d18.jpgd08.jpgd19.jpgd13.jpgd11.jpgd07.jpgd21.jpgd10.jpgd04.jpgd01.jpgd02.jpgd06.jpgd14.jpg

Mittwoch, 24. April 2019



morgens um sechs am Tanger, der direkt am Stellplatz von Tangermünde vorbeifließt

So, das ist der zweite Tag, an dem wir morgens nicht heizen müssen. Und die Wolldecken brauchen wir derzeit nachts auch nicht mehr. Morgens um sechs ist Annette mal wieder die allererste auf den Beinen, bevor sie später alle mit ihren Fifis Gassi gehen. Ein schönes Morgenlicht legt sich auf den Tanger, der ja hier am Stellplatz vorbeifließt. Wir freuen uns auf einen schönen Tag in Tangermünde, obwohl der Himmel erstmal ganz zugezogen bleibt. Wir sind also viel zu warm angezogen, als wir losgehen. Die Altstadt ist ganz nah; es sind allerhöchstens fünf Minuten Fußweg, und dann finden wir uns am Neustädter Tor wieder. Welche Pracht diese Backsteintoranlage hat. Tangermünde ist eine Hansestadt (Kaiser- und Hansestadt) und man sieht überall den früheren Reichtum, den der Handel und Wandel gebracht hat. Es gibt hier die allerschönsten Prunkbauten der Backsteingotik, nicht nur das historische Rathaus mit seinem herrlichen Giebel.



durchs Neustädter Tor, einer der prächtigsten Toranlagen ganz Norddeutschlands, geht es in die Stadt



Tangermünde, wir kommen



hier das historische Rathaus mit Standesamt (die Treppe hinauf)

Was wir an Tangermünde auch mögen, ist, dass die Geschäfte hier ganz normal sind und keine Kuckucksuhren und Taschenmesser angeboten werden. Wir wandeln die Lange Straße entlang und gehen auch mal in die Kirche, die St. Stephanskirche. Weil drinnen nicht alles so goldprotzig ist, glauben wir, dass es sich um eine evangelische Kirche handeln muss. Als wir fast schon wieder draußen sind, sagt Herbert. Ja, die ist nicht katholisch, die hat keine Beichtstühle. Vorbei geht es an einer kuriosen alten Einkehr namens Exempel Gaststuben, wo es die ulkigsten Speisen und Getränke gibt. Überhaupt gibt es in der ganzen Stadt Kuhschwanzbier. Was es wohl damit auf sich hat? Wir laufen hinunter zur Elbe bzw. dahin, wo der Tanger in die Elbe mündet. Hier unten hat man einen schönen Blick auf die alte Stadtmauer. Hochwasserschutz wird auch hier großgeschrieben. Ein Hohlweg führt uns zurück zur Altstadt, und am Ende sehen wir noch die Skulptur der Grete Minde, die man 1619 der Brandstiftung bezichtigte, nachdem eine gewaltige Feuersbrunst im Jahre 1617 fast die gesamte Altstadt zerstörte. Man hat Grete Minde dafür grausam hingerichtet. Jetzt lesen wir, dass zahlreiche Autoren, darunter Theodor Fontane, ihr ein literarisches Denkmal setzten. Wir finden die Skulptur, Grete Minde in Hand- und Fußfesseln, bedrückend, aber im Mittelalter war man eben nicht zimperlich. Gegen 13 Uhr sind wir zurück an unserem Platz. Mittlerweile ist es richtig heiß in der Sonne. In der Sonne zu heiß und im Schatten zu kalt. Setzen wir uns also in die Sonne, mit dem Rücken zur Sonne, essen zu Mittag, trinken noch den Rest vom Rotkäppchen und lesen. Heute wird der Platz deutlich leerer im Vergleich zu gestern.



Tangermünde ist eine gefällige kleine Stadt



links der Eingang zur St. Stephanskirche



ein Blick in die Kirche



große Teile der Kirche fielen dem Stadtbrand von 1617 zum Opfer und wurden im 17. Jh. erneuert



Wer mag einen Käsefuß mit Schuhsohle, dazu einen Furzwurz oder ein Kuhschwanzbier?



ein Blick auf das Hünerdorfer Tor (Eulenturm)



wir laufen hinunter zur Elbe



die Stadtmauer umgibt die Altstadt


 



Der Roßfurt mit Elbtor, bis ins 19. Jh. einziger Zugang für Pferd und Wagen zur Elbe



wir wandeln diesen 100m langen Hohlweg entlang zurück zur Altstadt


 



so, da sind wir wieder



ein Denkmal für Grete Minde, die der Brandstiftung bezichtigt und grausam hingerichtet wurde

back       |      next