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Freitag, 30. November 2012



wir sind auf dem Weg zum Kartoffelfest

So, heute wollen wir ja auf das Süßkartoffelfest gehen, das um 12 Uhr beginnt. Allzu früh wollen wir aber nicht da sein, weil sonst noch gar nicht alles richtig aufgebaut ist. Und außerdem hält uns der Regen davon ab, der heute immer wieder in sehr starken Schüben herunterkommt, das Haus zu verlassen. Der Kölner hatte uns gesagt, dass ganze Busladungen von Leuten zu dem Fest kommen, aus Nordportugal und von überall her. Mittlerweile hatten wir auch gelesen, dass speziell Aljezur die Region für den Süßkartoffelanbau ist. Um halb drei können wir dann losgehen, zwischen zwei Regengüssen schaffen wir es, trockenen Fußes zum Fest zu gehen, das sich in einer größeren Halle befindet.



an der Kirche im neuen Teil von Aljezur vorbei gehen wir



in dieser Halle und im Vorzelt findet das Fest statt

Wir zahlen einen Eintritt von 1 Euro pro Person, und man sagt uns, dass um 19 Uhr eine Ansage ertönen und eine Nummer verkündet würde. Und ist es die Nummer, die auf der eigenen Eintrittskarte steht, so würde man ein Abendessen zu zweit hier auf dem Festival gewinnen. Aber ob wir so lange warten wollen? Na, mal schauen. Wir kommen dann in eine Art Vorzelt. Überall wird Kuchen aus Süßkartoffel angeboten, aber den kennen wir schon von den Konditoreien überall im Land. Wir hatten uns nur immer gewundert, aus welcher Masse der Kuchen besteht. Das sah alles immer irgendwie nach Marzipan oder Persipan aus. Jetzt wissen wir also, dass es Süßkartoffel ist.



die meisten Stände verkaufen Süßigkeiten aus Süßkartoffeln

Bei unserem Gang durch die Halle kommen wir dann an den verschiedensten Ständen vorbei. Es werden Kerzen, Holzschnitzarbeiten, Filzsachen, Filzschuhe, Filzdecken, kleine Lederwaren usw. angeboten, es gibt Stände, die die Region Aljezur und den Alentejo präsentieren, es gibt Unmengen Kuchen und Rauchwürste zu probieren und zu kaufen, es gibt also alles mögliche, und es gibt einen größeren Saal, in dem sich mehrere Restaurants befinden. In diesem Saal gibt es auch eine Showküche, wo gerade gekocht wird. Ein Chefkoch und zwei Lehrlinge von der Hotelschule in Portimão - Escolha Hotelaria de Portimão zeigen verschiedene raffinierte und doch einfach nachzumachende Gerichte. Der Chefkoch redet und redet, und auch den zwei Lehrlingen hält man das Mikrofon vor die Nase. Wir setzen uns eine Weile hin, ruhen die Beine aus und schauen zu.



Kuchen aus Süßkartoffeln bzw. . . .



. . . Delicias de Batata Doce


 



ein Korbmacher ist am Werk



und noch mehr Süßes



eine alte Weinpresse zur Dekoration



die Kartoffeln werden säckeweise hereingeschleppt

Beim Weiterlaufen kommen wir an einem Stand vorbei, an dem gerade kiloweise Kartoffeln abgeladen werden; junge Männer schleppen 5-kg Säcke von einem LKW herunter und bringen diese zum Verkaufsstand. Diese Säcke kosten dann 5 Euros. Aber hier werden auch frittierte Süßkartoffeln verkauft. Eine Tüte (200g) für einen Euro. Wir lassen uns mal eine Tüte geben und sind überrascht, wie gut die Süßkartoffeln schmecken. Sie haben einen winzigen Hauch von Süße, schmecken wie Weihnachten und sind quittegelb. Die Farbe finden wir total klasse. Man hat die ganzen Kartoffeln in dünne Scheiben von 1mm geschnitten und dann geröstet. Frittiert kommen sie uns gar nicht vor, eher wie auf einem Blech im Backofen gebraten oder geröstet.



wir probieren gebratene Süßkartoffeln in Scheiben



die schmecken wirklich gut und sind sehr knusprig



im Restauranttrakt ist noch nicht viel los



Herbert reicht dem Kameramann, der auf einem Podest steht, die Kamera für ein Foto, dieses Foto



wir setzen uns eine Weile hin und schauen dem Chefkoch zu

Plötzlich kommt eine Gruppe von Musikanten mit Ziehharmonika, Trommel und Gitarre in die Halle, zieht durch die Gänge und spielt flotte Musik. Ach, das gefällt uns. Auch ist ständig ein Kameramann unterwegs, und dessen Aufnahmen sieht man auf großen Bildschirmen an den Wänden. Aber weil das Festival nun auch nicht allzu groß ist, machen wir uns irgendwann bereit für den Rückweg. Ein Regenguss ist noch abzuwarten, aber dann gehen wir los. Das Fazit vom Festival ist, dass es eher eine Messe ist, auf der regionale Aussteller vertreten sind. Wir hatten uns alles etwas uriger und bäuerlicher vorgestellt. Aber da wir nun sowieso in der Westalgarve waren, haben wir das Festival eben mal kennengelernt. Extra für das Fest anzureisen, finden wir, lohnt sich nicht. Wir sind dann gerade daheim angekommen, als ein extremer Starkregen einsetzt. Der hätte uns aber wirklich zu schaffen machen können, wären wir jetzt noch draußen unterwegs. Jetzt machen wir es uns an Bord gemütlich.



die Musikanten spielen auf und sorgen für gute Musik und Stimmung



die Kirche sieht im Abendlicht sehr heimelig aus

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