d08.jpgd19.jpgd21.jpgd18.jpgd07.jpgd13.jpgd10.jpgd11.jpgd14.jpgd04.jpgd02.jpgd06.jpgd01.jpg

Freitag, 14. April 2017



auf der Autobahn fahren sie mit allen möglichen Gefährten

Ganz früh morgens im Dunkeln hören wir den Muezzin singen. Gut, dass wir noch nicht rausmüssen aus den Federn. Als es dann hell wird, steht Annette auf und macht das Frühstück. Nur 11°C an Bord? Als Herbert sich an den Tisch setzt, sehen wir, dass es erst 6:40 Uhr ist. Wie konnte uns denn das passieren? Nach dem Frühstück läuft Annette mal zur Tankstelle und fragt nach dem Zugangscode fürs Internet. May I have the WIFI code, please? Der junge Mann versteht sie auf Anhieb. Schön, dass das alles so gut klappt. Jetzt kann Ostern kommen. So gegen 9 Uhr fahren wir los. Es geht längere Zeit auf der Autobahn her, auf der uns immer wieder Leute zu Fuß oder mit Mopeds entgegenkommen. Auch gibt es hier und da kleine Verkaufsstände am Straßenrand. In der Stadt Fier werden wir von der Autobahn heruntergeleitet und durch die Stadt geführt. Innerstädtisch sind die Straßen fast immer eine Katastrophe, außerhalb richtig gut. Irgendwann kommen wir wieder auf die Autobahn bis Vlorë. Es geht wieder herunter und durch die Stadt. Das gleiche Spiel wie vorhin, nur dass Vlorë größer und moderner ist. Kilometerlang ziehen sich die neuen Wohnblocks parallel zur Straße hin.



es kommen einem auch Fußgänger und Radfahrer am Straßenrand der Autobahn entgegen



Ankunft in Vlorë



in Vlorë sind fast alle Straßen aufgerissen

Die Beschilderung in der Stadt fehlt oft, und wir orientieren uns immer an der Küste, die wir aber nicht immer sehen. Irgendwann kommt eine riesige Baustelle, die sich fast durch die ganze Stadt zieht. Beide Fahrbahnen sind aufgerissen und jeder muss zusehen, wo er entlang muss. Beschilderungen? Fehlanzeige. Statt dass sie erstmal nur eine Fahrbahn erneuert und die andere gelassen hätten. Irgendwann fahren wir dann direkt an der Küste entlang und wir glauben, dass die Straße nun immer so weitergehen müsste. Jedenfalls wenn man sich die Karte so anschaut, so müsste es zumindest ab Dhërmi immer direkt an der Küste entlanggehen. Hinter Orikum, das auch an der Küste liegt, geht es in die Berge. Was für eine grandiose Landschaft. Auf den Gipfeln liegt noch Schnee. Es geht immer weiter hinauf, und zwar ziemlich steil. Ganz oben können wir sogar mal anhalten und einen Kaffee trinken. Ein herrlicher Platz. Nach wenigen Kilometern gibt es eine tolle Aussichtsplattform mit großartigen Aussichten und dem Meer zu Füßen. Die Straße windet sich herunter und wir können vom oben sehen, wie sie weitergeht.



es ist eine beschwerliche Fahrt durch Vlorë



endlich stoßen wir auf die Küstenstraße


 



die Straße führt in die Berge



bald schon geht es steil hinauf in tausend Serpentinen



hier können wir sogar mal anhalten und rasten



erstmal einen Kaffee



es geht bergab



so führt die Straße weiter



ein Blick auf die Kisha e Shën Spiridhonit - die Kirche St. Spiridon - im Ort Dhërmi

Es geht also in tausend Serpentinen hinunter und dann wieder hinauf. Vom Meer ist nix mehr zu sehen. Es geht wieder hinauf und durch ein paar Dörfer und wieder hinunter. Immer wenn es wieder bergauf geht, geht unsere Stimmung bergab. Davon, dass die vermeintliche Küstenstraße sich durch die Berge windet, war im Reisebuch (Reise Know-How Albanien) keine Rede. Die Orte, die an der Küste liegen, sind echt deprimierend. Die Stichstraßen, die zum Plazh - Strand - gehen, sehen verheerend aus. Die Küste scheint gar keine Rolle zu spielen in Sachen Tourismus. Wir kommen durch Dhërmi und Himare und Borsh und so weiter, und unsere Stimmung ist im Eimer. Der Reise Know-How war eine einzige Schwärmerei für Albanien, und jetzt quälen wir uns die ganze blöde Küste entlang bis runter nach Sarandë. Einzig gut ist, dass die Straße sehr neu ist und absolut plan bis auf ein paar erste Schäden. Die Einheimischen jagen hier entlang und überall gibt es Gedenktafeln der hier Verunglückten. Mit Fotos der Toten, wie es im Süden üblich ist. Übrigens, wer was auf sich hält, fährt Mercedes. Was wir hier in Albanien für dicke Mercedes und SUVs sehen ist einfach unglaublich.



manchmal wird es eng



eine schöne Bucht, aber die Zufahrt ist abgeriegelt mittels eines Zaunes


 



Ankunft in Sarandë

Wir quälen uns also immer bergauf und bergab in tausend Serpentinen. Wir fahren und fahren, bis wir Sarandë erreichen. Auch dieser Ort laut Reisebuch eine einzige Schwärmerei. Beim Lesen hatten wir den kleinen Ort Elounda auf Kreta, von wo aus die kleinen Boote auf die Leprainsel Spinalonga gehen, vor Augen. Dann das gleiche Bild. Überall neue Wohnblocks ohne jedes Konzept wild hingestellt kreuz und quer und überall. So übel ist Sarandë dann zwar nicht, verglichen mit den anderen Orten, aber dass von hier aus Fähren nach Korfu gehen sollen (laut Reisebuch), davon sehen wir nix. Keine Agenturen oder so, die Tickets verkaufen. Keine Rede von Korfu oder so. Auch auf unserer Landkarte ist keine Fährroute eingezeichnet. (Im Internet gibt es nur den Fährplan von 2014.) Und dabei wäre es doch so schön gewesen, wenn wir von hier aus direkt hätten übersetzen können nach Korfu. Wir können Albanien nichts abgewinnen, aber jetzt müssen wir auch noch den langen Umweg über Land zur griechischen Grenze machen. Uns reicht es total. Man kann auch nirgends parken in Sarandë, und die Zufahrt zum Hafen ist abgesperrt. Und überhaupt in den Orten. Vielleicht rührt das noch aus der Zeit, als das Land noch komplett abgeriegelt war und es im ganzen Land nur 300 Autos gab. Parkplätze waren damals bestimmt völlig abwegig.



Durchfahrt durch Sarandë



hier hinauf



da wir nirgends unterkommen, verlassen wir Sarandë nach einer kompletten Durchfahrt



die letzten paar Kilometer bis zur griechischen Grenze

Die blöde Küstenstraße, die komplett durch die Berge führte, hätten wir uns wirklich sparen können. Die Straße, die jetzt nach Jorgucat und zur Grenze führt, ist zwar auch neu, aber bestimmt schon zehn Jahre alt und schon ziemlich schadhaft. Wir fahren und fahren, bis irgendwann die Grenze zu Griechenland erreicht ist. Komisch, dass gleich alles ganz anders ist. Die Bäume blühen, die Straße ist perfekt. Keine dicken SUVs mehr zu sehen. Herbert will heute unbedingt noch in einer Taverne zu Abend essen, und so fahren und fahren wir, und alle Tavernen haben entweder geschlossen oder da ist keine Menschenseele. Wir müssen in Richtung Ioánnina und wollen dann auf die Autobahn nach Igoumenitsa. Auf keinen Fall mehr eine weitere Bergstraße. Kurz vor der Autobahn sehen wir als allerletzten Notnagel ein Gyroland-Restaurant (eine Kette). Na ja, besser als nichts. Es ist 18:40 Uhr Ortszeit, als wir hier ankommen. Was für ein anstrengender Tag. Wie enttäuschend und am Ende so nutzlos. Schön, dass es in Griechenland immer so früh dunkel wird.



am albanischen Grenzausgang



da hinten weht schon die griechische Fahne



in Griechenland

back       |      next