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Dienstag, 09. Januar 2018



wir verlassen Port-Saint-Louis

So, wir haben beschlossen, wir machen es wie die Sonnenuhr und zählen die heitren Stunden nur. Wir wollen uns nur noch mit schönen Gedanken und Eindrücken umgeben und alles negative konsequent ausblenden. So wie den gestrigen Tag, der nur aus Regen und Blitz und Donner bestand und unseren Platz und die Zufahrtstraße unter Wasser gesetzt hat. Wir mussten sogar heizen, und wie lange ist das schön her? Also: Nicht mehr an gestern denken, sondern uns auf heute freuen, denn heute ist wieder Sonne satt angesagt. Oder zumindest laut Wetterkarte. Es wird auch schon recht hell am Himmel, als wir zum Stellplatz von Port-Saint-Louis fahren zum Entsorgen. Stromanschlüsse haben sie auch, aber die sind abgestellt. Egal, weiter geht unsere Fahrt.



es geht auf die Fähre - Bac de Barcarin (Bac = Fähre)

Die wenigen Kilometer bis zur Fähre nach Salin-de-Giraud gehen durch extrem flaches Land; man kann ewig weit schauen. (Die Landschaft erinnert Annette an ihre Heimat, den Darß, wo man auch kilometerweit über den Bodden schauen kann.) Dann Ankunft an der Fähre, die über die Große Rhône - le grand Rhône - geht. Die Rhône ist hier männlich - le Rhône. Wir können direkt an Bord rollen und dann legt die kleine Fähre auch schon ab. Die Überfahrt kostet 10 EUR und dauert vielleicht zehn Minuten. Weiter geht es in Richtung Saintes-Maries-de-la-Mer. So flaches Land - wir können schon aus 30km Entfernung sehen, dass auf dem Stellplatz von Saintes-Maries keiner ist, ha ha. Aber fast. Im Ort, der auf provençalisch übrigens Sànti Marìo de la Mar heißt,  dann überall Verbotsschilder für "Véhicules habitables" (bewohnbare Fahrzeuge, haben wir so auch noch nicht gelesen). Wir müssen also auf den Stellplatz, der ganzjährig - toute l'année - 13 EUR kostet. Dort stehen zwei Wohnmobile, die wir aus der Entfernung ja doch nicht gesehen hatten.



kurz ist die Überfahrt über die Große Rhône



wir erreichen Saintes-Maries-de-la-Mer



wir haben uns erstmal auf den Wohnmobilstellplatz gestellt



ein erster Blick aufs Meer



schöne Skulpturen haben sie im Ort (auch ein weißes Pferd aus Stein)



alles total verwaist in Saintes-Maries-de-la-Mer

In Saintes-Maries waren wir vor Jahren mal im Oktober, und da war noch richtig viel los im Ort. Jetzt ist alles ausgestorben bis auf einige wenige Restaurants. Wir laufen die Promenade entlang und auch durch ein paar Gassen. Die drei kleinen Supermärkte haben jetzt über Mittag auch zu. Auf dem Rückweg sieht Herbert in einem der winzigen Restaurants, dem Pica Pica, eine gemischte Meeresfrüchteplatte auf einem der Tische stehen. Er will auch so eine. Annette hat jetzt keine Lust auf solche kalten Sachen, aber hier lassen wir uns nieder. Anfangs sitzen wir auch in der Sonne. Die Meeresfrüchte, darunter auch diese Schnecken, sind nicht die allerfrischesten, und überhaupt: Der Wein kommt im Plastikbecher, das Besteck ist aus Plastik, der Teller auch. Alles ist auf simpel gemacht - die Platte kostet 18 EUR. Annette schält die Crevetten für Herbert, das macht sie immer ganz gern. Dann finden wir, dass wir auf dem Stellplatz nicht übernachten wollen, das ist uns keine 13 EUR wert jetzt, wo hier gar nichts los ist. Wir fahren weiter gen Westen.


 



diese Skulptur (von einer Fotografie) ist aus dem Jahr 2016



eine Meeresfrüchteplatte für den Herbert



voilà - fruit de la mer



ein letzter Blick auf Saintes-Maries



stundenlang kann sie aufs Meer schauen



wir wandeln auf der Promenade heimwärts



und hier die berühmten weißen Pferde der Camargue

Nächster Ort Aigues-Mortes. Unterwegs sehen wir einige der weißen Pferde, für die die Camargue doch so bekannt ist. Die Pferde sind ganz schön schmuddelig und gehören mal gestriegelt und abgebürstet. Ein paar Kraniche bekommen wir auch zu Gesicht. Es ist eine grandiose Landschaft, und überall ist Wasser. Die Straße teilt sich, nach links abzubiegen nach Aigues-Mortes über Bac du Sauvage, wohl an der Küste entlang. Aber Bac du Sauvage ist nach wenigen Metern geschlossen - fermé. Fahren wir also normal weiter, erreichen Aigues-Mortes und folgen der Beschilderung zum P4, dem Parkplatz für Wohnmobile. Was für ein herrlich goldenes Licht jetzt so gegen halb vier. Der Parkplatz ist ziemlich außerhalb und kostet 20 EUR für 24h. 20 EUR auch für 12h. Nein, hier bleiben wir auch nicht. Wir tanken noch Autogas, 38 Liter von ca. 44 Litern passen in die Gasflaschen. Wir fahren immer weiter durchs zerklüftete Land, bis wir Le-Grau-du-Roi erreichen. An der Haupteinfallstraße ein Wohnmobilzeichen auf einem der Parkplätze. Dorthin fahren wir und finden uns auf einem Platz gegenüber dem Hafen wieder. Die Parkuhr ist mit einem schwarzen Plastiksack zugehängt und verklebt. Ein einziges Wohnmobil steht hier, und auch wir werden die Nacht hier verbringen. Immer noch so ein schönes Licht jetzt um 16:40 Uhr. Jetzt erstmal einen Kaffee und alles genießen.



es geht durch wunderbare Landschaft - Wasser überall


 



diesen Ausblick haben wir von unserem Platz in Le-Grau-du-Roi



schönes Ambiente mit Beleuchtung



unsere Tagesroute ca. 108km

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