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Dienstag, 30. Oktober 2018



am Alten Strom unter blauem Himmel

So richtig können wir ja nicht glauben, dass das Thermometer heute auf bis zu 20°C klettern will. Morgens ist es so grau und stürmisch wie eh und je. Es regnet auch mal. Und dabei hatten wir uns heute schon in Warnemünde gesehen. Wo soll das schöne Wetter herkommen? Wir braten erstmal die Klopse, für die wir gestern Hackfleisch vom Rind gekauft hatten. Gegen Mittag wird es tatsächlich hell draußen - das kennen wir ja gar nicht mehr. Der Wind ist arg, aber recht warm. Jetzt können wir ja wirklich losfahren nach Warnemünde. Das Parkhaus auf der Parkstraße (komischer Zufall, dieser Name) ist zwar belegt, aber wir kommen wieder bequem auf der Beethovenstraße unter. Am Alten Strom wird gebaut und gewühlt wie überhaupt viel überall gebaut wird. Die ganze Stadt besteht derzeit aus diversen Baustellen. Mit offener Jacke können wir den Alten Strom entlangwandeln, ohne jedem dritten Touristen auf die Füße zu treten. Soll heißen, dass der Besucheransturm jetzt doch abebbt. Letztens kam ein Bericht im Nordmagazin auf N3 vom Café Wegner auf der Alexandrinenstraße. Da gehen wir jetzt mal hin und schauen, was sie für Torten haben. Sieht gut aus, aber wir kehren erstmal zum Alten Strom zurück. Annette will auch noch eine Karte kaufen zum 90. Geburtstag einer entfernten Verwandten (Schwiegermutter von Herberts ältester jüngerer Schwester), die wir sehr mögen und der wir seit ihrem 80. Geburtstag immer eine Karte geschickt hatten. Auch im alten Lotsenhaus, das ja heute ein Café ist, würden wir unterkommen. Keine Schlangen mehr. Aber wir kehren zurück zum Café Wegner, dem uralten Traditionscafé, das bis 1970 Café Meyer geheißen hat, und das selbst Annette immer noch Café Meyer nennt. Ihre Großmutter hatte dort zu besonderen Familienfeiern immer eine Torte bestellt, obwohl sie eine begnadete Köchin und Bäckerin war (böhmische Küche; die Großeltern waren ja Sudetendeutsche). Die Tortenstücke, die wir jetzt bestellen, sind sehr gut, aber das Ambiente nicht so sehr, denn unser Blick aus dem Fenster geht auf das Haus gegenüber, das gerade ein Baugerüst bekommt und vor dem die Baufahrzeuge stehen. Gegen 16 Uhr machen wir uns auf die Heimfahrt. Der Himmel ist knallrot, als würde für morgen Schönwetter drohen. Es sollen aber nur 9°C werden. Aber Hauptsache blauer Himmel.



dies ist die einzige Schlange, die wir heute sehen


 



im Café Wegner auf der Alexandrinenstraße (da ist noch eingepackter Kuchen auf dem Tisch)



auf der Alexandrinenstraße


 



Heimfahrt gegen 16 Uhr bei knallrotem Himmel

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Montag, 29. Oktober 2018



vielleicht kann man auf diese Weise neue Blutspender finden für die Zukunft

Wer sparen will, muss bluten. Für eine Blutspende beim DRK heute und morgen bekommt man beim Mediamarkt einen Gutschein für 20 EUR. Genau das richtige für die Pfennigfuchserin. Aber Annette war in der Vergangenheit eh regelmäßige Blutspenderin bis 2008. Mit ihrer Freundin Heidi ging sie damals in Bernau am Chiemsee immer zur Blutspende. Annette hat Null positiv, wie fast die gesamte Weltbevölkerung. Die hat jeder und die braucht jeder. Ihre Freundin Heidi hat AB, was ziemlich selten ist. Sie wurde zwischendurch auch mal angeschrieben, dass sie zur nächsten Spende nicht zu kommen bräuchte. Das waren immer schöne Abende beim Blutspenden. Heute hat Heidi Geburtstag -die besten haben ja an einem 29. ihren Geburtstag - und Annette ruft am frühen Vormittag an. Heidi ist mit Mann und dickem Audi unterwegs nach Augsburg auf einen schönen Ausflug. Ihr neuer Audi TT irgendwas hat ein Saisonkennzeichen und fährt nur noch bis Mittwoch. Mit Heidi zu telefonieren ist immer toll. Wir fahren gegen 20 Uhr los zur Wohnung, wollen zum Einkaufskomplex gleich vor unserer Haustür, wo sich in einem Seitenflügel mehrere Arztpraxen niedergelassen haben. Wir wollen heute das leidige Thema Rezept in Angriff nehmen. Der Schrieb der Barmer war ja am Donnerstag auch in der Post. Wir parken trotzdem bei uns am Haus. In den Fenstern des neugebauten Hauses kleben jetzt vier Zettel: Zu vermieten, 4-Raum- und 3-Raumwohnung. 139qm und 109qm. Jetzt sind wir aber doch einigermaßen überrascht, dass die vielleicht im ersten Moment leerstehen werden.



für dieses Armband bekommt man beim Mediamarkt den 20-EUR-Gutschein

Weil es bei uns in der Wohnung nichts mehr zu tun gibt, geht Annette mit Herbert mit zum Arzt. Ein Zettel an der Tür dort sagt, dass die Praxis bis 5. November geschlossen bleibt. Auf zur nächsten Praxis. Auch in dieser Woche geschlossen. In etwa 300m Luftlinie gibt es ein Ärztehaus. Wir gehen hin. Hinauf ins 2. OG. Praxis geschlossen. Ja Servus. Die Vertretung soll im EG sein. Also hin und endlich haben wir Glück. Herbert bekommt sein Rezept, und die Apotheke ist eine Etage tiefer und die ist sogar offen, ha ha. Dann fahren wir in die Südstadt, wo sich das Blutspendezentrum des DRK befindet. Weil die aber erst um 13 Uhr öffnen, fahren wir vorher zum Kaufland und machen dort einen Großeinkauf. Gegen halb zwei sind wir beim DRK. Herbert bleibt im Auto sitzen. Annette wird sehr herzlich in Empfang genommen. Überhaupt sind die Leute jedem bei der Blutspende immer so dankbar. Sie sagen, dass sie heute und morgen mit einem größeren Andrang rechnen wegen der Mediamarkt-Aktion. Man hat sogar noch die uralten Daten von Annette von früher, weiß genau, wann sie zum letztenmal hier war. Man würde sich sehr freuen, Annette wieder regelmäßig hier begrüßen zu können. Das macht sie bestimmt. Es herrscht dann wirklich ein reger Betrieb hier. Überhaupt ist wieder alles so großstädtisch. Allein, wieviel Liegen hier aufgebaut sind. Annette wird gesagt, dass ihr Hb-Wert sehr gut sei mit 12,7. Frauen hätten meist nicht mehr als 12,5. Noch während des Abzapfens bindet man ihr am anderen Arm das Armband von Mediamarkt um. Damit würde sie im Markt den Gutschein bekommen. Und weil wir eh am Mediamarkt om Ostsee Park vorbeifahren auf dem Heimweg - wir fahren ja immer über Alt-Sievershagen - halten wir jetzt noch beim Mediamarkt und holen den Gutschein ab. Im Ostsee Park kaufen wir noch eine Kordhose und einen Pullover für Herbert und Winterschuhe für Annette. Beladen mit allen Einkäufen, Kaufland und das hier, kehren wir zurück. Bei uns an Bord sind es nur 11°C, aber es wird ruckzuck warm, als wir die Heizung einschalten. Und wieder haben wir schwedische Nachbarn direkt neben uns.



heimwärts geht es über Lichtenhagen-Dorf unter bedecktem Himmel

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Samstag, 27. Oktober 2018

Wieder so ein grässliches Wetter. Es regnet, es ist dunkel am Himmel, es ist Herbst. In Rostock ist heute die lange Nacht der Museen, da haben verschiedene Museen und Einrichtungen von 18 Uhr bis Mitternacht geöffnet, "um Wissenswertes aus Geschichte, Tradition, Kultur und Kunst zu vermitteln und ihre wertvollen Exponate zu präsentieren"  so war es im Städtischen Anzeiger zu lesen. Als Geschenk zum 800. Geburtstag der Hanse- und Universitätsstadt ist der Eintritt heute Nacht überall frei. Annette wäre gern in die Kunsthalle am Schwanenteich gegangen, denn das Haus wird im nächsten Jahr totalsaniert und entkernt, und sie hätte das Haus gern nochmal in seiner DDR-Architektur gesehen. Die Kunsthalle Rostock ist jetzt 50 Jahre alt und war der einzige Museumsneubau in der DDR. Damals ein Prestigeobjekt, und das in Rostock, und zwar in unserem Stadtteil. Aber bei dem schrecklichen Wetter werden wir wohl kaum einen Schritt vor die Tür tun. Wir gehen gerade noch mittags zum Einkaufen hier in Elmenhorst. Heute begnügen wir uns mit Bratkartoffeln. Der Nachmittag schleppt sich dann so dahin. Das Album von Manfred Krug war ja auch in der Post am Donnerstag, als wir bei der Wohnung waren. Gestern hatte Annette es mal auflegen wollen, aber die CD rumpelte im Laufwerk, als wären große Feldsteine darin. Komisch, die CD ist absolut plan. Heute steckt sie sie mal ins Laufwerk vom Laptop und alles läuft rund. Jetzt nochmal ins Autoradio und gottlob bleibt alles ruhig. Die Musik ist so wunderbar, und gleich schon beim zweiten Stück weiß Annette, dass sie die anderen Alben, die Manfred Krug mit Günther Fischer aufgenommen hat, auch haben muss. Das zweite Album auf der CD, "Ein Hauch von Frühling", ist sogar noch besser als das erste, "Das war nur ein Moment". Eine Sauerei, dass man uns Spätgeborenen in der DDR diese herrliche Musik vorenthalten hat, denn ab 1977 war Manfred Krug ja verboten. Im Regen sitzen wir abends zusammen und hören das Album vielleicht drei- oder viermal hintereinander. Es wird jedesmal besser.

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Sonntag, 28. Oktober 2018



Bonjour Tristesse

Herbstwetter. Nieselregen. Tristesse. Gegen Mittag kommen zwei Wohnmobile aus Schweden hier an, die bestimmt in die Überwinterung starten. Muss toll sein für die Skandinavier, dass es im südlicheren Europa nicht immer nur dunkel ist und dass die Preise für alles so günstig sind. Als Annette den Müll wegbringt, springt ein großer Hund - wie ein Foxterrier, aber in Großformat - entgegen. Sie erschrickt sich immer gleich so bei allem, so auch jetzt. Hundi schnüffelt neugierig an ihr. Annette sagt den Leuten, dass sie mit ihrem Hund aufpassen müssen, da dies ja ein hundefreier Platz sei. Sie müssen den Hund unbedingt nach drinnen nehmen; die Betreiber sind immer sofort da, sobald ein Hund zu sehen ist; als würden sie den ganzen Tag vor der Videoüberwachung sitzen. Die Leute bedanken sich, und es ist eh zu kalt, als dass sie Hundi lange draußen lassen würden. Wenig später kommt ein junge Frau mit zwei kleinen Hunden, einer schwarz, einer weiß, auf den Platz und besucht welche im Wohnmobil. Alles geschieht genau vor der Überwachungskamera. Wir schauen auf die Uhr und bums, vier Minuten später ist die Betreiberin da. Die Hunde müssen wg. Letztens waren auch Leute mit Hund da. Er hatte bei der Entsorgungsstation gehockt - die Leute fummelten am Ticketautomaten. Die Betreiber kamen, die Leute mussten abreisen und anschließend wurde die gesamte Entsorgungsstation mit Wasser abgesprüht. Als hätten Hunde die Pest. Am späteren Nachmittag bestellt sich Annette bei Amazon eine weitere CD von Manfred Krug. Wieder zwei Alben auf einer CD: "Greens" und "Du bist heute wie neu". Diesen Titelsong - Du bist heute wie neu - kennt sie erstaunlicherweise schon. Der Abend kommt und wieder sind wir dem Einzug einen Tag nähergerückt.

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Donnerstag, 25. Oktober 2018



heute ist uns die Bordküche gut genug

Morgens um fünf im Bett sagt Herbert: Jetzt fangen wir das 13. Jahr an. (Heute ist ja unser Hochzeitstag.) -- Oh Gott, oh Gott, sagt Annette, aber das 7. Jahr ist normalerweise gefährlicher. -- Das haben wir ja schon geschafft. -- Hab' ICH geschafft, sagt Annette, und der Herbert kneift sie in den Popo. Heute ist also unser Hochzeitstag, und wir wollen im CasaMia in Warnemünde essen gehen. Deren Speisekarte liest sich auch sehr gut, aber wenn wir so nach draußen schauen, wissen wir gar nicht, ob wir überhaupt losgehen sollen, denn immer wieder schüttet es aus Eimern. Am frühen Nachmittag finden wir, dass wir uns das nicht antun müssen, nur weil heute der Tag ist. Wir brauchen solche Symbole nicht, Annette läuft geschwind zum Netto und kauft dort zwei Pizzen und eine Flasche Rotwein (Blauer Zweigelt). Am späten Nachmittag fahren wir noch schnell zur Wohnung und holen da die Post und die Wäsche ab. Jetzt sind wirklich die ersten Leute ins neugebaute Haus gezogen, genau in die Wohnung, von der letztens die Rede war. Dutzende Umzugskartons stapeln sich vor dem bodentiefen Fenster auf der ersten Ebene. Bei denen kann man richtig reinschauen in die Fenster, da müssen wir Gardinen oder Lamellen oder irgendwas vorhängen. Bei uns kann niemand hineinschauen, das haben wir schon ausprobiert. Herbert glaubt auch, dass wir von unserem neuen Bett aus durchs Dachfenster werden schauen können. Annette korrigiert ihn bei sowas immer gleich und sagt: DU kannst schauen - ICH bin ja immer so blind. Am frühen Abend machen wir es uns dann an Bord gemütlich. Elektropfanne raus, Weingläser raus, Kerze an und dann essen wir erst die eine Pizza und anschließend die zweite. Geht halt nur eine in die Pfanne. Auf kleinster Stufe kann man Pizza sehr gut aufbacken in diesen Geräten, da braucht man keinen Backofen.

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