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Dienstag, 08. Januar 2019



Hühnersuppe mit "Mecklenburger Ananas"

Regen und Sturm. Annette erbarmt sich, zur Einkaufspassage zu gehen und ein frisches Hähnchen zu kaufen für eine Hühnersuppe. Es sind übrigens 136 Schritte bis hin zur Passage (wenn man langbeinig ist). Annette kauft auch eine Steckrübe - hier in Mecklenburg sagt man Wruke dazu, oder auch Mecklenburger Ananas. Die ist neuerdings so in Mode gekommen, und wir beide kennen sie nicht. Annette weiß noch, wie ihr Vater früher oft gesagt hat: ach, ich könnte man einen richtigen Wrukeneintopf essen, aber ihre Mutter hatte sich strikt geweigert mit den Worten: Du musst ja verrückt sein, das mussten wir immer im Krieg essen, weißt du das denn nicht mehr, das kommt mir nicht ins Haus und auf den Tisch. (Die beiden waren Jahrgang 1940 und 41.) Jetzt jedenfalls tut Annette die Wruke mit in den Topf. Die Stücke werden ganz gelb, erinnern ansonsten ein wenig an Kohlrabi, nur dass Kohlrabi doch besser ist. Als Herbert zu Annette in die Küche kommt, sagt sie: Komm mal her zu mir, weißt du eigentlich, dass wir heute auf den Tag 20 Jahre zusammen sind? Der Herbert wird ganz sentimental. Ja, so lange ist das alles her und doch so, als wäre es erst gestern gewesen, als er sie damals in Rostock abgeholt hatte. Wir hatten dann im Trihotel übernachtet und dann ´fing unser gemeinsames Leben an. 20 Jahre, und dafür sind wir einander doch noch immer recht zugetan. Andere können nach 20 Jahren gar nichts mehr miteinander anfangen und reden kein Wort. So, die Suppe schmeckt und der Wind wird immer stärker draußen. Am Abend heult und stürmt es, dass wir nur hoffen können, dass der uralte Baum vor unserem Baum nicht nachgibt. Für morgen ist wieder eine Sturmflut angekündigt.

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