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Mittwoch, 12. Dezember 2018

Heute wollen wir uns einfach nur erholen von der langen Fahrt. Man lässt dann auch immer Revue passieren mit etwas Abstand und nach einer Weile. Annette fragt sich, ob sie überhaupt noch gern in Bayern wohnen würde? Wenn man immer dort geblieben wäre, stellte sich diese Frage ja nicht. Aber sie findet, dass Bayern, oder zumindest dieses schöne Stück Oberbayern im Landkreis Rosenheim, immer mehr sein Gesicht verliert, denn sie reißen die alten verfallenden Häuser ab und bauen diese gesichtslosen Häuser im modernen Stil, die überall und nirgends hinpassen, dafür auf. Irgendwann werden diese typisch bayerischen Häuser nur noch Theaterkulisse sein. Na ja, wir könnten uns Bayern heute eh nicht mehr leisten, oder jedenfalls hätten wir dann kein Geld mehr zum Leben. Und ob wir die Bagage immer um uns herum haben wollten? Diese Unruhe und dieses Rein ins eine Ohr - raus aus dem anderen. Man sitzt mit vier Leuten zusammen. Das bedeutet vier Leute - vier Smartphones, und alle haben diese ständig zur Hand und wollen einem ständig irgendwas darauf zeigen, was uns immer total nervt. Schon allen deswegen wird Annette auch die nächsten Jahre diese depperten Smartphones für sich ablehnen. Für die paar Stunden haben wir also die Familie besucht. Die Enkel sind auch ständig unter Beschäftigung: Gitarrenunterricht, Turnen, Pfadfinder, Ballett. Und das mit 8 und 5 Jahren, dieser übertriebene Ehrgeiz. Ob das alles gut ist? Keine fünf Minuten, in denen man einfach mal nichts tut? Okay, Annette war mit 6 Jahren auch beim Turmspringen und im Schachclub, aber irgendwie hatten die Tage damals mehr Stunden, war der Alltag nicht so hektisch und gab es diese ständige Verfügbarkeit nicht. Ist schon alles befremdlich heute. Und dann heißt es immer, artige und ordentliche Kinder wären auch nicht gut in der heutigen Zeit. Das würde ja bedeuten, dass wir alle nichts geworden sind, denn früher wurde man ja noch erzogen und kamen die Mütter sogar mit 4 oder 5 Kindern zurecht. Jetzt wieder zurück zum Resumée: Man wird dann auch immer damit genervt, dass man sich zu wenig kümmert, weil man ja nie da ist. Wer uns damit immer nervt, ist der neue Mann von Herberts Exfrau. Er selbst hat 3 Kinder und ist das Kindermädchen vom Dienst (der Depp vom Dienst) für seine Kinder bzw. Enkel und auch für die Kinder irgendwelcher Nachbarn. Wenn er das gut findet? Indirekt meint er ja immer den Herbert damit. Und der antwortet dann, dass er nicht sein Leben lang gearbeitet hat, um im Alter seine Enkel zu hüten. Herbert hat alles daran gesetzt, dass er früh mit dem Arbeiten aufhören und reisen, reisen, reisen kann. Er findet, die jungen Leute haben ihr Leben und er hat seines. Man unterstellt uns auch immer, wir würden extra nicht nach Bayern zurückgekehrt sein, um keine Verpflichtungen zu haben. Wir hatten in 2008 beschlossen, alles aufzugeben und uns auf Reisen zu begeben, lange bevor seine Tochter geheiratet (09/2009) und die Kinder 10/2010) gekriegt hat. Es hatte auch immer geheißen, sie wolle keine Kinder. (Herbert findet aber auch immer, dass Annette hier zuviel persönliches schreibt, aber sie findet, dass man nicht immer nur Blabla schreiben kann, denn so ist das Leben ja nicht.) So, fertig mit dem Nachdenken für heute. Annette macht sich jetzt ans Abschrubben der Zimmertüren. Die sehen schlimm aus. Wir dachten schon, wir müssten sie komplett neu streichen, so vergilbt und bestoßen, wie sie aussehen. Aber nix da, für 250 EUR pro Stück mit Türrahmen (hatte der Maler gesagt) macht sich Annette jetzt erstmal ans Abschrubben und Abseifen. Donnerwetter, wie schön die werden. Die Stöße und Schläge sieht man natürlich immer noch, aber das Holz selbst wird wieder richtig schön. Es sind norwegische Türen, die so gut ins Ambiente der Wohnung passen.

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