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Donnerstag, 12. Juli 2018



Karton Nummer 16

Beim Packen stolpert man über Dinge, die man seit Jahren nicht mehr gesehen hat. Man schaut in alte Fotoalben, man findet alte Briefe, man wird ganz sentimental. Annette blättert in einem uralten Fotoalbum, sagt: Schau mal, das ist meine Mutter (da ist ihre Mutter vielleicht 17). Wenig später kommt Annette mit einem Minibrief, den Herbert ihr mal geschrieben hat. Das Format vielleicht 6x4cm. Guck mal, kennst du den noch? Annette ist zur Zeit etwas gefühlsduselig, was eigentlich gar nicht ihre Art ist, oder zumindest nicht nach außen. Das Verpacken vom Geschirr ist dann auch einen kleine Zeitreise, denn die Zeitungen zum Geschirreinwickeln sind von März 2016. Wir hatten vor zwei Jahren ja schon mal den Verkauf der Wohnung in Angriff genommen. Also den Mario Draghi kann Annette jetzt wirklich nicht mehr sehen. Und es stehen so Artikel drinnen (es sind alles F.A.Z. aus der Bibliothek) wie "Wie wir Sklaven von Google & Co. wurden". Dass der Überwachungsstaat gar nichts sei gegen den heutigen digitalen Kapitalismus. Man wird es noch bereuen, was man alles ins Facebook gekotzt hat. So, jetzt haben wir noch vier leere Kartons, aber vielleicht  reichen die nicht aus auf den letzten Metern. Die Küche ist nun leergeräumt und wir essen von jetzt an von unserem Campinggeschirr.

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