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Dienstag, 17. Dezember 2019



am Kirchenplatz in Warnemünde

Heute ist ein großartiger Tag, denn heute kommt Jens Söring zurück nach Deutschland. Nach mehr als 33 Jahren im Gefängnis für eine Tat, die er nicht begangen hat. Für die er als 19jähriger die Schuld auf sich genommen hat, um seine damalige Freundin vor dem elektrischen Stuhl - Old Sparky - zu retten. Eine Tat - Doppelmord an den Eltern dieser damaligen Freundin, an dessen Tatort sich nicht die mindeste Spur auf seine Täterschaft gefunden hat; insbesondere seit es diese DNA-Tests gibt, die es in 1985 noch nicht gab. Als Annette im April 2012 (auf dem Stellplatz im Hafen von La Rochelle) zum erstenmal vom Fall Jens Söring erfuhr, hatte sie sich intensiv mit dessen Webseite beschäftigt. Es gab darauf unzählige Dokumente, Niederschriften der Gerichtsprotokolle, Formulare, Zeitungsartikel usw. zu lesen. Nachdem Jens das Geständnis abgab, hatte man, wie es bei den Amis so üblich ist, alles andere fallenlassen, egal wie abstrus die Indizien waren. Kurz darauf hatte er das Geständnis widerrufen, aber da war die Lawine losgetreten. Jetzt war es egal, dass der blutige Sockenabdruck am Tatort viel zu klein war, dass ein FBI-Profiler zu dem Ergebnis kam, dass höchstwahrscheinlich ein naher Angehöriger der Familie diese Bluttat begangen hatte, dass keinerlei Fingerabdrücke oder Blut von Jens gefunden wurden usw. Er hatte gestanden und fertig. Dokumente, die ihn entlastet hätten,  wurden dem Gericht vorenthalten. Der Fall Jens Söring war auch der allererste Fall, der damals, in 1990, live im Fernsehen übertragen wurde, direkt aus dem Gerichtssaal. Das brannte sich im Gedächtnis der Menschen in Virginia ein; das GERMAN MONSTER sollte niemals wieder aus dem Gefängnis entlassen werden. Jens hatte vor der Tat ein Hochbegabten-Stipendium an der University of Virginia, und es ist so schade um sein vergeudetes Leben, sein Potenzial. Annette kannte die Webseite, die sein Freundeskreis aufbaute, so gut wie auswendig; sie, die das Internet meidet. Heute freut sie sich wie lange nicht mehr für das Glück und die Geschicke eines anderen. Jens kann froh sein, seine Wurzeln in Deutschland zu haben, geboren in Bangkok und schon mit 11 Jahren von Bonn aus praktisch für immer in die USA übergesiedelt, da der Vater Diplomat war. Man könnte jetzt kilometerlang schreiben, aber Jens wird bestimmt früher oder später in allen Medien auftauchen und dann kann man sich selbst ein Bild machen . . Heute bekommen wir die Sonne auch wieder zu Gesicht - da bekommt Warnemünde wiederum uns zu Gesicht. Jemand auf der Parkstraße gibt uns einen Tip, wo wir das nächstemal umsonst parken können in Warnemünde. Vielen Dank! Wir lassen uns wieder durch die Gassen treiben. Heute finden wir den kleinen Weihnachtsmarkt auch etwas gefälliger und landen am Ende im Café Wegner auf der Alexandrinenstraße. Es ist ein schöner Tag für uns.



der kleine Weihnachtsmarkt gefällt uns heute besser



am Alten Strom



Hallo Herbert



wir sind im Café Wegner auf der Alexandrinenstraße

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