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Sonntag, 19. August 2018



am Mirower See

Heute trödeln wir nicht lange, sondern machen uns auf den Weg ins benachbarte Rechlin, das ganz am unteren Ende der Müritz liegt. Hier in Mirow sind wir ja nur an der Kleinseenplatte. Müritz - der größte Binnensee Deutschlands mit seinen 117qm Fläche. Mecklenburg-Vorpommern - das Land der Superlative: Der größte Binnensee (Müritz), die größte Insel (Rügen), die meisten Sonnenstunden (auf Usedom), das älteste Seebad (Heiligendamm). Das steht jetzt nicht im Prospekt, das weiß die Schreiberin auch so. Was im Prospekt steht, ist dass die Müritz das größte zusammenhängende Wassersportrevier Europas ist; dass der Name Müritz slawischen Ursprungs ist und soviel wie Kleines Meer heißt. Fast alles in Mecklenburg hat slawische Namen, insbesondere die, die auf -ow (gesprochen -oh) enden wie Mirow, Krakow, Güstrow, Warnow. Auch der Name Rostock ist slawisch und bedeutet soviel wie Auseinanderfließen und bezieht sich auf die Warnow. So, wir begeben uns auf den Weg nach Rechlin, und man hatte uns gesagt, dass es immer entlang der alten Bahnschiene geht. Dass der Radweg sich direkt AUF der ehemaligen Eisenbahnstrecke befindet, das hätten wir natürlich nicht gedacht. Auf einer Tafel beim Dorf Lärz lesen wir, dass die Bahnstrecke seit 1967 nicht mehr dem Personenverkehr dient, sondern nurmehr dem Güterverkehr bis Ende 2001. Nach Stillegung der Bahnstrecke wurde sie von der Gemeinde Rechlin gekauft, abgebaut und in 2010/11 auf dem Gleisbett ein Radweg gebaut. Wenn man das nicht hier lesen würde, wäre einem das gar nicht bewusst. To,, was die hier im Osten so für Ideen hatten. Man hat auch alte ausrangierte Bahnstrecken behalten und die Urlauber können mit Draisinen darauf herumfahren. Oder wie vorhin der Wohnwagen auf einem Schwimmfloß. Oder diese niedlichen Ferienhäuschen auf Flößen.



an jeder Schleuse kann der Herbert stehenbleiben und zuschauen


 



und hier ein Wohnwagen auf einem Floß - eine geniale Idee



da fährt es fort



ein paar Äpfel sind ja noch dran, und alles riecht so betörend

Unterwegs kommen wir an einem Apfelbaum vorbei, halten an und pflücken ein paar Äpfel. Das ist auch gut so, denn als wir Rechlin nach gut 11km erreichen, biegen wir erstmal falsch ab und kommen zu einer Koppel, wo ein Pferd steht. Wir halten an und reden ein paar Worte mit Pferdi. Wir können ihm ja einen Apfel geben, sagt Annette, aber den musst du ihm geben, ich hab' ja Angst. Annette holt den Apfel, beißt auch mal ab, ob er bitter ist, denn wir wollen das Pferd ja nicht unglücklich machen. Doch, schmeckt gut. Mittlerweile wissen wir auch, dass Pferdi eine Stute ist. Herbert gibt ihr den Apfel, den sie freudig nimmt und kaut. Sie kommt immer näher an das Gatter. Eigentlich könnte sie ja noch einen Apfel vertragen, oder? Herbert sagt, dass Pferde Äpfel lieben, dass das ein ganz besonderes Leckerli für sie ist. Am Ende geben wir ihr vier Äpfel. Jetzt fahren wir nach Rechlin und Rechlin-Nord, wo sich ein Hafendorf befindet. Dort stehen sogenannte Kapitänshäuser in einem Halbrund mit Blick auf die Müritz. Das gegenüberliegende Ufer der Müritz ist natürlich nicht zu sehen, denn die Müritz hat wirklich gewaltige Ausmaße. Wir setzen uns auf eine Portion Pommes frites hin und genießen die Ausblicke. Wir nehmen dann auch einen Vermietkatalog für die Kapitänshäuser und den edlen Müritzturm und das Feriendorf Granzow (von gestern) mit. Die Unterkünfte sind richtig schick und doch gemütlich im skandinavischen Stil. Für jeden was dabei, auch für jeden Geldbeute. Die Häuser sind ganzjährig zu bewohnen und zu mieten. Ein winziges Stück radeln wir dann sogar auf dem Radfernweg Berlin - Kopenhagen, jedenfalls sagt ein Schild es so. 



über diese uralte Brücke geht es, links und rechts Sitzbänke für die Radler



Pferdi freut sich über die Äpfel



in Rechlin an der Müritz - Wohnmobile stehen hier für 16 EUR plus Kurtaxe 1,50 p.P.


 



in Rechlin-Nord gibt es dieses Hafendorf mit den Kapitänshäusern



wir machen eine Rast und genießen die Aussichten



einen kleinen Badestrand gibt es natürlich auch, und sogar mit Stranddusche


 



dieser Radweg hat uns hierher gebracht



und hier kommt so ein Häuslein auf einem Floß - dies ist die Tante Frieda



bei uns in Mirow ist heute eine Veranstaltung an der Kirche

Gegen halb vier sind wir wieder daheim, hören irgendwo Live-Musik, lassen die Fahrräder bei uns am Platz stehen und folgen der Musik bis zur Kirche, wo heute eine Veranstaltung ist. Ein paar kunsthandwerkliche Dinge werden angeboten, Essen und Trinken und eine Band spielt. (Aber kein Vergleich zur Holiday Blues Band.) Wir wollen auch mal in die Kirche schauen und sehen, dass man den Turm besteigen kann. Also nix wie rauf, sagt sich Annette, gibt Herbert ihren Hut und kraxelt los. Auf den unteren Stufen kommt ihr ein Paar entgegen. Der Mann sagt: Hundert Stufen, und dann sind Sie oben. -- Na, die schaff' ich mit links, sagt Annette. Puh, das zieht sich dann aber doch ganz schön hin, und alles so steil. Der Turm ist 41m hoch und bietet von oben fantastische Ausblicke auf das Umland. Als Annette wieder unten ist, reicht es auch ihr für heute. Wir setzen uns jetzt schön bei uns am Platz hin und blättern durch die Prospekte. Es ist wirklich eine tolle Gegend hier - und wir mittendrin. Wir wollen in Zukunft unsere Sommer eh anders gestalten, jetzt, da wir die Ostseeküste vor der Haustür haben. Auf Frankreich im Sommer haben wir überhaupt keine Lust mehr. Wenn das Wetter allzu übel wird, dann kommt allenfalls Griechenland für uns in Betracht. Ansonsten werden wir im Sommer nicht mehr mit dem Wohnmobil verreisen, nur im Winter, und den bis Mai/Juni hinziehen, bis es in Deutschland warm genug ist.



und jetzt hinauf auf den Kirchturm



Vorsicht, die Glocken ertönen um 12 und 18 Uhr



auf der obersten Etage gibt es tausend Bücher à 1 Euro



und diese Ausblicke hat man aus 41m Höhe


 


 



noch ein Blick in die Kirche



und hier endlich mal ein Foto, wie wir in Mirow überhaupt stehen

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