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Freitag, 27. April 2018



Sollen wir diesen Fisch nehmen?

Jetzt sind es schon zwei Wochen, die wir in Quarteira sind, aber heute wollen wir auch mal weiterziehen. Unsere Nachbarn waren gestern abgereist. Bevor wir Quarteira verlassen, wollen wir uns in der Fischhalle noch eine dicke Dorade kaufen und die heute Abend draußen in der Elektropfanne braten. Wir gehen zu Fuß zur Fischhalle am Ende der Promenade, denn wir müssen uns ja bewegen. In die Fischhalle hatten wir öfters mal geschaut, und es hat immer diese ganz großen Doraden gegeben. Der Marktständler kennt uns schon und macht uns jetzt einen guten Preis. Statt 22 EUR Kilopreis macht er 17,50 EUR. Die dicke Dorade wiegt stattliche 1,3kg und soll dann 20 EUR kosten. Der Mann findet, dass diese Dorade zuviel ist für zwei Personen, will uns zwei kleinere geben für zusammen 10 EUR, aber wir wollen ja gerade die dicke, die dann außer der Mittelgräte so gut wie keine Gräten hat. Und er weiß ja nicht, was Annette alles so zusammenfuttern kann, wenn der Tag lang ist. Bepackt mit der Dorade machen wir uns auf den Heimweg, waschen noch die Windschutzscheibe, die total blind ist von Staub und Salz. Am ganzen Fahrzeug hat sich rötlicher Sand abgesetzt. Dann verlassen wir Quarteira. Wir haben auch beschlossen, nicht mehr weiter östlich zu fahren, denn die Ostalgarve gefällt uns nicht; die vielen Industriebrachen und alles. Wir kehren zurück zur Westalgarve und wollen heute wieder auf der sogenannten Betonplatte bei Guia übernachten.



Oder reicht doch dieser?



bevor wir losfahren, muss die blinde Windschutzscheibe sauber sein



wir verlassen den schönen Platz am Praia do Almargem



auf der Nationalstraße

Und weil wir auch wieder an Albufeira vorbeikommen, wollen wir auch wieder Gas tanken, wenn das jetzt so ein Theater mit den neuen Anschlüssen ist. 10,5 Liter passen in die erste Flasche. Herbert will auch gern in dieses Algarve Shopping - den schicken Einkaufstempel an der Nationalstraße auf der Höhe von Albufeira. Annette hat keine große Lust, aber Herbert braucht kurze Hosen. Als wir dort ankommen, sind wir doch ziemlich angetan vom schönen Komplex. Alles so maurisch; es erinnert an das arabische Erbe der Algarve. Der Name Algarve stammt übrigens aus dem arabischen Al-Gharb, der Westen. (Gell, hier kann man noch so richtig was lernen.) Bei Pull & Bear finden wir eine schöne kurze Hose. In den anderen Geschäften noch eine zweite und dritte. Im Continente (Supermarkt) finden wir noch flüssigen Süßstoff, den es bisher nirgends gegeben hat. Wir kaufen auch Erdbeeren, die 50% gesenkt sind, auf 1 EUR/Pfund. Lange Schlangen sind an den Kassen; wir gehen zu den Self-Service-Kassen. Huch, das Display zeigt 2 EUR pro Packung für die Erdbeeren. Wir brechen ab, gehen zurück zum Erdbeerstand, und da heißt es 50%, keine Erwähnung der Kundenkarte (em cartão Continente) oder so. Wir haben so eine Kundenkarte und als wir die durch den Strichcodeleser schicken, wird der Rabatt abgezogen. Geht doch.



ein erster Blick auf das Algarve Shopping


 


 



alles hat einen leicht maurischen Einschlag



vorbei geht es an unzähligen Orangenständen

Jetzt zur Betonplatte. Es stehen nur zwei Wohnmobile da. Gott, schon wieder viertel vor drei - die Zeit rinnt einem immer so durch die Finger. Erstmal müssen alle Tanks leer und voll. Dann essen wir uns die Erdbeeren. Eine Schaf- und Ziegenherde läuft über die angrenzende Wiese. Unser englischer Nachbar reicht dem Schäfer eine Dose Bier. Dann fragt er uns, ob wir auch eine wollen? Nee, aber wir kommen auf diese Weise mit ihm ins Gespräch. Er sagt, dass er seit zwei Wochen auf diesem Platz sei und am Montag weiterfahren will. Irgendwann merken wir, dass er und seine Frau seit Jahren unterwegs sind. Are you a full-time motorhomer? Ja, seit fünf Jahren, und wenn er gewusst hätte, wie schön das ist, wäre er schon mit 60 in Ruhestand gegangen. Jetzt ist er 70. Total lustig, wie er da steht mit seinem großen Sonnenhut und einem Glas Rotwein in der Hand. Er erzählt uns, dass er ein Haus hat oben in Alcobaça. Er erzählt von den großen Surfwellen, die es da oben bei Nazaré so häufig gibt. Vom großen Waldbrand letztes Jahr, bei dem 60 Menschen gestorben sind. Wir reden über dies und das. Er sagt, dass ihm Marokko überhaupt nicht gefallen hätte, weil die Leute zu grausam zu den Tieren sind (they're too cruel to the animals). Er erzählt von Eseln, die man irgendwo am Straßenrand aussetzt und die dann langsam verdursten und verhungern, weil man sie zum Arbeiten nicht mehr gebrauchen kann. Er hat das oft genug gesehen auf seiner Reise, und Annette erinnert sich, dass die Tiere in Marokko wirklich nur Gegenstände sind, die zu funktionieren haben. Der Engländer ist schwer zu verstehen; er hat so einen nordenglischen Dialekt. Am frühen Abend fangen wir mit der Dorade an, schön auf kleiner Hitze in reichlich Olivenöl und noch mehr Knoblauch. Dazu ein Glas Wein aus dem Alentejo. Ach, das Leben kann ja so schön sein.



die Schaf- und Ziegenherde kommt vorbei



die Dorade passt nicht in die Elektropfanne



es ist angerichtet


 



unsere Tagesroute ca. 35km

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