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Dienstag, 26. Juni 2018



auf den letzten Metern noch eine Umleitung - Durchfahrt durch Siebeldingen

Beim Frühstück machen wir die Glückskekse auf, die man uns letztens im "Kaiserpalast" noch mitgegeben hatte. "Fahren Sie heute nach Landau. Dort haben Sie um 16 Uhr einen Notartermin für den Verkauf Ihrer Wohnung." In Annettes Glückskeks steht der gleiche Text, und dass sie sich zur Feier des Tages ein Kleid anziehen soll . . . Ja, so hätte man sich das alles erträumen können, aber die Wirklichkeit ist ja fast noch besser: An einem Mittwoch vor drei Wochen heimgekehrt, alles geputzt und für Besichtigungen zurechtgemacht, Donnerstag die Wohnung ins Internet gestellt und abends schon gleich die ersten Anrufe zwecks Besichtigung am Freitag und Samstag. Erste Besichtigung - Zusage. (Eine Frau in Scheidung, die unbedingt umziehen will.) Zweite Besichtigung - Zusage. (Abends zwei SMS mit deutlicher Zusage und Bitte um Zuschlag und Notartermin.) Dritte Besichtigung - Zusage. Moment mal, wir wohnen hier am Arsch der Welt, wer will hier hinziehen? Wobei die Wohnung selbst ja wirklich ganz wunderschön ist, ansonsten hätte es uns niemals hierhin verschlagen. Die dritte Besichtigung am Samstag war ein Paar (um die 45) aus Heidelberg, die die Wohnung als Ferienwohnung kaufen wollten, schon seit längerem eine Wohnung in der Pfalz suchten. Große Begeisterung und scherzhaft " . . . und die Möbel lassen sie schön drinnen . . nee, kleiner Scherz." -- "Also darüber können wir reden." Wir hatten ihnen einen guten Preis gesagt für die Möbel, wären ja froh, wenn wir sie nicht mitnehmen müssten. Das Paar wollte sich die Sache bis zum folgenden Mittwoch überlegen. "Wir haben zwei weitere starke Interessenten, aber die werden wir bestimmt bis Mittwoch hinhalten können", das waren unsere Worte. Am Sonntag dann das Theater mit dem ADAC. Ein Anruf. Herbert denkt natürlich, dass es der ADAC-Mann ist. Aber es ist der zweite Interessent. Wir sagen ihm, dass wir noch die Entscheidung des Paars abwarten, die die Wohnung - wenn - dann mit den Möbeln kaufen wird. Daraufhin eine weitere SMS: Er würde sich nicht als zweite Wahl sehen, er wäre ja zuerst dagewesen und die Möbel wären auch kein Problem, die würde er dann eben auch mitkaufen. Er wolle bis morgen Abend eine Entscheidung. Wir schicken dem Paar aus Heidelberg eine Email, dass sich die beiden anderen Interessenten nicht bis Mittwoch hinhalten lassen, dass eine Entscheidung bis Montagabend fallen muss. Abends ein Anruf von ihnen: Sie bräuchten noch den Energieausweis, denn die Regierung plane irgendwas in den kommenden Jahren. Wir mailen ihnen den Energieausweis, den sie am Samstag schon gesehen hatten. Den ganzen Montag keine Reaktion vom Paar. So wenig Elan für eine Wohnung, die totale Begeisterung ausgelöst hatte; nachdem man schon seit langem nach einer Wohnung in der Pfalz gesucht hatte. Nachdem man wusste, dass alle Möbel in der Wohnung verbleiben und man sie direkt nach dem Kauf nutzen kann. Am späten Montagnachmittag sagen wir dem anderen die Wohnung zu. Er will sich um einen Notartermin in Landau, wo er herkommt, bemühen. Er kenne das Notariat gut, und unser Audi will ja auch mal bewegt werden. Montagabend ein Anruf vom Heidelberger Paar. Sie würden die Wohnung nehmen. Die Wohnung ist schon anderweitig zugesagt, sagt Herbert. Zwei Abende später ein weiterer Anruf: Ob es vielleicht ein Missverständnis, eine Verwechslung am Telefon war? Nein, war es nicht. Ein paar Abende weiter noch ein Anruf. Diesmal seine Frau: Ob man die Zusage nicht rückgängig machen könne, und sie würden auch mehr bezahlen als von uns gefordert. Kurz werden wir schwach, aber wir wollen jetzt nicht hü und hott. Was, wenn das Paar abspringt und wir am Ende ohne Käufer dastehen? Wir überlegen, wie man die Sache dingfest machen könnte. Sie müssten eine größere Anzahlung leisten, eine Überweisung auf unser Konto als Sicherheit. Aber irgendwie wollen wir uns das alles nicht antun, und dem Käufer aus Landau auch nicht. Der ganze Papierkram mit dem Notariat ist auch schon erledigt. Das Warten auf den Termin hat am Ende länger gedauert als der Verkauf selbst. Und heute ist also der Tag.



Ankunft in Landau



ein Bummel durch Landau



auf dem Hauptplatz von Landau

Am Vormittag fahren wir los, machen uns einen schönen Tag in Landau, gehen auch essen (was aber nicht so gut ist), setzen uns auch ins Eiscafé und warten auf 16 Uhr. Beim Notariat sind wir auch schon etwas früher, um mal den Vertragsentwurf zu lesen, den man uns gar nicht zugeschickt hatte. Dann die Ernüchterung: Aus der vierstelligen Summe für die Möbel hat der Käufer eine größere fünfstellige gemacht. So übertrieben, dass die Summe für die Immobilie unglaubwürdig klein ist. Wir sagen ihm, dass er damit beim Finanzamt niemals durchkommen wird. -- Aber dann hätte der Notar das nicht so entworfen. -- Hin und her geht das, besonders vor dem Notar. Wir sagen, dass das also der Grund ist, warum man uns den Entwurf nicht zugeschickt hat. Dass wir, wenn wir das vorher gelesen hätten, heute gar nicht erschienen wären, dass wir genug andere Kaufinteressenten hatten. Am Ende einigen wir uns auf eine deutlich kleinere, aber immer noch fünfstellige Summe für das Inventar. Der Notar schreibt in den Vertrag, dass der Käufer die Summe festgelegt hat. (Und das ganze Theater nur, um bei der Grunderwerbssteuer ein paar Euros zu sparen.) Auf der Heimfahrt fühlen wir uns überfahren vom Käufer. Und dabei hatten wir uns noch gesagt, dass wir, wenn irgendwas heute nicht stimmt, den Vertrag nicht unterschreiben werden, sondern die Wohnung dem Paar aus Heidelberg verkaufen werden. Gegen 18:30 Uhr sind wir wieder daheim. (In den Glückskeksen hatte übrigens gestanden: Ihr Optimismus wird Sie in ein Land voller Sonnenschein führen -A-; und Sie sind von stiller und unaufdringlicher Natur -H.).


 



jetzt noch ein dickes Eis für denjenigen, der es sich eigentlich nicht leisten kann



noch ein Blick auf den Hauptplatz von Landau

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