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Samstag, 15. Juni 2013



wir stehen auf dem Parkplatz vom Neuen Friedhof Warnemünde

Um 6 Uhr sind wir schon in Hut und Mantel, so hell ist das Licht, das uns jeden Morgen weckt. Trotzdem fahren wir erst nach 8 Uhr los nach Warnemünde. Über die Stadtautobahn und schon sind wir da. Wir stellen uns dann auf den Parkplatz vom Neuen Friedhof, wo die Parkgebühren nicht ganz so extrem sind wie an der Hafeneinfahrt. 1h kostet 2 EUR, 3h kosten 4 EUR und die Tageskarte 10 EUR statt 16 EUR an der Hafeneinfahrt. Wir haben es dann nicht eilig und frühstücken erstmal.



Blick auf den endlosen Sandstrand

Dann laufen wir los, am Strand mit den vielen Strandaufgängen entlang. Wir sind erstaunt, dass es vier Aufgänge zum FKK-Strand gibt bzw. dass es überhaupt wieder einen FKK-Abschnitt gibt. Der war doch nach der Wende sofort weg. Wir gucken sogar mal, ob auch wirklich Nackerte am Strand sind oder man ihn zweckentfremdet hat. Es sind Nackerte da, und überhaupt ist der Strand gut besucht, sind die Strandkörbe gut ausgebucht. Aber das Wetter ist auch zu gut und außerdem ist ja Wochenende.

Wir sind dann ruckzuck auf der Strandpromenade und sehen zum erstenmal das neue A Ja Resort-Hotel, wo früher das Schwimmbad war. Ein ziemlicher Klotz;, wie auch manchem Gebäude in guter Lage ein Stockwerk oder zwei aufgesetzt wurde, wie zum Beispiel dem Kurhaus. Muss man sich erst dran gewöhnen. Früher hatte alles mehr einen Fischerdorfcharakter mit niedrigen Häusern. Heute brummt Warnemünde vor Tourismus, dass wir kaum auf der Promenade flanieren können. Warnemünde gehört ja schon seit 1323 zu Rostock, als der Stadtrat dem Fürsten von Mecklenburg das kleine Fischerdorf abkaufte. Seit Jahrzehnten, und heute mehr denn je, versucht Warnemünde, eigenständig zu sein, aber Rostock sagt Nein.



Blick auf den Leuchtturm von 1898 und den Teepott mit dem eigenwilligen Dach

Dann sind wir am guten alten Leuchtturm von 1898. Die Palmen, die einen der Strandaufgänge zieren, sind ein ulkiger aber schöner Anblick. Dann gehen wir auf die Mole und sehen diverse Ausflugsdampfer auf ihren Hafenrundfahrten. Auf einem der Dampfer ist sogar eine Hochzeitsgesellschaft. Der Blick auf den 15km langen Warnemünder Strand ist immer schön von hier aus.




Ob es den Palmen hier nicht zu kalt ist?



Fähren pendeln zwischen Dänemark/Schweden und Deutschland



wir sind auf der Mole


 



viele Ausflugsdampfer sind auf Hafenrundfahrt

Dann sind wir am Alten Strom, der alten Hafeneinfahrt von Warnemünde. Die Cafés und Restaurants sind vollgepackt mit Gästen. Auch an den Backfischbooten stehen die Leute an, obwohl das Fischsortiment eher aus industrieller Ware besteht. Es sieht nicht so aus, dass die Waren fangfrisch sind. Und Scampi und Calamari hat die Ostsee eh nicht. Wir kämpfen uns durch die Besucherströme auf dem Weg zum Kai, wo die Kreuzfahrtschiffe an- und ablegen. Derzeit haben drei festgemacht, die Aida Mar, die Costa Fortuna und ein drittes, dessen Namen wir vergessen haben



am Alten Strom, der ehemaligen Hafeneinfahrt von Warnemünde



der Backfisch kommt heute aus der Tiefkühltruhe



hier geht es lebhaft zu


 



wir sind auf der großen Holzbrücke am Alten Strom



solche Busse fuhren in Rostock noch bis Mitte der 1970er Jahre

Es wuselt hier von Leuten mit Rollkoffern, die aufs Schiff wollen. Die beiden kleinen Fähren, die immerzu zwischen Warnemünde und Hohe Düne (auf der anderen Seite der Warnow) hin und her pendeln, gehen richtig unter beim Anblick der riesigen Pötte. Und es kommen immerhin etwa 200 Kreuzfahrtschiffe im Jahr nach Warnemünde. Der Ort brummt total. Wir wollen jetzt zum Fischmarkt auf der Mittelmole, aber auch hier müssen wir schauen, dass uns niemand auf die Füße tritt. In dem Gewimmel wollen wir nichts kaufen oder essen. Wir sind dann wieder am Alten Strom



drei Pötte haben zur Zeit im Kreuzfahrtterminal von Warnemünde festgemacht



die Mittelmole hat sich total entwickelt, hier gab es noch vor wenigen Jahren nur die Stände vom Fischmarkt



hier gibt es noch den direkten Fang von den Kuttern



und das ist Herberts Restaurant

Beim Restaurant Das Boot ist gerade ein Tisch frei auf der Terrasse. Und so setzen wir uns kurzentschlossen hin und essen grünen Hering mit Bratkartoffeln. Hier ist es erstaunlich ruhig und windgeschützt, und der Blick auf das Geschehen auch nicht schlecht. In der Ferne wird es dunkel, und wir wollen uns eh auf den Heimweg machen. Wir haben uns überlegt, wieder im Stadthafen von Rostock zu übernachten; da ist das Umfeld hübscher als auf dem abgelegenen Parkplatz vom Friedhof in Warnemünde. Die nächsten Tage sollen ja affenheiß werden, da wären wir an der Küste wohl noch am besten aufgehoben, oder wenigstens morgen noch. Kurz vor 17 Uhr sind wir im Stadthafen, setzen uns nach draußen, bis Regentropfen und die ersten Blitze am Himmel uns nach drinnen flüchten lassen. Abends regnet es dann, und Annette tut schon wieder ihr Bein so weh wie damals in der Sierra Nevada, nur dass es diesmal das rechte Bein ist. Hoffentlich kann sie morgen noch ein paar Schritte durch ihre Heimatstadt tun. Im Rückblick hat uns Warnemünde heute nicht so gut gefallen; es war zuviel Bambule und alles zu reißerisch, wie explodiert.



wir essen grünen Hering mit Bratkartoffeln



noch einen Blick auf den Alten Strom



wir sind wieder im Stadthafen von Rostock



schlagartig wird es dunkel, Regen und Blitze kommen



unsere Tagesroute ca. 28km hin und zurück

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