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Dienstag, 11. September 2018



und wieder stehen etliche Obstbäume am Straßenrand

Wir wollen wieder nach Neustrelitz zurück, weil uns die Stadt und der Stellplatz so gut gefallen. Es geht unten herum um die Müritz und durch Röbel/Müritz. Eine beschauliche kleine Stadt, aus der Mecklenburg-Vorpommerns erster Ministerpräsident in 1990 stammte. Es geht auch wieder durch Mirow, wo gerade eine Ampel umgefahren wurde, was sie wenig später auch im Radio verkünden. Dann erreichen wir Neustrelitz, und die Zufahrtsstraße zum Stadthafen ist gesperrt. Keinerlei Hinweis auf eine Umleitung, aber weil wir hier vor zwei Wochen so viel mit dem Fahrrad in der Stadt unterwegs waren, wissen wir, wie wir fahren müssen. Das Wetter gibt nicht mehr viel her. Annette radelt zum Kaufland, kauft Grünkohl, Mettwürste und Kartoffeln und tut alles zusammen in einen Topf. Das richtige Essen für heute. Wir bleiben heute daheim. Im Radio sagen sie, dass auf der Warnemünder Werft heute Kiellegung für die Global One ist, ein Kreuzfahrtschiff von 342m Länge für mehr als 10.000 Passagiere. 40.000mal die Klospülung am Tag - ist Annettes Kommentar dazu. Bisher war die Norwegian Breakaway das größte Schiff mit 325m, das in Warnemünde festgemacht hat. Heute wird auch die Absichtserklärung für den Bau einer Landstromanlage für die Kreuzfahrtschiffe in Warnemünde unterschrieben. Kostenpunkt 10 Mio EUR für 1 Schiff. Aber in Zukunft werden ja drei und vier Schiffe am Tag anlegen. Pro Liegeplatz also weitere 10 Mio. Man spricht im Radio davon, ob sich Kosten/Nutzen rechnen und ob es nicht sinnvoller ist, die Schiffe mit Flüssiggas zu betreiben, damit sie den Ruß auch auf dem Meer nicht mehr verschleudern. Was nütze der teure Landstrom für die paar Stunden an Land? Am Nachmittag fischt Annette einen Focus aus der Papiertonne, Darin ist unter anderem ein Artikel über das Glück. Ein interessantes Interview mit einer 43-jährigen Psychologie-Professorin an der Yale University. Sie sagt unter anderem, dass Menschen, denen Zeit wichtiger ist als Geld, glücklicher sind als die, denen das Geld wichtiger ist. Sie sagt auch, dass wir uns keine Zeit mehr fürs Nichtstun nehmen. Ersteres hat Annette an Herbert erinnert, der ja schon mit 55 Jahren aufgehört hat mit dem Arbeiten. Das war in 2003. Ihm waren Zeit und Reisen wichtiger als Geld, und damals standen wir noch gar nicht so gut da. Da kamen die Erbschaften noch nicht, da gab es noch keine Mieteinnahmen, und Annette konnte damals - kann sie jetzt auch - noch hundert Jahre warten, bis ihre Rente kommt. Herberts große Lebensversicherung war erst 10 Jahre später fällig, und für Annette hatten wir in 2003 eine Lebensversicherung auf 20 Jahre abgeschlossen. Zweiteres hat Annette an unsere Enkel erinnert, bei denen immer gesagt wird, man müsse sie ja beschäftigen. Als könne man sie keine Minute mal unbeschäftigt lassen. Annette nennt das immer die volle Dröhnung und ist schon lange davon überzeugt, dass die Psyche auch mal Langeweile empfinden muss, bis sie aus eigenem Antrieb mal wieder Lust auf Beschäftigung hat. -- Und von den sozialen Medien hält die Professorin auch nicht viel. Sie sagt, dass sie sich auf zweierlei Weise schlecht auf unser Wohlbefinden auswirken: Sie stehlen Zeit, die wir in echte zwischenmenschliche Beziehungen stecken könnten und sie machten uns neidisch auf andere. Und dann sagt sie noch dies und das. Die Menschen jagen den falschen Zielen hinterher.



Durchfahrt durch Röbel-Müritz



Röbel



Abend wird es auf dem Stellplatz von Neustrelitz



unsere Tagesroute ca. 71km

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