnten. Annette fragt mal den Betreiber vom Camp, wieviel Kilometer es denn seien? Sieben Kilometer, sagt er. Aber 7km hin und 7km zurück sind uns zu viel in der Hitze. Da nehmen wir doch lieber die Yamaha. Das sieht der Betreiber, bringt uns eine kleine Karte und zeigt uns die Route, die wir nehmen sollen. Die meiste Strecke sei Piste, sagt er, aber wirklich gut zu befahren. Er spricht nur französisch, aber verstehen können wir ihn dennoch gut. Wir sollen auf der Straße nach Tiznit im dritten Dorf nach links abbiegen. Sie erklären das immer so ulkig, sie sagen: La première village - non; la deuxième village - non; la troisième village - oui. (Einmal, als uns der Weg zu einem Fliesengeschäft erklärt wurde, der bei einem 4. Kreisverkehr lag, waren die Aufzählungen noch länger.) 



die Piste lässt sich gut befahren

Um halb eins knattern wir los, fahren durch erste Dorf, durchs zweite und das dritte und sehen dann die Abbiegung die Piste hinauf. Es ist auch die einzige Abbiegung weit und breit; in den beiden anderen Dörfern ging die Straße nur immer geradeaus. Die Piste geht erstmal steil hinauf, aber der Mann hat recht, sie ist in wirklich gutem Zustand, keine Delle, kein Schlagloch. Und welch herrliche Sicht auf die Berge und Felsen. Die kleine Connie (Canon) ist im Dauereinsatz während der Fahrt.



die ersten blauen Steine kommen in Sicht



wir halten mal an für ein Foto



wir wandern zu den Bemalungen

Irgendwann sehen wir dann die ersten blauen Felsen, sehen auch einen Feldweg, der von der Piste abgeht, fahren in diesen, parken die Yamaha und gehen zu Fuß weiter. Hier ist weit und breit keine Menschenseele außer uns. Die Landschaft ist ja wirklich einmalig, und auch im Buch hatte es geheißen, dass die Region um Tafraoute zu den schönsten und beliebtesten von ganz Marokko zählt. Die blaue, rötliche und gelbliche Farbe, die der belgische Maler Jean Vérame auf die Felsen aufgetragen hat, finden wir selbst zwar etwas albern, aber vielleicht muss man das ja einfach mal gesehen haben. Überall sehen wir weitere blaue oder andersfarbige Felsen und Steine. 



die viele Farbe inmitten der Natur ist ein eigenartiges Bild


 



wie gemacht für Ostern, auch wenn erst Gründonnerstag ist

Im Buch heißt es, dass der Belgier die bis zu 30m hohen Granitfelsen ganzflächig oder in geometrischen Mustern bemalt hat. Im Einklang mit der Natur und den Farben des Himmels entstand hier 1984 eine "Phantasmagorie" von 2km Länge und 800m Breite. 20.000kg Farbe, nach altägyptischen Rezepten hergestellt, wurden in zwei Monaten vermalt. Im Buch heißt es, dass die Malereien in dieser Traumlandschaft im Farbenspiel von Licht und Schatten zu verschiedenen Tageszeiten wirklich eindrucksvoll seien. Wir lesen, dass die der Erosion ausgesetzten Felsen in den letzten Jahren schon recht verblichen waren und sie deshalb in 2010 vorwiegend in blau neu gestrichen wurden.



Voilà, Les Peintures - die Bemalungen des belgischen Künstlers Jean Vérame



solche Felsformationen schafft nur Mutter Natur

Also wir finden die angemalten Felsen wie gesagt etwas albern; der einzig komische Zufall liegt darin, dass wir heute am Gründonnerstag hier unterwegs sind und ein paar österliche Farben sehen und manche Felsen auch erst auf den zweiten Blick zu sehen sind. Wir gehen dann zur Yamaha zurück und fahren weiter auf der Piste, die uns in einer Rundfahrt nach Tafraoute zurückbringt. Wir müssen also nicht die gleiche Strecke zurückfahren. Unterwegs kommen wir noch durch zwei Dörfer, deren Häuser so herrlich rosa leuchten. Wir fahren dann mal auf die Wiese zu den Dresdnern, die aber nicht da sind. Daheim brauen wir uns einen Minzetee von den Minzeblättern. Er schmeckt gut, aber nicht ganz so, wie wir ihn im Lande zu trinken bekommen. Den Rest des Tages sitzen wir bei uns unter der Markise und tun nichts weiter. Morgen wollen wir mal ins Ammelntal fahren.



die Flussbetten sind ausgetrocknet



weiter geht unsere Rundfahrt



wir erreichen wieder die Hauptroute, die nach Tafraoute geht


 



die Landschaft ist immer ganz großartig



nachmittags sitzen wir bei Minzetee

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