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Mittwoch, 12. September 2012



wir sind auf dem Fußweg an der Küste entlang nach Peniche

So, heute wollen wir mal nach Peniche laufen, und immerhin führt ein schöner Wanderweg vom Cabo Carboeiro an der Küste entlang mit tollen Aussichten auf die Klippen. Sogar eine nette kleine Badebucht sehen wir, die zwischen zwei große Felsen gequetscht ist und zu der eine Steintreppe führt. Dann erreichen wir Peniche und laufen durch ein Wohngebiet, das direkt an die Felsen geklebt zu sein scheint.

wir erreichen die Stadt

dieses an die Felsen geklebte Wohngebiet gefällt uns besonders

Die Häuser sind eng aneinander gebaut, manche nicht viel größer als eine Garage. Man merkt schon, dass alles mal aus Armut entstanden ist. Manche Wege sind so schmal, dass man zu Fuß gerade so hindurchpasst, nicht mal mit dem Moped würde das gehen. Aber die Lage dieser Häuser ist einmalig; sie haben sogar die Sicht auf die Fortaleza, die große Festung aus dem 16. Jahrhundert.

hier stehen die Häuser dicht an dicht

hinten rechts ist schon die Fortaleza - die Festung - zu sehen



durch schmale Wege kommen wir


 



Peniche hat einen alten Stadtkern



Blick auf den Eingang zur Fortaleza

Es geht schon auf 12 Uhr zu, als wir an der Festung ankommen, die um 12:30 Uhr für die Mittagspause schließt. Also müssen wir jetzt bis 14 Uhr warten, denn wir wollen die Festung besichtigen, die während der Diktatur unter Salazar, genaugenommen von 1934 bis 1974 als Gefängnis für politische Gefangene gedient hat. Wir laufen also ein wenig durch die Stadt, werfen einen Blick in den Hafen, der sich direkt neben der Festung befindet. In der Hafengegend gibt es diverse Restaurants und überhaupt macht Peniche einen netten Eindruck.



wir sind auf dem Gelände der Festung



dieser Trakt war Gefängnis während der Diktatur von Salazar

Dann können wir die Festung betreten, die heute als Museum gilt. Schauen uns zuerst die Außenflächen an und zahlen dann den Eintritt von 1,50 EUR pro Person. Im Laufe der Jahrhunderte bekam die Festung mehrere Erweiterungen, und der Gefängnistrakt wurde in drei alten ehemaligen Militärbaracken untergebracht. Wovon eine Baracke jetzt zu einem Museum umgebaut wurde und besichtigt werden kann. Das Museum erstreckt sich auf drei Etagen, wovon die beiden unteren Prähistorisches, den Schiffbau und Architektonisches zeigen. Uns interessiert die oberste Etage, wo sich die Gefängniszellen Einzelzellen) und die Küche befindet. Mehrere Schautafeln an den Wänden zeigen Fotos der Gefangenen, deren Lebensläufe und auch Ausbrüche, z.B. der in 1960, als der Kommunist Álvaro Cunhal mit ein paar Insassen ausbrach. Sämtliche Schautafeln sind aber leider nur auf portugiesisch, sodass wir praktisch gar nichts davon lesen können. So gut wie gar nichts ist auf englisch beschrieben.



ein Teil der Gefängniszellen kann besichtigt werden



Blick in den Besucherraum



auf der anderen Seite saßen die Gefangenen

Dann kommen wir in einen weiteren Gebäudeteil, wo sich der Besucherraum befindet. Es ist eine bedrückende Atmosphäre hier, und an den Wänden hängen nun Plakate, die das Geschehen während der Nelkenrevolution in 1974 zeigen. Der 25. April 1974, der zum Sturz der Salazar-Diktatur führte. Und bereits am 27. April kamen die Gefangenen hier frei, wenn wir das alles richtig verstanden haben. Auf einer der Tafeln (in englisch) lesen wir, dass man das Gefängnis in 1984 zum Museum gemacht hat im Gedenken an den antifaschistischen Kampf. Außerdem hat man damit verhindert, dass das Gefängnis weiterhin als solches genutzt wird, denn das war vom Nationalen Gefängnisausschuss geplant. Wir lesen auch, dass das Museum das meistbesuchte in ganz Portugal ist.



Blick auf die Küste durch die Festungsmauern



die Festung hat riesige Ausmaße



im Hintergrund der Hafen mit den zwei Molen



eine kleine Oase, nachdem wir die Festung verlassen haben

Als wir wieder draußen auf der Straße sind, müssen wir erstmal verschnaufen, denn die Besichtigung war doch bedrückend. Wir setzen uns noch in das Java House, eines der schicken Cafés auf der Straße, die zum Hafen führt, bevor wir uns auf den Heimweg machen. Eigentlich wollen wir die große Runde gehen, die an der kleinen Festung, der Forte da Luz, im Norden der Stadt liegt, wo wir gestern kurz geparkt hatten. Aber dafür ist uns die Hitze zu groß und so nehmen die den Weg zurück, den wir gekommen sind.



ein letzter Blick auf Peniche, bevor wir uns auf den Rückweg machen

Spät nachts, um 23:30 Uhr, wir sind die einzigen im Wohnmobil hier, passiert dann noch folgendes: Mit einem ungeheuerlichen Lärm setzt die Sirene ein, die sich direkt am Leuchtturm befindet. Nun weiß man ja, dass dreimal = Feuer bedeutet. Die Sirene hört aber nicht auf nach dreimal, auch nicht nach zehn- oder zwanzigmal. Herbert geht zur Tür hinaus, ob er irgendwas sieht. Nein, er sieht gar nichts, denn es ist dickster Nebel. Er kann nicht mal die Felsen sehen, die sich vor unserer Haustüre befinden. Ob der Höllenlärm der Sirene etwa das Nebelhorn ersetzen soll? Nach dreißigmal hört Annette jedenfalls auf zu zählen, denn da fängt sie an, alles zusammenzupacken, denn hier können wir es ja unmöglich aushalten. Als wir losfahren, ist die Sirene wohl fünfzigmal losgegangen. Wir fahren also kurz vor Mitternacht zum Hafen und stellen uns dorthin für die Nacht. Auf der Fahrt und auch im Hafen ist kein Nebel. Hier können wir also wieder ins Bett fallen.



ein schöner Sonnenuntergang erwartet uns

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