d02.jpgd18.jpgd06.jpgd14.jpgd11.jpgd07.jpgd04.jpgd21.jpgd10.jpgd08.jpgd01.jpgd19.jpgd13.jpg

Sonntag, 25. Februar 2018



wir alle im TÁVOLA in Foz do Arelho

Schnell aus dem Bett und dem Herbert die Bettwäsche unterm Hintern wegziehen. Der Waschsalon macht um acht auf, das ist für uns um neun. Verdammt kalt ist es auf dem gar nicht so kurzen Weg zum Waschsalon. Gestern hatten wir noch gefragt, ob sie heute am Sonntag geöffnet sind und vor allem wann. Jetzt hängen da so drei gelbe Pappschilder in der Tür. In drei Sprachen öffnet der Salon um neun. Ja Servus. Nebenan gibt es einen Zeitungsladen, und es kommt gerade ein älterer Portugiese heraus. Er fragt Annette, ob er die Besitzerin anrufen soll? Oh ja, wenn es keine Umstände macht (well, if it's not too inconvenient). Er bedeutet ihr, dass sie doch in den Zeitungsladen kommen soll, weil es draußen zu kalt ist. Also rein in den Laden. Es wird die Besitzerin angerufen, die in zehn Minuten da sein will. Der Mann zeigt Annette ein Magazin auf französisch, weil ja immer alle denken, sie sei Französin. Oh, I don't speak French, let alone read French. I'm German. -- Da fallen sie immer aus allen Wolken. Die Besitzerin kommt, und sie hat dann auch selbst einiges im Salon zu tun. Nach knapp einer Stunde ist die Maschine fertig. Am Platz alles auf die Leine und gefrühstückt. Ganz schön spät alles, denn wir wollen ja heute über Mittag essen gehen mit Ulli und seinem Spezl. Abends ist uns das immer zu spät - die Küche macht meist erst um 19 Uhr auf, das ist für uns 20 Uhr, und dann die Abendkälte. Wir hatten das Restaurant namens Távola bereits gestern gesehen, hatten uns das Menu mal zeigen lassen und das las sich alles ziemlich gut. Jetzt sitzen wir also draußen auf der Terrasse. Die Bedienung fragt wenig später, ob sie die Markise für uns ausrollen soll? Nee nee, wir wollen noch schön die Sonne genießen. Das Essen ist gut; wir haben mal wieder Arroz de Tamboril - Reistopf mit Seeteufel. Alles sieht auch richtig gut aus auf den Tellern. Wir bleiben ewig lange sitzen, müssen uns aber irgendwann auf den Heimweg begeben. Es ist ein herrlicher Tag, und die beiden Männer sind auch ganz patent, und das, obwohl sie hessisch bebbeln, ha ha. Der Ulli hatte Annette vorgestern erzählt von einem Rostocker Fotografen, der kurz vor der Wende Fotos von Rostock gemacht hat, teils heimlich. Vom Verfall der Stadt. Die will sich Annette jetzt mal anschauen auf dem Smartphone, aber sie tut sich immer so schwer mit dem Teil. Und bums steht der Ulli am offenen Fenster und kann ihr gleich mal die Seite zeigen. Siegfried Wittenburg - da klingelt es bei Annette, und sie meint, dass es damals in Warnemünde einen Fotoladen Wittenburg gegeben hat. Als Ulli wieder weg ist, schaut sich Annette die Rostocker Fotos mal an. 23 Stück, und eines schlimmer als das andere. Erstaunlich, wie weit das alles weg war in der Erinnerung. Als wären die Fotos kurz nach dem Krieg gemacht worden, so schlimm ist die Substanz. Und man hatte immer gedacht, dass es im Süden schlimmer ausgesehen hatte damals. 

back      |      next