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Sonntag, 08. April 2018



Durchfahrt durch Alcantarilha - da bei PRIO tanken wir noch

Heute soll es zwar noch sonnig werden, aber bis Donnerstag soll es dann fast nur regnen. Wir haben beschlossen, diese Zeit auf dem Stellplatz namens KM64 auszuharren, weil wir da Strom und Internet und alles haben. Der Platz selbst ist ja nicht so schön, allgemein bekannt als Platte oder Betonplatte. Wir fahren schon vor dem Frühstück los, weil wir erst noch Brot kaufen müssen. Sonntags haben ja die Supermärkte und Aldi & Co. geöffnet. Wir machen in Alcantarilha beim Aldi einen größeren Einkauf, sodass wir einige Zeit autark sein können. Ansonsten ist die Entfernung zum Stellplatz auch nur 4km. Es ist wie immer recht windig, als wir dort ankommen. Vier Wohnmobile stehen da; diesen Platz nimmt wohl jeder immer nur als Notnagel. Wir lassen uns also häuslich nieder, hängen uns ans Stromnetz. Unser eigenes Internet ist ja auch gerade per heute abgelaufen - die 15 Tage fliegen einem ja so davon jedesmal.



Ankunft am Stellplatz KM64

Bald schon bedeckt sich der Himmel. Am frühen Abend holen wir die Elektropfanne heraus und dann brutzelt sich Annette die Lasagne, die sie sich extra wegen der Elektropfanne gekauft hatte. Das geht gut auf kleinster Stufe, aber weil die Lasagne ja aus der Silberschale herausmuss, geht sie dadurch etwas aus der Form. Anschließend noch die Pizza für Herbert. Nach dem Abwasch kommt der Regen dann ganz dicke. Wir schalten den Fernseher gar nicht erst ein, weil dann eh immer der Empfang weg ist, sondern hören Radio. Es ist ein gemütlicher Abend. Wir sehen, dass die große Reklame an der Nationalstraße mal an und mal aus ist. Stromschwankungen. Da schalten wir unseren Kühlschrank lieber auf Gas, damit die Platine keinen Schaden nimmt vom ständigen hüh und hott. Lange nach 22 Uhr gehen wir zu Bett, schalten den Fernseher jetzt doch mal ein und schauen auf MDR "Geboren in der Sowjetunion". Eine Langzeitstudie, die man in 1991 begonnen hat. Kinder, die damals sieben Jahre alt waren, und die man alle sieben Jahre wieder aufgesucht und gefilmt und interviewt hat. Total interessant, zumal die mittlerweile Jugendlichen und Erwachsenen zum Teil in alle Welt verstreut waren. Nach Israel und Argentinien, nach USA. Die Sendung hätte die ganze Nacht durchgehen können. Annette hat seit einigen Jahren ein Faible für alles russische. Früher, in Ostzeiten, war einem die Liebe zum Großen Bruder ja so aufgenötigt worden, da hat man sich mit aller Gewalt dagegen gesträubt, hat auch nur mit Unwillen russisch (acht Jahre lang!) in der Schule gelernt. Aber heute mag sie die russische Mentalität. In Bayern auf der Arbeitsstelle hatte sie mal insgesamt fünf Russlanddeutsche als Kollegen und kam wunderbar mit ihnen zurecht. Ihre bayerischen Kollegen kamen nicht so mit ihnen klar, ihnen waren vor allem die Frauen zu resolut. Annette sagte dann immer: "Die mussten sich früher so durchsetzen, denn der gesamte Alltag lastete auf ihnen, während die Männer den ganzen Tag besoffen in der Ecke lagen." Allein, wenn man bedenkt, was die Russinnen früher für körperlich schwere Arbeit leisten mussten, in absoluten Männerberufen wie dem Straßenbau. (Übrigens war im Ostblock Kranfahrerin ein typischer Frauenberuf.)



am frühen Abend kommen noch zwei italienische Wohnmobile dazu



unsere Tagesroute ca. 10km

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