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Mittwoch, 25. April 2018



und wieder ein Blick auf die Promenade von Quarteira

Der 25. April - Portugals großer Nationalfeiertag, der Tag, der vor 44 Jahren, am 25. April 1974, den Militärputsch auslöste, der als Nelkenrevolution in die Geschichte einging. Hochspannend, wie damals das verbotene Lied "Grândola, Vila morena" um kurz nach Mitternacht im Radio gespielt wurde und dies das Zeichen des Beginns der Revolution war. (Kann man alles im Internet nachlesen.) Es ist das erstemal, dass wir an einem 25. April in Portugal sind. Bei dem wunderbaren Denkmal, das in Gedenken an die Nelkenrevolution in Grândola gebaut wurde, waren wir vor ein paar Jahren mal; das war sehr sehenswert. Die größten Straßen und die größten Brücken und Plätze werden immer nach dem 25. April benannt: Ponte 25 de Abril, Praça 25 de Abril usw. Wir gehen davon aus, dass heute die Geschäfte geschlossen sind und man den Feiertag begeht. Wir wollen heute mal nach Vilamoura spazieren. Und vielleicht ist ja heute auch etwas los in Quarteira; wir haben hier und da Plakate für den Feiertag gesehen. Auf der Promenade spielt ein Musiker auf der Gitarre. Wir geben immer gern Geld, wenn die Musiker gut sind. Während wir auf einer der Bänke sitzen, spricht uns ein älterer Portugiese an - auf deutsch - dass ein paar Straßen weiter weg ein Gemüsemarkt ist. Er trägt selbst ein paar Taschen mit Obst und Gemüse bei sich. Wir gehen dann weiter und sehen auf dem Hauptplatz ein paar Plakate und Fotos von damals. Wir nehmen uns Zeit und schauen uns alles genau an. Schade, dass wir portugiesisch nicht flüssig lesen können, aber die Bildbeschreibungen verstehen wir schon. Und Revolução dos Cravos heißt Nelkenrevolution.



Música ao vivo - Live Musik - der Mann spielt ganz toll auf seiner Gitarre



diese kleine Ausstellung gibt es zu sehen


 



hier ein Original von damals, man hat Nelken in die Gewehrläufe der Soldaten gesteckt


 


 



die Befreiung der politischen Gefangenen aus der Festung Peniche, einen Tag später



heute ist auch Obst- und Gemüsemarkt in Quarteira

Wir gehen dann weiter in Richtung Vilamoura, vorbei an der Fischhalle. Wir sind übrigens erstaunt, dass heute doch alles geöffnet ist. Ganz schön heiß heute. Vilamoura ist dann schick wie eh und je. Wir wandeln an den dicken Pötten vorbei und an diesem und jenem Restaurant. Eigentlich haben wir vor, heute irgendwo essen zu gehen, aber das sagt uns alles nicht zu. Und die Preise sind auch etwas überzogen hier, obwohl es eigentlich nicht verwunderlich ist. Am Ende kehren wir nirgends ein, sondern machen uns wieder auf den Heimweg. In Quarteira auf dem Hauptplatz von vorhin spielt jetzt Musik. "Venceremos", ein Kampflied, das Annette in ihrer Kindheit im Osten oft gehört hat. Sie kriegt eine richtige Gänsehaut davon und kann sofort die Melodie mitsingen. Wir schauen mal, ob es ganz in der Nähe irgendwo ein Café gibt, in das wir uns setzen und noch ein wenig von der Musik hören können. Aber dann sehen wir eine Bank direkt am Platz. Da sitzen wir dann und hören noch so manches Kampflied. Es sind alte Stücke, denn sowas wird heute ja nicht mehr eingespielt und aufgenommen. Die alten Fotos der kleinen Ausstellung sind wirklich gut und aussagestark. Wie glücklich die Leute darin aussehen, die Freiheit zum Greifen nah. Eines der Fotos, vom 26. April 1974, einen Tag später, zeigt, wie die ersten politischen Gefangenen aus der Festung Peniche freigelassen werden. Die Festung war damals ja Gefängnis für politische Gefangene (haben wir auch schon besucht). Auf einem anderen Foto wird ein Wandfoto von Salazar abgehängt. Um kurz vor 16 Uhr sind wir wieder daheim.



vorbei geht es an der Fischhalle . . .



. . . und hin nach Vilamoura, das fast nahtlos an Quarteira angrenzt


 


 



Vilamoura ist schick


 


 



Platz ist für tausend Yachten



in Vilamoura

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